Mann und Frau: Zuordnung der
Häupter
Mann
und Frau: Zuordnung der Häupter
In
dem nachfolgenden Aufsatz soll die Beziehung zwischen Mann und
Frau
betrachtet und ein wenig vertieft werden. Das große Bild des
Neuen
Testamentes ist die Gleichsetzung der Beziehung zwischen dem
Mann und
der Frau mit der des Christus und Seiner Gemeinde, Seiner
Herausgerufenen (ekklesia), wie sie Paulus in Epheser 5
niedergelegt hat. Es ist tragisch, daß wir so wenig über diese
Dinge wissen und, so erscheint mir, oft auch wenig darüber
wissen
wollen. Gerade in der Männerwelt sind die hier beschriebenen
Zusammenhänge kaum wirklich bekannt. Immer wieder wählte man den
vermeintlich einfachen Weg der Unterdrückung, Ausbeutung und
Niederwerfung der Frau. Daß der Mann die Frau so zu lieben
hat,
wie der Christus die Gemeinde liebte, der Sich für sie bis in
den
Tod dahingegeben hatte, davon wissen wir kaum etwas; wir
überlesen es, nicken es ab und gehen möglichst rasch zur
Tagesordnung über. Viel eher hören wir davon, daß die Frau sich
dem Mann unterzuordnen und dem Mann zu gehorchen habe. Davon
sprechen
wir gerade in unseren „frommen”, „erwecklichen” oder, wie wir
uns oftmals gerne bezeichnen, auch „bibeltreuen” Kreisen, zur
Genüge. Das ist oftmals aber auch schon alles, was wir dazu zu
sagen
wissen. Dem fügen wir dann einige zumeist dem Zusammenhang
entrissene Schriftstellen hinzu, weil sie das von uns Gesagte zu
unterstreichen scheinen, nicht merkend, wie sehr wir damit das
anderslautende Extrem befördern. So ist gerade dieser Satz und
vor
allem die darin enthaltene Forderung nicht nur
einseitig,
sondern auch irreführend und darum falsch. Wer einen andern
liebt,
der muß dessen Liebe erst gewinnen. Dieses Gewinnen geschieht
auf
dem Weg der Selbsthingabe an den Gegenüber, den man liebt. Liebe
ist
stets Darstellung dieser Hingabe; nie läßt sie sich
einfordern.
Wer fordert, fordert etwas für sich, will etwas haben. Hingabe
ist
das Gegenteil jeden Forderns. Am Beginn einer jeden Forderung
stehen
also Egoismus und Habgier. Wer etwas für sich einfordert,
beweist
damit geradezu, daß er nicht in der Liebe ist, denn die Liebe
gibt; nie sucht sie das
Ihre
(Jo 3. 16, 1Kor 13. 5). Darum wollen wir uns hier
besonders mit
diesen Dingen beschäftigen. In dem Zusammenhang soll uns
interessieren, was Hauptsein eigentlich bedeutet und
welche
Bedingungen nach dem Willen Gottes an dieses Hauptsein geknüpft
sind.
Bevor
wir die Rolle des Mannes als Haupt
der Frau
betrachten,
wollen wir auf die uns die von Gott gesetzte Ordnung, die wir in
der
Überschrift als „Zuordnung
der
Häupter”
bezeichnet haben, besonders eingehen. Denn die im Nachfolgenden
geschilderte Verantwortung des Mannes, seiner Frau ein Haupt zu
sein,
kann nur wahrgenommen werden innerhalb
dieser Ordnung. Beachten wir dies nicht, dann verkommt alles
Hinweisen auf diese Verantwortlichkeit zu einem unbarmherzigen
Gesetz, daß niemand zu erfüllen jemals in der Lage sein wird.
Gerade hier gilt, daß jeder Mensch – und sogar der Christus
Selbst
– nur in der
Abhängigkeit von dem ihm zugeordneten Haupt
das darstellen kann, was ihm von Gott verordnet ist. Auch und
besonders hierin erkennen wir das Wesen der Gnade Gottes.
