| Startseite | Warum? |
Schriften | Linkliste |
E-Mail |
Impressum |
Ein Ruf zur Umkehr, um unser Augenmerk auf die Erkenntnis
Gottes zu richten
* * *
| Titel |
Anmerkungen |
Download |
<< Die Zehntenlüge |
Arm
und Reich > |
Die
nachfolgenden Sätze sind vor nun schon einigen Jahren
niedergeschrieben worden. Sie waren Bestandteil der Schrift „Der
Dienst des Christus” in einer zweiten, erweiterten Fassung, in
der diese und andere Wahrheiten im Lauf der Zeit
zusammengetragen worden waren. Ich gebe sie nun,
geringfügig überarbeitet, einzeln heraus, um sie all
denen zukommen zu lassen, die „nach der Gerechtigkeit hungern
und dürsten” (Mt 5. 6), die also bemerkt haben, daß
die heutigen, in vielerlei „Gemeindestrukturen” vorherrschenden
„Lehren” unseren geistlichen Hunger nicht stillen können,
sondern statt dessen immer noch weiter von Gott Selbst
wegführen. An diesem Sachverhalt, und damit an dem
nachfolgend Erläuterten, wird der gewaltige Betrug
ersichtlich, der in den hinter uns liegenden Jahren durch die
Anwendung scheingeistlicher, pseudo-charismatischer Lehren an
zahlreichen Kindern Gottes verübt worden ist. Zu diesen
Lehren gehören auch die nachfolgend angesprochenen
Irrtümer um die Anwendung sogenannter „Visionen”, die mit
wirklichen Gesichten aus dem Himmel, wie sie in der Bibel
mehrfach bezeugt werden, allerdings nichts gemein haben. Als
allgemeingültiges Merkmal dessen, was der Geist Gottes
bewirkt, sei hier nur angeführt, daß Er, der Geist
des Vaters, stets und ausnahmslos den Sohn verklärt (der
uns wiederum den Vater zeigt und allein diesen offenbart),
niemals aber Menschen in den Mittelpunkt des Interesses stellt,
verherrlicht oder hochhebt (Jo 15. 26, 16. 14 und 17. 1 - 5). Wo im Gegensatz dazu Menschen
erhoben werden, Geschwister also sich als über andere
Geschwister gesetzt wähnen – aufgrund dessen, was
sie gesehen
haben (Kol 2. 18 - 19) – ist demnach niemals der Geist Gottes
am Wirken, sondern haben wir es mit der Einwirkung
betrügerischer Geister zu tun. Nicht das Echte
soll hier also demontiert werden, sondern die Fälschung.
Dabei darf nicht nur eingerissen werden, sondern es ist auch auf
das Echte hinzuweisen und an die Stelle des Alten zu setzen.
Hinzuführen zu unserem Gott Selbst und zu Seiner Erkenntnis
– die nach biblischem Zeugnis keine
Wissenserkenntnis, sondern eine Vereinigung mit Ihm als einer
Person ist, weil nur aus ihr heraus als einer unmittelbaren
Liebesbeziehung neues Leben hervorkommen kann (vgl. 1Mo 4. 1)
– sei der Inhalt und Zweck des Vorliegenden.
Es ist zunächst nichts gegen echte Visionen, biblischerseits „Gesichte” genannt, zu sagen. Hier wird uns jedoch die eigene Schau als eine solche verkauft. Das Erstgenannte ist immer etwas, was Gott tun wird; das Zweitgenannte ist etwas, was Menschen erfüllen sollen. Dies wird regelmäßig verwechelt. Die Ansicht, auf Visionen angewiesen zu sein und ihnen nachfolgen zu müssen, beruht auf einer in heutigen Gemeinden weitverbreiteten und mit einer verkehrten „Unterordnungslehre” verbundenen Irreführung, die darin besteht, daß man sich nicht mehr in Abhängigkeit des Herrn, sondern in „Visionen” bewegt, die von diversen „Führern” ausgegeben werden. Wie vorstehend angedeutet, wird von diesen den Gläubigen verkündigt, „vom Herrn” die so genannte „Vision (Schau) für die Gemeinde” empfangen zu haben, nach der jetzt diese Gemeinde, den Anweisungen „ihres Leiters” entsprechend, der die Vision erhalten zu haben vorgibt, mit aller ihrer Kraft diese seine Sichtweise zu erfüllen hat; schließlich habe dieser ja „vom Herrn gehört”. Indem nun die Gemeinde beständig angehalten wird, sich „ihren Leitern unterzuordnen”, kommt es zu jenem verhängnisvollen, weil unmerklichen Abgleiten von Gott, da man Strukturen errichtet und bedient, statt miteinander die unmittelbare Gegenwart und beständige Offenbarung des Herrn Selbst zu suchen und Ihm zu dienen.
Die Einheit des Geistes wird damit in eine Konditionierung in den Willen menschlicher Leiterschaft pervertiert, der mit wahrer geistlicher Einheit nichts mehr zu tun hat, außer daß dieser Anspruch lediglich als mehr oder weniger leere Worthülse vor sich her getragen und vor der Gemeinde dann natürlich auch entsprechend nachdrücklich ausposaunt wird. Der wahre Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit verkommt so mehr und mehr zu einem gefährlichen, weil unerkannten christlichen Götzendienst, indem in der Gemeinde nicht mehr das persönliche Reden Gottes zu jedem Seiner Kinder als Glieder des einen Gemeindekörpers maßgebend ist, sondern die Regelungen und Anordnungen einer „Leiterschaft”, die sich durch solches Verhalten an die Stelle Gottes zu setzen anmaßt. – Statt der Gemeinde in Hingabe zu dienen, wird somit die Gemeinde „von oben herab” regiert, ein Vorgehen, das in direktem Widerspruch zu den Worten der Apostel steht, wie zu erkennen sein wird. Es hilft dabei auch nichts, wenn man sagt, daß jeder, der hier „mitgehen wolle”, die von der Leitung ausgegebene, vermeintliche „Vision der Gemeinde” gleichermaßen empfangen haben müsse, und dabei alle anderen ausschließt. Wer die Gemeinde so zu „regieren” sucht, hat nichts vom Herrn empfangen, und sucht sich und seine eigenen Vorstellungen – als das, was er zu sehen meint (Kol 2. 18 - 19, s. o.) – in fleischlicher Art und Weise durchzusetzen.