Deshalb
gibt es jene Ordnung, die wir hier als die Zuordnung der Häupter
benennen wollen:
Ich will euch aber noch zu wissen geben, daß eines
jeden Mannes Haupt der Christus ist, das Haupt der
Frau aber ist der Mann, und das Haupt des Christus ist
Gott.
1Kor 11. 3
|
Paulus beginnt seinen Satz mit der
Feststellung, daß der Christus eines jeden Mannes Haupt ist. Dies erscheint uns wie
ein erster Schlag ins Gesicht der uns heute umgebenden
allgemeinen Forderung nach Unabhängigkeit, Selbstbehauptung und
vermeintlicher „Freiheit”, die man damit gemeinhin verbindet –
gerade auf dem Gebiet sogenannter „Männlichkeit”. Der Apostel
erteilt uns hier jedoch keine Schläge, wie viele dies vielleicht
empfinden mögen, sondern erklärt uns Gottes gute, bewahrende und
den Frieden fördernde Ordnung. Innerhalb dieser Ordnung, die
auch für den Mann einen Schutz bedeutet und ihm damit ein
Geborgensein in Gott schenkt, wird dann also auch ein gesegnetes
Leben in Ehe, Familie und darum auch in der Gesellschaft möglich
sein. Ein jeder Mann
hat ein Haupt, das ihm gesetzt ist, sagt Paulus uns hier
– den Christus. Hierbei wollen wir jedoch beachten, daß das
griechische Wort für den Mann, aner,
im Neuen Testament meist – nur wenige Stellen sind ausgenommen –
im Bezug auf die Ehe
verwendet wird. (Das griechische Wort gunê bezeichnet dementsprechend nicht die Ledige,
sondern die Ehefrau.) So ist es auch hier. Paulus spricht ja
über die Beziehung zwischen
Mann und Frau; er redet nicht über „männlich und weiblich”,
sondern er redet über die Ehe.
Die hier genannte Ordnung ist nicht einfach nur geschlechts-,
sondern ehebedingt; somit stellt sie eine andere Ordnung dar als
die, in der die Unverheirateten zu leben haben! Wer also nicht
verheiratet ist, der ist in dem Sinne frei, daß er nur dem
Christus untergeordnet ist. Hier gilt tatsächlich:
Da gibt
es nämlich weder Juden noch Griechen, weder Sklaven
noch Freie, weder männlich und weiblich, sondern ihr
seid allesamt Einer in Christus Jesus.
Ga 3. 28
|
Die
Unverheiratete
– das dafür verwendete Wort agamon (ledig,
ehelos,
nicht in der Ehe, „nicht in gamos” stehend, vgl. 1Kor 7. 8,
11,
32, 34) bezeichnet
nicht ein
Geschlecht, sondern einen Stand – hat somit kein Haupt über
sich
als nur den Christus. Sie bekommt erst dann einen Mann zum
Haupt,
wenn sie heiratet - nicht von Menschen, sondern von
Gott her.
Solange sie
nicht heiratet, ist sie demnach genauso frei vor Gott wie der
unverheiratete Mann. Eine unverheiratete Frau einfach nur
deshalb
einem (männlichen) „Haupt” unterordnen zu wollen, weil
sie eine Frau, also weiblich ist,
außer auf dem Weg einer Heirat, ist daher nicht nur
willkürlich,
sondern auch schlicht falsch und irreführend und widerspricht
damit
den Ordnungen Gottes. Dennoch finden wir, besonders in
diversen
Freikirchen, diesen Unsinn immer wieder vor.
Nach
diesem kurzen Ausflug in die, so wollen wir sie hier einmal
nennen,
Ordnung der Ledigen kommen wir nun zu den Aussagen
zurück,
die Paulus über die Ehe macht. Ganz ähnliche
Unterscheidungen finden wir etwa auch in 1. Korinther 7. 1ff.
vor, wo
der Apostel verschiedene Ordnungen (Verheiratete, Ledige und
Paare
mit nur einem gläubigen Teil) benennt und unterschiedlich
anspricht.
Der Satz, nach dem der Christus das Haupt eines jeden
Mannes
ist, kommt bei ihm noch vor derjenigen, daß der Mann der
Frau als Haupt verordnet worden ist. Doch auch der
Christus hat
ein Hapt über sich: es ist Gott, der Vater, von dem Er
abhängig ist
und ohne den er nichts tun kann. Dies bedeutet, daß der Mann
seine
Stellung gegenüber seiner Frau nur dann wahrnehmen
kann, wenn
seine Beziehung zu dem ihm gesetzten Haupt, dem Christus,
intakt ist, und er somit herausgekommen ist aus jeglicher Form
sogenannter „Freiheit” – der Unabhängigkeit von Gott.
Nur in solcher Abhängigkeit, die ihr Vorbild findet in der
Abhängigkeit Jesu vom Vater, ist er auch in der Lage,
Haupt
der Frau zu sein. Aber dann ist er es auch.
Dieser
letzte Satz darf jedoch nicht falsch oder oberflächlich
verstanden
werden, ist diese Fähigkeit des Mannes doch keine statische,
in dem
Mann selbst ruhende, oder als habe er sie sich einmal und für
alle
Zeiten „erworben”, bei Gott „abgeholt” und dergleichen. Nein
– sie will immerfort neu erworben sein. Denn die Beziehung zum
Herrn Jesus, dem Haupt des Mannes, ist auch keine, die man einmal
eingehen und dann für alle Zeiten ruhen lassen könne. Sie ist,
will
es eine wirkliche, lebendige Beziehung bleiben, beständig
aufrechtzuerhalten, wollen wir erleben, daß
Seine Last leicht, und Sein Joch sanft ist –
das Joch
nämlich, das
Er
uns auferlegt
(Mt 11.
29 - 30).
Paulus
beschließt seinen Satz mit der Feststellung, daß Gott das
Haupt des
Christus ist. Hierin
wurzeln
beide zuvorigen Aussagen, sowohl die, daß der Christus Haupt
des Mannes, als auch, daß dieser Haupt der Frau ist.
Auch der Christus kennt kein Wirken aus Sich Selbst heraus;
wäre es
doch so, hätten all diese Aussagen keinen Sinn und würden, wie
oben
angedeutet, in ein unerfüllbares und unbarmherziges Gesetz münden. Wir erkennen schnell, daß Jesus Selbst
nichts aus Sich Selbst heraus tun konnte. Die Grundvoraussetzung Seines
Wirkens war stets
der Ihm geoffenbarte Wille des Vaters. Seine
Aussage war:
|
„Mein Vater wirkt bis jetzt; daher wirke auch Ich...
Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Der Sohn kann
nichts von Sich Selbst aus tun, außer dem, was Er den
Vater tun sieht; denn was auch immer derselbe
tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. Denn
der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles,
was Er tut.”
Jo 5.
17, 19 - 20
|
Der
Hauptinhalt dieser Aussage
ist der, daß Jesus, obwohl Er Selbst Gott war, nichts
aus
Sich Selber tun konnte. Auch Er benötigte ein Haupt – Sein
Haupt, das Ihm zugeordnet war – Gott, den Vater Selbst. Dieses
Haupt ist zugeordnet als Gott über Ihn. Das Wort Gott
lautet
im Griechischen theos und bedeutet Platzanweiser.
Diesem entspricht das hebräische Elohim; hinzu
kommen
noch die Bedeutungen Unterordner und
Schiedsrichter.
Der Vater hat also Ihn, den Sohn, Sich untergeordnet, und Ihm
darin den Platz zugewiesen, der Ihm in Seinen Augen zusteht.
Deshalb bezeichnete Jesus Gott sowohl als Seinen Vater als auch
als
Seinen Gott (Jo 20. 17). Denn Er, der Sohn, der aus der
Herrlichkeit gekommen war, hatte ja eben diese Herrlichkeit
verlassen, mit der Er umgeben war. Somit erachtete Er es
nicht als
ein Rauben, Gott gleich zu sein (Phil 2. 6), und kam auf
die Erde
in Knechtsgestalt – gleich einem gewöhnlichen Menschen, der aus
sich selbst heraus nicht in der Lage wäre, die Werke Gottes
hervorzubringen. So war Er ganz auf die Gnade Gottes
angewiesen:
auf die Gnade und Führung des Gottes, der Ihn gesandt hatte. Er
war
also vollkommen abhängig von Gott, dem Vater, Seinem Haupt.