Den vorstehend genannten Lehrverirrungen liegt im wesentlichen die fälschlicherweise aufgestellte Behauptung zugrunde, daß die Schrift lehre, daß jede Gemeinde eine Vision haben müsse, da ohne eine solche das „Volk” zugrunde gehe und zügellos werde. Diesem wird also die Schriftstelle Spr 29. 18 in einer Weise zugrunde gelegt, die ihre Auslegung jedoch in dem Sinne einseitig und darin irreführend erscheinen läßt, indem der zweite Versteil einfach unterschlagen oder in seiner Bedeutung verkannt wird. Infolgedessen wird das Ganze aus seinem Kontext gerissen und in einen willkürlichen, völlig anderen Zusammenhang gestellt, als der bestehende, in den Gott in Seinem Wort es gesetzt hat. Wieder einmal bestätigt sich die Gefahr der Irreführung durch eine den menschlichen Maßstäben angepaßte, willkürliche Exegese, die die einfache Regel mißachtet, daß eine Auslegung der Schrift nicht Sache eigener Erläuterung ist, da die Schrift sich in ihren Zusammenhängen selbst erklärt (vgl. 2Ptr 1. 20). –
Zu unserer Schriftstelle Sprüche 29. 18, welche zunächst einmal aussagt, daß ohne Weissagung oder Weisung das Volk zügellos wird, und – im Gegensatz dazu – ihm Gutes (Wohl) widerfahren wird, wenn es das Gesetz bewahrt. Der im Hebräischen verwendete Begriff kann sehr schwer mit nur einem Wort wiedergegeben werden, sollen Inhalt und Zusammenhang des Schriftwortes gewahrt bleiben. Der Begriff einer Vision kann sich zwar durchaus aus diesem Wort ergeben; dies geschieht aber eher erst in zweiter Instanz und ist hier an sich auch nicht gemeint. Andere Übersetzer geben mit „Gesicht” (Unrevidierte Elberfelder), „Weissagung” (Schlachter) oder „Offenbarung” (Luther) wieder. Die Revidierte Elberfelder schreibt ebenfalls „Offenbarung”, gibt aber in der Fußnote als wörtliche Übersetzung „Vision” an. Alle diese Übersetzungen weisen inhaltlich durchaus in die richtige Richtung; und doch greift jede für sich gesehen zu kurz. Es ist uns gerade hier nur dann möglich, zur richtigen Aussage dieser Schriftstelle zu kommen, wenn wir sie in ihrem Kontext belassen und auch dementsprechend auslegen. In dem Sinne zunächst, daß wir ohne Weisung und Offenbarung, die des Herrn nämlich, sowohl orientierungs - als auch zuchtlos werden würden (also ohne Erziehung; das Bild der „Zügel”, in denen ein Jochtier laufen soll, wird hier verwendet!), weil dies ein Indiz dafür wäre, daß wir Ihn, Seine Gegenwart, Seine Führung und Sein Wort verlassen und uns damit selbst von dem Licht Seiner Wegweisung (Ps 119. 105, Jes 2. 3 - 5) entfernt hätten, ist dies auch richtig (vgl. Jer 2. 13).
Gemeint ist
in dem Zusammenhang nämlich erst einmal jene Weisung und
Offenbarung, die der Herr durch Sein Wort gibt und die von denen, die dieses
Wort hören, dann auch bewahrt wird. Dementsprechend
gibt etwa Schlachter
unsere Schriftstelle Sprüche
29. 18 vollständig wieder:
„Wo keine
Weissagung ist, wird ein Volk zügellos; aber wohl ihm, wenn es das
Gesetz (d. i. in
dem Zusammenhang das
Wort) bewahrt !”
Das im
Hebräischen stehende, hier mit „Weissagung” wiedergegebene
Wort bedeutet jedoch wesentlich mehr. Es hat nämlich,
beachten wir sowohl den Grundtext als auch den Textzusammenhang,
vor allem den Sinn einer sowohl weisen als auch
weisenden Voraussicht, mit der ein Vater seinen Sohn zu dem
Ziel führt, das der Vater für ihn im Auge hat, und
ihn demgemäß erzieht: Würde man
diese Schriftstelle tatsächlich in ihrem Kontext lesen und
das Wort Gottes nicht immer wieder aus seinen
Zusammenhängen herausreißen, in denen es nun einmal
steht, so würde sehr schnell offenbar werden, daß hier von der – vor der
Sünde bewahrenden – Weisung, Führung und
Erziehung Gottes die Rede ist, welche in dem
notwendigen Umgang eines Vaters mit seinem Sohn verdeutlicht
wird, der ihn – in weiser Voraussicht – sowohl mit dem Wort
als auch mit der Zuchtrute erzieht, damit der Sohn dem Vater
einmal Wonne bereiten wird (Spr 29. 15 - 19; vgl. dazu
etwa 5Mo 8. 5 - 6, Spr 3. 11 - 12 und Hbr 12. 5 - 13). Ohne
diese weise Voraussicht
seines Vaters, nämlich Gottes, würde der Sohn, hier als ein Volk dargestellt, in der
Tat alsbald zügellos werden – also aus seinem Joch,
in dem er laufen soll, ausbrechen und wild, d. h. ungebändigt werden.