In
genau derselben Weise nun gilt dies für alle, die nach Ihm
kommen,
und somit Ihm untergeordnet sind: Ein Jeglicher
ist völlig abhängig von dem ihm übergeordneten Haupt und somit
von
dem, was er dieses sein Haupt aktuell tun
sieht.
So, wie Jesus, der Christus, abhängig ist von seinem
Haupt
(Gott, dem Vater), so ist gleichermaßen der Mann einer Frau
vollkommen abhängig von dem ihm übergeordneten Haupt,
nämlich dem Christus. Und so, wie dieser völlig abhängig ist von
dem ihm übergeordneten Haupt (Jesus, dem Christus), so
ist
die Ehefrau gleichermaßen vollkommen abhängig von dem ihr
übergeordneten Haupt, nämlich dem Mann. Keiner von all denen,
die
nach Gott, dem Vater, genannt werden, kann etwas aus sich selber
tun,
sondern muß in geistlicher Weise sehen, was das
ihm
oder ihr zugeordnete Haupt tut, um genau dieses selbe mit
dem
betreffenden Haupt zusammen vollbringen zu können. Wäre in
dieser Kette auch nur ein Glied nicht in der Weise
wirksam,
wie es sein sollte, so fiele die gesamte Ordnung in sich
zusammen;
sie würde zur Farce, schlimmstenfalls zur Tyrannei. Die vielen
zerbrochenen Ehe- und Familienbeziehungen unserer Tage bezeugen
diesen Zusammenbruch vielfach und in bedrückender Weise. Wenn
Christus nicht in beständiger Abhängigkeit und im
vertrauenden Gehorsam gegenüber Seinem Haupt, dem Vater,
geblieben wäre, hätte die Erlösung nicht vollbracht werden
können
– die geamte Ordnung wäre somit von vornherein hinfällig
geworden; nie hätte sie errichtet und von Gott in Kraft gesetzt
werden können. Ist der Mann nicht gleichermaßen auf sein
Haupt, auf den Christus ausgerichtet, kann er nicht in
der
Lage sein, seiner Frau als Haupt zu dienen, da er, gleich
dem ihm
zugeordneten Haupt, nichts aus sich selber tun kann. Die
Frau nun
als „letzte” in dieser Kette – auf die also alles hinzielt
– kann nicht so handeln, wie sie sollte, da das ihr
zugeordnete Haupt, ihr Mann, nicht wirksam wäre ohne gesunde
Beziehung zu dem wiederum ihm Zugeordneten. Wenn Frauen
aus
Beziehungen ausbrechen, sollten deren Männer sich die
entsprechenden
Fragen stellen. Denn es gilt, wie wir oben sahen, ganz besonders
hier: Niemand kann etwas aus sich selber tun.
Die Frau, die dem Mann Übergebene
Jesus betet zum Vater in Bezug auf Seine
Jünger:
„Ich habe Deinen Namen den Menschen offenbart, die Du
Mir aus der Welt gegeben hast.”
Jo 17. 6
|
Dieser kurze Auszug aus dem Hohepriesterlichen Gebet ist sehr
bedeutsam. Denn wir werden im nächsten Kapitel noch sehen, daß
all das, was in Bezug auf die von Christus erlöste Schar, die
Gemeinde als Seinem Leib gilt, ebenso in Bezug auf Ehemann und
Ehefrau angewendet werden muß. Jesus sagt hier dem Vater, daß
dieser die Seinen Ihm gegeben
habe. Er hat sie also Sich nicht selbst nehmen können. Ebenso,
wie die Gemeinde dem Christus, ist die Frau die dem Mann von
Gott Übergebene –
als einem äußerst kostbaren Schatz, der diesem anvertraut wurde. Denn,
gleichwie der Christus sich Seine Gemeinde nicht Selbst nehmen
konnte, so kann auch der Mann sich die Seine nicht nach
Gutdünken selbst aussuchen – um sich zu nehmen, wonach er begehrt.