Damit aber geht es nicht darum, was der Sohn sieht, sondern um
das, was Gott sieht. Mithin
ist das Verfolgen so genannter Visionen durch den Sohn bzw.
das Volk etc. nicht gemeint.
Wie der
Sohn zum Vater, so gehört das Volk zu Gott und in seine
enge Bindung an Ihn. Dementsprechend wird uns in der Schrift
nicht nur Jesus, sondern auch das
Volk Israel als Sohn Gottes vorgestellt, bzw. als Seine Söhne und Töchter
beschrieben (5Mo 1. 31 und 32. 19). Bereits Mose sollte dem
Pharao sagen:
„So spricht
Jahwe: Mein Sohn, mein Erstgeborener, ist Israel!
Daher sage Ich dir: Entlasse Meinen Sohn, damit
er mir diene”,
um die
Befreiung Israels aus dem Sklavenjoch Ägyptens, hin zum Dienst für Gott,
einzuleiten, was uns außerdem verdeutlichen kann,
daß es eine absolute Ungebundenheit nicht gibt – entweder
sind wir unter das Joch der
Sünde versklavt, wovon sowohl die Gefangenschaft
Israels unter dem Sklavenjoch
Ägyptens, als auch die vielen Gebundenheiten, in
die es infolge seines Ungehorsams immer wieder geriet, Vorbilder
sind – oder wir dienen dem Herrn, dessen Joch sanft, und dessen Last leicht ist
(Mt 11. 29, 30). Immer wird es
ein Joch geben, das es zu ziehen, und eine Last, die es zu
tragen gilt (Rö 6. 16 - 22, Ga 6. 5).
Verließen wir den Herrn, indem wir – um mit dem Propheten
Jeremia zu sprechen – Sein
Joch zerbrächen und Seine Stricke (das sind die Seile, an
denen der Pflug gezogen wird) zerrissen (Jer 5. 5 - 6),
gerieten wir alsbald unter das schwere, das eiserne Joch der
Gebundenheit und Unfreiheit, das uns nur allzu oft Menschen auferlegen wollen
(5Mo 28. 47 - 48, Ps 38. 5, Jer 28. 12 - 13, Ga 5. 1). Besser
ist es, in den Händen Gottes zu bleiben! Bleiben wir
nämlich in Seiner Führung und Gegenwart, so erleben
wir, das Er uns auch hindurchbringen wird, weil Er Selbst die Lasten
trägt (Ps 68. 20), da der Herr im Bilde auch jenen erstgeborenen Stier
verkörpert (5Mo
33.
17, Hes 1. 10),
der mit uns in ein und demselben Joch läuft und mit dem wir
zusammengejocht werden
sollen, wobei Er Selbst das Joch zieht und die Last
trägt, und wir lediglich – gleich einem Kalb oder
einem Jungstier, der an die Feldarbeit erst noch gewöhnt
werden muß – mit Ihm den Weg mitlaufen sollen, und dabei wohl mit dem Joch, nicht aber mit
der Last desselben verbunden werden (vgl. Jer 31. 18).
– Die Zügel, in
denen Gottes Volk nun
gehen soll – in dem oben angedeuteten Bild eines Joches Rinder – beinhalten
sowohl die Führung als
auch die feste Einbindung innerhalb dieser, die Weisung wie
die Züchtigung Gottes, des Vaters. Gleich dem in seinem Joch laufenden und den
Acker pflügenden Rind – das dem zugrunde liegende
Bild (Jer 2. 20 und 5. 5) – kann, wie der Sohn, so auch Sein
Volk nicht laufen, wann, wie und wohin es will. Mit „Visionen”
hat das nichts zu tun.
Auch der
Hebräerbrief spricht davon, daß wir, blieben wir ohne eine solche Erziehung, Bastarde wären und nicht Söhne (Hbr 12. 8). In diesem
Zusammenhang wird – gleichnishaft – von dem von der Muttermilch
entwöhnten Kind gesprochen, das vom Vater als Sohn angenommen wird, um von ihm in die Erziehung
genommen zu werden (Hbr 12. 6; vgl. 1Mo 21. 8, 1Sam 1. 22, Jes
28. 9). Dementsprechend redet der Hebräerbrief
auch zu seinen Lesern als von solchen, die der Milch - der nämlich
der Anfangsgründe des Wortes Gottes – entwöhnt sein
sollten, um nun in der Lage zu sein, die feste Speise zu sich zu nehmen (Hbr 5. 12 - 14),
deren Inhalte der Schreiber in den nachfolgenden Kapiteln
erläutern wird, um im
Schluß derselben auf die Erziehung dieser als der von der Milch
entwöhnten Knaben, die der himmlische Vater nun als
Söhne annimmt, zu sprechen zu kommen. Es ist nach
Hebräer 12. 5 - 13
nun – solchen von der Milch Entwöhnten entsprechend –
geradezu ein Kennzeichen der
Söhne Gottes, daß diese, als die – nach der Schrift
– an Ihn Gebundenen und in Seinem Joch Laufenden (Jer 2. 20 und 5. 5 - 6, Kg 3. 27,
Mt 11. 29, 30; vgl. auch 2Kor 6. 14), von Ihm gezüchtigt werden; die ohne Gott, als die von Ihm
losgelöst (d. h. in Sünde) Lebenden sind im
Gegensatz dazu
„in den
Begierden ihrer Herzen” ... „in ehrlose Leidenschaften” ...