So trauen sich die beiden – Mann und Frau – einander nicht
selbst an, wiewohl der Schritt in die Ehe hinein durchaus auch
ein Akt gegenseitigen Anvertrauens ist, sondern sie werden einander anvertraut.
Der, der sie aber einander anvertraut, ist nicht etwa ein
anderer Mensch, sondern Gott Selber. Dieses Anvertrauen kommt heute noch
in dem alten Wort Trauung
zum Ausdruck.
Mann und Frau - Abbild des Christus und Seiner
Gemeinde
als der von Ihm Herausgerufenen
|
22 Die
Frauen sollen sich ihren eigenen Männern unterordnen,
als gälte es dem Herrn; 23 denn
der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das
Haupt der herausgerufenen Gemeinde ist.
Überdies ist Er auch der Retter Seiner Körperschaft
(wörtlich: des
Körpers). 24 Doch wie sich
die herausgerufenen Gemeinde Christus unterordnet, so
seien auch die Frauen in allem ihren Männern untertan.
25 Ihr
Männer, liebt eure Frauen, so wie auch der Christus
die herausgerufene Gemeinde liebt und Sich Selbst
für sie dahingegeben hat, 26 um sie zu
heiligen; sie reinigend durch das Wasserbad in einem
Ausspruch Seines Mundes, 27 damit
Er für Sich Selbst die herausgerufene Gemeinde
darstelle, so daß sie keinerlei Flecken, Runzel oder
irgend etwas solcher Art habe, sondern heilig und
makellos sei.
28 Ebenso
schulden es die Männer ihren Frauen, sie wie ihre
eigenen Körper zu lieben. Wer seine Frau liebt,
der liebt sich selbst. 29 Denn
niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehaßt,
sondern jeder ernährt es und hegt es, so wie auch
Christus die herausgerufenen Gemeinde; 30 denn wir sind
Glieder Seiner Körperschaft (wörtlich: Seines Körpers). 31 Deshalb
wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich
seiner Frau anschließen, und die zwei werden wie EIN
FLEISCH sein (siehe 1Mo 2. 21 - 24).
32 Dieses
Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und
die herausgerufene Gemeinde. 33 Indessen auch
ihr (einzeln gesehen): jeder soll seine Frau so wie
sich selbst lieben, die Frau aber, daß sie vor dem
Mann Ehrfurcht habe.
Eph 5. 22 - 33
|
Der Schlüssel zum Verständnis des
vorliegenden Textes, von dem wir hier ausgehen wollen, und den
wir bei den folgenden Erörterungen immer „in Hinterkopf”
behalten sollten, liegt in dem Wort „wie auch Christus”. All das, was die Beziehung
des Christus mit Seiner Gemeinde ausmacht, kennzeichnet daher
auch das Verhältnis des Mannes zu seiner Frau, und umgekehrt.
Diesbezüglich finden wir in unserem Wort aus dem Epheserbrief
die folgenden Aussagen vor:
Erstens: Der Mann ist das
Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist. In
der Tatsache, daß Christus der Retter der Gemeinde ist,
ist daher enthalten, daß auch der Mann gegenbildlich der Retter
(grie. sotér,
eigentlich Rett-Hüter) der Frau ist – als seinem Körper, da auch
die Gemeinde der Körper des Christus ist. Im Gleichnis errettet
er, nimmt also die Frau aus der übrigen Welt heraus, und hütet
und bewahrt diese seine Frau in der Folge vor dieser, wie
auch der Christus die Gemeinde errettet hat und sie bei Sich
Selbst bewahrt und beschützt – sie also umgibt. Der Mann ist der
Frau also ganz klar zu ihrem
Schutz und zu ihrem Halt gesetzt. Der Aspekt, beim Mann
als ihrem Haupt in jeder
Beziehung Sicherheit und Geborgenheit vorzufinden und
diese Geborgenheit auch vermittelt zu bekommen, ist daher für
die Frau ein ganz wesentlicher. Allein daraus kann nur
die Unterordnung der Frau unter ihren Mann erfolgen – in allem,
wie sie geboten ist (Verse 22 - 24).
Zweitens: Die Männer sollen ihre Frauen in
der gleichen Weise lieben, wie auch der Christus die Gemeinde
liebt. Dies ein überaus wichtiger Schlüsselvers. Hier
ist gesondert anzumerken, daß dieser Auftrag an den Mann, nicht aber an die Frau
ergeht. Die Anweisung, wie der Christus zu lieben –
als das der Gemeinde gesetzte Haupt
–, kann nur der nachkommen, der
der Frau zum Haupt
gesetzt ist – dem Abbild der herausgerufenen Gemeinde. Im
Griechischen steht hier für „lieben” das Wort agapao, das für die
selbstlose Liebe gebraucht wird, mit der auch Gott liebt. Der
Mann soll sich selbst aufgeben
und sein Gegenüber hingebend lieben, wie auch der
Christus Sich Selbst gab, um Seine Frau, die Gemeinde, für Sich
Selbst zu erwerben und sie in der Tat lieb gewann. Denn als wir Ihn noch nicht
kannten, liebte Er uns schon. Diese Liebe drückte sich
darin aus, daß Er Sein Leben
für uns hingab:
|
Denn, als wir
noch schwach waren, gemäß der jetzigen
Frist, starb Christus für die Unfrommen. – Für einen Gerechten wird nämlich
kaum jeman sterben; doch für die gute Sache
würde jemand vielleicht noch zu sterben wagen. – Gott
aber hebt uns gegenüber Seine Liebe dadurch
hervor, daß Christus für uns starb, als wir noch
Sünder waren.
Rö 5. 6 - 8
|
Denn das, was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt (1Kor
1. 27). Auch darin erkennen wir ein Gleichnis: Gegenbildlich
soll der Mann nun seine Frau –
als das schwächere Gefäß (1Ptr
3. 7) - zu erwerben suchen in Heiligung und Ehrbarkeit (1Thes
4. 4).
Denn
die Liebe Jesu, unseres Hauptes, erging ja auch, lange bevor wir, die von Ihm
auserwählte Braut, diese hätten Ihm gegenüber auch nur irgendwie
ausdrücken können. In der gleichen Weise nun sind die
Männer gehalten, ihre Frauen zu lieben. Die Liebe des Mannes
kann daher nur eine der Frau
zuvorkommende sein –
nie ist sie Reaktion,
sondern sie kommt immer zuerst. Denn ebenso, wie es uns
nicht möglich war, Jesus zu lieben, bevor wir nicht Seine Liebe empfangen
hatten, so ist es gleichermaßen auch der Frau nicht möglich,
ihren Mann zu lieben, wenn dieser nicht zuvor geliebt und dieser
seiner Liebe auch Ausdruck verliehen hat. Das hier angesprochene, vom Haupt
ausgehende Lieben (agapao) ist also immer die Liebe dessen,
der zuerst geliebt hat. Darin spiegelt sich auch die
Wahrheit des Johanneswortes wider:
|
Lasset
uns lieben, denn Er hat uns zuerst geliebt.
1Jo 4. 19
|
In derselben Weise will, wie oben angedeutet,
die Frau stetig lieb gewonnen,
will erworben
werden. Deshalb hatte Paulus in seinem ersten Brief an die
Thessalonicher zu den Brüdern ja davon gesprochen, daß...
|
...ein
jeglicher von euch wisse, sein eigenes Gefäß zu
erwerben
in Heiligung und Ehrbarkeit, nicht in
leidenschaftlicher Begierde, gleichwie die Nationen,
die nicht mit Gott vertraut sind.
1Thes 4. 4 - 5
|
Die Liebe des Mannes ist also immer eine
vorausgehende, die Initiative ergreifende Liebe; die Liebe der
Frau kann nur Erwiderung sein, die die zuvor ergangene
Liebe ihres Mannes voraussetzt (Eph 5. 25).
Die Tatsache nun, daß der Christus zuvor alles
aufgab, was Er hatte, um Seine Frau, die Gemeinde, Sich zum
Eigentum zu erwerben, geht auch aus dem Himmelreichsgleichnis von der
wertvollen Perle hervor. Dort heißt es:
|
Wieder
ist das Königreich der Himmel einem Menschen gleich,
einem Händler, der edle Perlen sucht. Als er aber eine wertvolle Perle findet,
geht er hin, veräußert alles, was er hatte, und
kauft sie.