„in ihren unbewährten Denksinn dahingegeben, das zu tun, was sich nicht gebührt.”
Und zu
dieser Erziehung gehören notwendigerweise auch die Leiden;
wer nicht leidet, der ist dahingegeben, der gehört nicht zu
Ihm – denn auch der
erstgeborene Sohn Gottes
„lernte... den Gehorsam durch das, was Er litt” (Hbr 5. 8).
Dieser Gedanke des Joches, in dem
jeder läuft, der mit Gott wandelt und Ihm dient, ist eine
unabänderliche Ordnung Gottes. Wer Ihm dient, trägt
bildlich gesehen ein Joch, an das er mit Stricken gebunden
wird. Diese Aussage ist ein einheitliches Zeugnis der
Heiligen Schrift, unabhängig davon, ob es sich um das Alte
oder das Neue Testament handelt. Unser Gott ändert Sich
nicht; durch alle Zeiten hindurch ist und bleibt Er Derselbe.
Hatte Gottes alttestamentliches Bundesvolk ein Joch zu tragen,
so haben auch wir eines zu tragen. Als Jesus dazu aufforderte, zu Ihm zu kommen, sagte Er auch, daß die
Gemeinschaft mit Ihm ein Joch – Sein Joch – bedeuten
würde, und es beinhalten würde, mit Ihm eine – Seine
– Last zu tragen. Diese Gemeinschaft mit Ihm ist also Jochgemeinschaft, die
bedeutet, daß wir
zusammen mit Ihm denselben Weg zu gehen haben, den auch
Er zu gehen hat. Alles, was Ihm dabei begegnet, wird auch uns
begegnen. Da Er litt, werden auch wir leiden; da Er erhoben
wurde, werden wir es mit Ihm (Rö 8. 17). Aus keinem dieser Dinge werden
wir je ausgenommen sein. Als Er uns anwies, Sein Joch aufzunehmen, sagte Er
dabei nichts anderes, als daß wir in dasselbe Joch eingebunden werden sollen,
das Er
zieht –
„und lernet
von Mir, denn Ich bin sanftmütig und von Herzen
demütig” (Mt 11. 29 - 30).
Der Stier ist eines der
bedeutendsten Opfertiere des Alten Bundes und als solcher
Babild des Opfers Jesu. In Jesus erkennen wir hier also das
Bild des in das Joch eingespannten Stieres, der
das Joch zieht und die Last trägt, während wir uns in dem lediglich neben Ihm
herlaufenden, erst noch anzulernenden Jungstier wiederfinden,
der an die Feldarbeit erst noch gewöhnt werden, und darum
in demselben Joch erzogen werden muß, wie dies vorstehend bereits
angedeutet worden ist.
Da der
Herr nun die eigentliche Last trägt, kann Er uns auch
sagen, daß Sein Joch für uns sanft, und seine Last
leicht ist. Die Aussage, daß Er sanftmütig und von Herzen
demütig ist, beinhaltet eine Wahrheit, die wir
bislang nie in dem rechten Kontext gesehen haben, bezieht es sich doch auf das Joch,
das Er zu tragen hat, und in dem Er läuft, indem
Er dem Vater willig, ohne jedes Murren und ohne jede Widerrede
– also
sanftmütig und von Herzen demütig – folgt,
indem Er gerne tut, was der Vater Ihm sagt. Für Jesus
bedeutete dies den Tod. Noch immer kennen zumindest ältere
Bauern den Ausdruck „sanftmütig” für ein williges,
gutmütiges und leicht zu führendes Arbeitstier, mit
dem sich gut arbeiten läßt. Hierin erschließt
sich uns die Bedeutung Seiner Anweisung, diesbezüglich von
Ihm zu lernen. Diese Wahrheit
ist also eine für unseren Wandel ganz zentrale und
notwendige, als die einer Ordnung, ohne die wir nicht
auskommen werden. Schon früh begann sich jedoch
eine Rebellion gegen diese Ordnung zu erheben, vergeblich jedoch – ist es doch nicht möglich,
diese Ordnung jemals zu ändern:
„Warum
schnauben die Nationen, und kümmern die
Völkerstämme sich um Vergebliches? Die Könige
der Erde stehen dabei, und die Oberen versammeln sich am
selben Ort gegen Jahwe [1] und gegen Seinen Gesalbten: Wir wollen
zerreißen ihre Bande und ihr Joch von uns werfen. Der in den Himmeln
wohnt, verlacht ihr Tun, Jahwe hohnlacht ihrer.”
„ungleich
gejocht mit Ungläubigen”
zu sein (2Kor 6. 14). Er gebraucht in diesem Zusammenhang (Verse 14 - 18) für unseren Wandel mit Gott tatsächlich das Bild eines Joches, in dem zwei gleiche Zugtiere laufen. Schon nach dem Gesetz war das Einspannen verschiedener Jochtiere verboten: Der Ochse sollte nicht mit dem Esel ackern (5Mo 22. 10). Der Ochse ist das Bild für das folgsame, das Joch gerne ziehende Tier, in dessen Sanftmut und Demut wir Christus wiederfinden, der dem Vater gerne folgt, während der Esel in der Tradition das Bild des Widerborstigen ist, dessen also, der Gott stets widerstrebt. Beide gehen also nicht zusammen. Gleichermaßen gehen Gerechtigkeit mit Gesetzlosigkeit, Licht und Finsternis, Christus und Beliar (d. i. der Teufel, das Wort kommt von Bel, hebr. Verwirrer), der Ungläubige mit dem Gläubigen und der Tempel Gottes mit den Götzen nicht zusammen (2Kor 6. 14 - 16). Nur Gleiches kann mit Gleichem laufen, Demütiges mit Demütigem, Sanftmütiges mit Sanftmütigem. Indem wir dem Herrn Jesus folgen und Sein Joch aufnehmen, lernen wir von Ihm; in der Weise, in der wir uns mit Ihm in das Joch des Vaters fügen, Sein Vorbild anschauen und ihm nacheifern, und uns in dieser Weise Seiner Führung unterordnen, d. h. also in einem Lernprozeß (Heiligung) ebenso demütig und sanftmütig werden wie Er, werden wir Seinem Bilde gleichgestaltet (Rö 8. 29) und daher befähigt, mit Ihm zusammen den Weg bis zu Ende zu gehen. So sind wir mit Christus verbunden, d. h. fest zusammengejocht worden; eine Tatsache, die wir auch in dem Gedanken wiederfinden, daß wir mit Ihm zusammen-gekreuzigt worden sind.
Das Kreuz spricht immer von Tod, und
da wir mit Ihm zusammengejocht sind, sowohl von dem Seinen,
als auch von dem Unseren. Der Herr wurde gekreuzigt; dies sagt
uns, die wir mit Ihm in einem Joch verbunden sind, daß wir
mit Ihm
gekreuzigt sind. Die Gleichgestaltung,
von der oben die Rede war, und
in die wir hineingeführt werden sollen, indem wir uns in
Sein Joch einbinden lassen und von Ihm lernen, ist ja eine in Seinen Tod hinein, um von
dort in die Auferstehung aus den Toten, in das Leben also,
zu gelangen (vgl. Phil 3. 10 - 12). Die Losung heißt
noch immer: vom Tode zum Leben, und: vom Kreuz zur Krone.
Und es gilt, daß
„niemand, der
seine Hand an den Pflug legt und dabei nach hinten blickt,...
für das Königreich Gottes geeignet”
ist (Lk 9. 62). Wer
pflügen will, der muß vergessen, was hinter ihm
liegt, und aus all dem heraustreten; und genauso muß der,
der in einem Joch laufen will, das alte verlassen; er muß
ihm also absterben. Das Joch und das Kreuz sind nahe verwandt; beides sind Symbole, die in
dieselbe Wirklichkeit führen. Wie das Joch der den Acker
pflügenden Tiere, so ist auch das Kreuz ein Gegenstand aus
Holz. Das griechische Wort stauros,
das zumeist mit Kreuz übersetzt worden ist, bedeutet „aufrecht Stehendes” und
meint daher eigentlich einen senkrechten Pfahl. Wie die Tiere
mittels Riemen mit dem Joch – der Jochstange – verbunden
waren, so war auch Jesus an einen Pfahl gebunden worden.
Jenes war ein Bild von dieser Erde, das Kreuz aber ist ein Bild,
das uns, die wir von der Erde kommen, mit dem Himmel verbindet.
Wir nun sind durch diesen Pfahl miteinander – mit Ihm – in gleichem Tod verbunden worden (vgl. Rö 6. 2 - 11), so
daß wir nicht mehr gehen können, wohin wir wollen, sondern nur noch
dahin, wohin Er will
(vgl. Jo 21. 18 - 19, Apg 21. 10 - 14). Unser Leben ist mit Ihm
zusammengekreuzigt (eigentlich mitgepfählt, grie.
sustauroo), in den Tod hinein; das neue Leben, das wir infolge dieser Verbindung
mit Ihm erhielten, ist nicht mehr das Unsere, sondern das
Seine:
„Zusammen mit
Christus bin ich gekreuzigt; ich lebe aber, doch nicht mehr
ich, sondern in mir lebt Christus.”
Ein
Gekreuzigter ist an das Holz gefesselt; er ist aus sich selbst
wehrlos geworden. Die Bindung
an den Pfahl macht ihn regungslos. Die Füße
können nicht gehen, und die Hände können selbst –
ohne Ihn –
nichts tun (Jo 15. 5). Auch die Gedanken sind nicht frei –
um die Stirn herum windet sich eine Dornenkrone. Fortan werden sie unter den Gehorsam des Christus
gefangengenommen (2Kor 10. 5). Es wird dem Gekreuzigten
nicht möglich sein, seine Situation zu ändern – es sei
denn, ein anderer kommt
und ändert sie für ihn. Mit Ihm gekreuzigt zu sein, heißt auch, mit Ihm Opfer zu sein. Daher
werden wir aufgefordert, unsere
„Körper Gott als ein
lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer
bereitzustellen... als euren folgerichtigen Gottesdienst.”
Das Opfer
steht in Verbindung mit dem Altar, auf dem es dargebracht wird.
Wie Abraham das Holz des Brandopfers nahm, es auf seinen
einzigen Sohn Isaak legte, und ihn danach auf diesem Holz festband, um ihn Gott als
Brandopfer darzubringen (1Mo 22. 6 - 9) – welches ein
wunderbares Bild dessen ist, wie der himmlische Vater Seinen einzigen Sohn darbrachte
– so sind und bleiben
wir als lebendige Opfer mit dem Altar des Kreuzes verbunden, auf
welchem wir dem Herrn geopfert werden sollen. Dem entsprach die
Weisung des Alten Bundes,
„die
Festopfer mit Stricken bis an die Hörner des Altars”
zu binden (Ps 118. 27, Schlachter). Der am Eingang der Stiftshütte befindliche Brandopferaltar, an dem der Priester nicht vorbei kam, wollte er Gott nahen, war an seinen vier Ecken mit Hörnern versehen worden, an dem größere Opfer festgebunden wurden, um sicherzustellen, daß sie sich nicht loslösen und herabfallen konnten, und somit auf dem Feuer blieben (2Mo 27. 2 u. a.).
Unser Horn des Altars ist
nun der Kreuzespfahl,
an dem wir, mit Jesus
zusammen an diesen festgeschnürt, dem Herrn als Ganz-Brandopfer dargebracht
werden. Wenn Er starb, dann ist es daher nur folgerichtig,
daß auch wir starben, ebenso, wie es richtig ist,
daß, wenn Er auferstand, so auch wir mit Ihm auferstanden
sind. Diese Auferstehung – das
Auferstehungsleben – setzt also den unabdingbaren Tod unseres
Eigenlebens voraus. Dieser Tod muß ständig vollzogen
werden, um auch das neue, geistgewirkte Leben als
Beständiges aufrechtzuerhalten – das sündige Fleisch,
das immerfort nach Unabhängigkeit strebt, und das aus sich
selbst heraus bekanntlich doch nichts anderes als sündigen
kann, ist beständig
im Tode zu halten – deshalb gab es ja auch die Stricke, die das
Opfer mit dem Holz des Brandopfers, dem Joch wie dem
Kreuzespfahl gleichbedeutend, fest verbanden:
„Wenn wir zusammen
(d. h. also verbunden!) mit
Christus starben,
so glauben wir, daß wir auch zusammen mit
Ihm leben werden,
wissend, daß Christus, auferweckt aus den Toten, nicht
mehr stirbt. Der Tod ist nicht mehr Herr über Ihn; denn
was Er starb, das starb Er der Sünde ein für
allemal, was Er aber lebt, das lebt Er für Gott. Also
auch ihr! Rechnet damit, daß ihr selbst der
Sünde gegenüber tot seid, aber lebend für
Gott in Christus Jesus, unserem Herrn!”
Dieser
völligen Hingabe entspricht die Weisung des Alten
Testamentes, das Feuer des Altars stets brennend zu erhalten,
indem
„das
Brandopfer ... auf seiner Glut die ganze Nacht bis zum Morgen”
verblieb,
„daß das Feuer des Altars dadurch genährt werde”;
es durfte nicht erlöschen
(3Mo 6. 2 und 5 - 6).
Wird das Opfer vom Altar entfernt, d. h. fangen wir wieder an, unser Eigenes hervorbringen zu wollen, erlischt das Feuer; das uns geschenkte Geistesleben – das Feuer des Heiligen Geistes – stagniert und geht in dem Maße zurück, wie auch unsere Hingabe unseres Lebens an Gott, Ihm zum Opfer, zurückgeht. Der Vollzug dieser Wahrheit ist ein wahrhaftes „Leben aus dem Tode”. Daher kann es für uns ohne Ende des alten kein neues Leben geben – es sei denn, daß zuvor der Tod kam und in uns wirksam geworden ist, indem er das alte Leben – den Sünder, d. h. den, der ohne Gott wirken will – zu Tode brachte und im Tode hält. Wer diesen Tod nicht will, hat auch das Leben nicht, das allein aus diesem Tode resultiert. Die Grundbedingung des Lebens aus Gott ist also der ständig aufrechterhaltene Tod, d. h. das Unwirksamwerden des eigenen, mit all seinen vermeintlichen Ansprüchen, Rechten, Wünschen und Vorstellungen. Wir – als mit Christus Gestorbene und mit Ihm in Neuheit des Lebens Auferstandene (vgl. Rö 6. 2 - 11, s. o.) – haben daher weder Macht noch Recht für uns selbst. Dies freilich ist eine Aussage, die direkt konträr zu den heute reichlich kolportierten sogenannten „Glaubenslehren” steht, und entlarvt diese als offensichtliche Lüge.
Paulus
drückt diese Tatsache an anderer Stelle dadurch aus,
daß ihm
„ein Splitter
für das (wörtlich: dem) Fleisch”... (gegeben
sei),
„ein Bote Satans, um mich mit Fäusten zu schlagen.”
Das Wort „mit Fäusten schlagen”
(kolaphizo) weist tatsächlich auf ständige Fausthiebe
hin, mit denen Paulus immer wieder mißhandelt wird. Der
ihn schlägt, ist „ein
Bote Satans”. Die Bezeichnung Satan steht hierbei nicht
nur für den Teufel schlechthin, sondern weist vor allem auf
die durch seinen Boten [2] übermittelten Widrigkeiten hin. Das aus
dem Hebräischen stammende Wort Satan (ssath´an)
bedeutet Ankläger
(Gegenredner) und Widerwirker.
Dessen Bote, durch den er dem
Paulus entgegenwirkt und ihn durch schmerzhafte Schläge
zu widerstehen sucht, ist nun von Gott verordnet: Ein Splitter
für das Fleisch. Die in den heutigen Bibeln
übliche Wiedergabe eines Splitters oder Pfahls „im Fleisch” ist leider
mißverständlich, da das diesbezügliche Wort in
(en) im Griechischen nicht vorhanden ist. Dem Fleisch ist also ein
Splitter gegeben. Der Splitter (grie. skolops, Splitter,
Dorn oder spitzer Pfahl) ist aus Holz und weist somit auf
den Pfahl hin, von
dessen Holz er stammt, und durch den Paulus mit Christus
verbunden, zusammengepfahlt
worden ist. Dieser
Splitter ist dem Fleisch des Paulus zugeordnet worden. Er ist
sein tägliches Kreuz
bzw. Pfahl (stauros), den er
jeden Tag aufzunehmen hat (Lk 9. 23). Bei dem Pfahl
handelt es sich um ein Hinrichtungswerkzeug,
an dessen Ende der Tod des Fleisches steht. Durch dieses Kreuz
(Pfahl) wird das sündige Fleisch jeden Tag zu Tode
gebracht und im Tode gehalten, d. h. unwirksam gemacht
(Rö 6. 5 - 6). [3]
„Die aber
Christus Jesus angehören, kreuzigen das Fleisch samt
seinen Lüsten und Begierden” (Ga 5. 24).
Das Wort „kreuzigen” (eigentlich pfählen) steht hier im sog. schwachen Aorist, einer Zeitform des Griechischen, und beschreibt eine nicht abgeschlossene, noch in der Durchführung befindliche Handlung: das Kreuzigen geschieht ständig, das bedeutet Tag für Tag, Stunde um Stunde.
Somit stirbt Paulus täglich,
wie er etwa auch den Korinthern im Hinblick darauf schreibt,
daß er sich jede Stunde
in Gefahr begibt (1Kor 15. 30 - 31). Diesbezüglich
bezeugt er auch den Römern, daß ihm auf seinem Weg
beständig Drangsal,
Druck und Verfolgung, Hunger und Blöße, Gefahr und
Schwert begegnen:
„Deinetwegen (d. h. um des Herrn willen) werden wir den
ganzen Tag zu Tode gebracht, wie zu den
Schlachtschafen sind wir gerechnet.”
Das
Fleisch muß sterben, da es der Gerechtigkeit
Gottes nicht untergeordnet ist, und ihr nicht zu entsprechen
vermag (Rö 8. 7); dazu ist ihm der Pfahl bzw. der
Splitter gegeben. Dieser Splitter bewirkt Leiden für das Fleisch,
das durch ihn im Tode gehalten werden soll, und es gilt,
daß
„der Leidende am Fleisch mit Sündigen aufgehört
hat” (1Ptr 4. 1 - 2).
Am Beginn der Berufung stand nicht umsonst die
Verheißung, daß Paulus leiden müsse (Apg 9.
16). Hier steht der Jünger nicht über seinem Lehrer
(Mt 10. 24), was der Herr Jesus im Zusammenhang mit der
Tatsache erwähnt, daß Seine Jünger um
Seines Namens willen von
allen gehaßt werden müssen;
Widerspruch, Geißelung, Verrat und Verfolgung sind ihr
normales Los (Mt 10. 17 - 23). Die Gemeinschaft mit dem Herrn
ist also immer auch die Gemeinschaft Seiner Leiden (Phil
3. 10) – als reale Kreuzeserfahrung, da wir mit
Ihm Mitgekreuzigte sind (Ga 2. 20, Rö 6. 6). Hier finden
wir den Gedanken des mit Ihm,
Christus, Mitgepfähltseins wieder, infolgedessen
es dem Apostel
„schwer sein”
(wird), „gegen
Stacheln auszuschlagen” (Apg 26. 14).
Paulus kann nun – als ein mit Ihm an denselben Pfahl Gebundener – nicht mehr gehen, wie, wann und wohin er will, sondern wird sich an Seiner Gnade genügen (2Kor 12. 9). Die verschiedensten Widrigkeiten, die Paulus im Vorfeld dieses Wortes anführt (2Kor 11. 22 - 28), und die Tatsache, daß Gott seiner Bitte nicht entspricht und all diese Anfechtungen bestehen läßt (12. 8), offenbaren so die Erziehung des Vaters, der mehr sieht, als wir in solchen Situationen erkennen können (vgl. Hbr 12. 1 - 11). Wären die Anfechtungen – der dem Fleisch gegebene Splitter – nicht vorhanden, würde Paulus sich nämlich der hohen Offenbarungen, die der Vater ihm zuteil werden läßt, aufgrund seines ungekreuzigt bleibenden Fleisches alsbald überheben (2Kor 12. 7); sie würden ihm schaden.
Unser Wort aus den Sprüchen, mit dem diese Betrachtung begonnen hat, offenbart so die Art und Weise, wie Gott mit Seinem Volk umgeht, damit es Ihm wohlgefällig werden, und Er an ihm Freude haben kann. Dies mag freilich keine uns allzu gefällige Botschaft sein; ihre – vielerorts sogar schon lehrmäßige – Ablehnung in heutigen, gerade auch in so manchen charismatischen Kreisen und Glaubensgemeinden zeigt einmal mehr, wie sehr unser heutiges „Christentum” und unsere Art zu denken, schon vom jetzigen Weltlauf und Humanismus, der nur noch den Menschen und das ihm Wohlgefällige in den Mittelpunkt gestellt wissen will, unterwandert worden ist. Es erscheint für unser Fleisch doch um so vieles leichter, nicht von Mahnung und Züchtigung, sondern von großartigen Visionen zu reden, denen wir angeblich nachfolgen sollen. Diese zur eigenen Vision umgedeutete väterliche Erziehung wird also umfunktioniert zu einem Befolgen von Prinzip und Methode, an deren Ende der Erfolg unseres Tuns stehen soll. Abermals will man sich hier selbst in einen Segen hineinbringen, wobei das Kreuz, mit dem wir verbunden sein sollen und das wir zu tragen haben – das uns gegebene Joch also – ausgeklammert wird (Mt 10. 38, 16. 24, Lk 14. 27 u. v. a.). Somit will man also wiederum, der uralten Verführung der Schlange folgend, vom Kreuz herabsteigen, um sich selbst helfen zu können (Mt 27. 40, 42, Mk 15. 30). Jesus, der Sohn Gottes, blieb an dem Kreuz; sogar Er lernte Gehorsam an dem, was Er litt, und wurde (!) so vollkommen gemacht (Hbr 5. 8 - 9); wieviel mehr wird Gott mit Seinen Kindern so verfahren! –
Wir
erkennen also unschwer, daß die Schriftstelle Spr 29. 18 in keiner Weise von
einer Vision spricht, die Gott einen Menschen erleben
ließe, sondern von der
Art und Weise, wie Gott Sein Volk erzieht und führt,
indem Er das für Sein Volk
Richtige im Blick – „im Gesicht”
behält. Es geht daher also nicht um das, was der Sohn –
Gottes Volk – sieht, sondern um das, was der Vater für ihn sieht. Da sich somit ein ganz anderer Zusammenhang
aus dem Wort Gottes ergibt, ist nun mehr als deutlich geworden,
daß dies keineswegs auf „Visionen” einzelner und einer
vermeintlichen Führung durch sie angewendet werden kann –
noch dazu dann nicht, wenn man dies in alttestamentlicher Weise
– d. i. die durch
Menschen angestrebte Vermittlung zwischen einem Gläubigen
und Gott – auf die Gemeinde des Neuen Bundes bezieht
(vgl. Hbr 8. 10 - 12). Wiederum wird ein – recht geschickt
eingefädelter – Schachzug der Finsternis offenbar: Das Wort
des Herrn, das uns doch dazu anleiten sollte, nicht auf Menschen, sondern auf
Gott Selbst zu bauen und sich in die völlige
Abhängigkeit von Ihm – in Sein Joch und in Seine Zügel – zu begeben, wird, da es
nur oberflächlich gelesen wird, verdreht, schließlich entstellt und in sein
Gegenteil verkehrt, um unter
das Joch von Menschen zu
führen: Hier ist der Diabolos, der
Durcheinanderwerfer, Satan selbst am Werke!
| Titel |
Anmerkungen |
Download | << Die Zehntenlüge |
Arm
und Reich > |
Anmerkungen
[1] Die Konkordante
Übersetzung transliteriert den Gottesnamen mit „Jewe”; wir
wollen uns hier an das gebräuchlichere „Jahwe” halten.
[2]
„Engel” (angelos) ist mit „Bote”
zu übersetzen. Ein Bote ist ein Überbringer.
Zu denken ist hier sowohl an einen Engel Satans (Dämon) als
auch als einen Menschen, der sich dem Bösen wissentlich
oder unwissentlich ergeben hat.
[3]
Paulus verwendet hier einen Begriff des römischen
Militärs. Nach dem Sieg wurde der Feind wurde gefangen
gesetzt; mithin galt er als „zunichte”,
weil „unwirksam gemacht” (katargeoo, w. herab-unwirksam
in Römer 6. 6). Bezügleich des „Körpers der
Sünde” beutet dies die Aufhebung seiner Macht; er ist
durchs Kreuz von oben her „zu Tode gebracht”.
Wir
hoffen, daß die vorliegenden Bibelstudien Euch zum Segen
geworden sind und unser HERR Jesus Christus Euch damit in
Seiner Liebe neu begegnet ist und berührt hat, so wie
auch wir von Ihm berührt worden sind.
Gleichzeitig bitten wir Euch aber auch, selbst in der Schrift
nachzuforschen, ob es sich so verhält (Apg 17. 11).
Gottes Wort ist so voll unerschöpflichen Reichtums,
daß wir ganz bestimmt nicht auf Vollständigkeit und
Fehlerlosigkeit dieses Bibelstudiums bestehen. Denn allein in
Christus sind alle Schätze der Weisheit und der
Erkenntnis verborgen (Kol 2. 3).
Wir wünschen uns, daß sich dieser Reichtum in Eurem
Leben entfaltet und Ihr so nicht nur zu Schatzsuchern, sondern
zu Schatzhebern werdet.
Wenn Ihr aus diesen Bibelstudien etwas empfangen habt und sie
an Geschwister weitergeben wollt, die ebenfalls „Hunger”
danach haben, so bitten wir Euch, das sehr
verantwortungsbewußt und mit göttlicher Liebe und
Weisheit zu tun. Benutzt diese Bibelstudien nicht, um einen
„Krieg” zu entfachen, Geschwister zu verwirren und zu trennen.
Bitte bedenkt, daß unser HERR voller Gnade und Sanftmut
mit Jedem von uns Seinen eigenen Weg geht und ER aussucht,
wann wir welcher „Nahrung” bedürfen. Wir möchten auf
Johannes 10. 8 hinweisen: Jesus sagte: „Alle, die Mir
zuvorkommen wollten, sind Diebe und Wegelagerer; die Schafe
jedoch hörten nicht auf sie.” Werden wir zu solchen, dann
haben wir die Liebe verlassen, die wir unseren Brüdern
und Schwestern schuldig sind. Hört also bitte auf das
Reden unseres HERRN Jesus Christus und gebt diese Bibelstudien
weiter, wenn ER Selbst dafür eine Tür aufgetan hat.
Bitte beachtet dabei die folgenden drei Dinge:
1. Gebt diese Studien kostenlos weiter, auf welchem Wege auch
immer Ihr wollt, aber nehmt nichts als Gegenleistung
dafür (Mt 10. 8 - 9).
2. Bitte gebt diese Studien unverändert und vor allem
vollständig weiter. Einzelne Bruchteile könnten
durchaus, da sie aus dem Zusammenhang herausgenommen worden
sind, mißverstanden werden. Solche
Mißverständnisse können Schaden anrichten.
3. Diese Studien dürfen nicht in irgendwelchem
Zusammenhang mit kommerzieller oder sonstiger Werbung
veröffentlicht werden.
Diese Schrift ist am 23. 06. 2011 zuletzt bearbeitet
worden.

| Titel |
Anmerkungen |
Download | << Die Zehntenlüge |
Arm
und Reich > |
Download
Möchte jemand
schreiben?| Startseite | Warum? |
Schriften | Linkliste | Impressum |