Mt 13. 45 - 46
|
Wie jener Kaufmann, der edle Perlen suchte,
dabei eine wertvolle Perle fand, und nun hinging, und alles veräußerte, was er hatte,
um sie zu kaufen, so verließ auch Jesus, der Christus,
all die Herrlichkeit, die Er bei dem Vater hatte, wurde Mensch und gab alles hin, was Er hatte
– bis hin zum Tode am Kreuz – um nun mit seinem Leben als
Lösegeld Sich Seine Braut, die Gemeinde, zum ewigen Eigentum zu
erwerben und sie Sich Selbst als herrlich darzustellen.
Er Selbst macht diese Braut somit zu Seiner eigenen, nunmehrigen
Herrlichkeit, nachdem Er die Vorige verlassen und
aufgegeben hatte. Diese Wirklichkeit des Entledigens der eigenen
Herrlichkeit finden wir vor in dem Wort des Philipperbriefes, in
dem es heißt, daß Er Sich
Selbst entäußerte (Phil 2. 7). Im Gegenbild dazu
entäußert sich auch der
Mann seines ganzen früheren Lebens, um nun die Frau, die er gefunden hat, zu seiner
Herrlichkeit zu machen: Die Frau ist jetzt die Herrlichkeit des
Mannes geworden (1Kor 11. 8).
Dies hat also zum Inhalt, daß der Mann aus
all dem herausgehen wird, was er hatte, und nun all das Seine –
seine Herrlichkeit als sein
Eigenes, das ihn umgab – darangeben muß, um die eine Perle, „seinen Schatz”
für sich selbst zu erwerben und nun diese zu seiner ihn
umgebenden Herrlichkeit zu machen. Dieses Erwerben der Braut wurde im
Orient überaus deutlich daran ersichtlich, daß für sie seitens
des Mannes an die Familie seiner Erwählten ein Brautpreis zu zahlen war.
Dies ist jedoch oft genug in der Weise pervertiert worden, daß
diese Gabe nun zur Rechtfertigung dafür dienen sollte, daß der
Mann über seinen erworbenen „Besitz” verfügen konnte, ganz wie
es ihm beliebte – schließlich hatte er ja dafür „bezahlt” – ,
nun in despotischer Weise über seine Frau herrschte und sie sich
gefügig zu machen gedachte. Wie anders ist dies doch bei Gott!
Denn hierbei ist zu beachten, daß
der Christus Selbst der
Brautpreis war, mit dem Er die Gemeinde, Seine Braut, Sich zum
Eigentum erlöst hat. An dieser Stelle soll dieses Geschehen ganz
bewußt nicht mit „erkauft”, sondern mit „erlöst” beschrieben
werden, weil der Herr in der Tat Sein eigenes Leben, Seine Seele, als Lösegeld
dargeboten hat, um nun die Gemeinde aus der Welt
herauszulösen und für
Sich Selbst zu erwerben. Er machte Sich dabei Selbst zum
Lösegeld. Dies hat demnach ganz erhebliche Konsequenzen
für die Beziehung des Mannes zu seiner Frau, da, wie wir sahen,
all das, was für den Christus und die Gemeinde, nun auch im
Kleinen für den Mann und die Frau gilt. Denn wir haben ja mit Paulus
darüber zu reden, daß die Männer ihre Frauen lieben sollen,
wie auch der Christus Seine Gemeinde liebt, wovon die Ehe ein
Abbild ist. Jede Frau muß vom Mann demnach erworben werden, und
zwar mit der Aufgabe des eigenen, zuvorigen Lebens, wiewohl er
doch ihr Haupt ist. Denn auch hier gilt, Christus, unserem Haupt gemäß,
daß der Brautpreis des Mannes nur
er selbst sein kann. Dieser
Preis ergeht an die Braut – der Mann schenkt sich ihr selbst.
Dieses „Zahlen des Brautpreises” ist dabei eine beständige,
immer weiter fortdauernde Angelegenheit. Die Werbung (wir sprachen ja vom
er-werben) um die Frau und die liebende Hingabe an sie
hört ja nach der Hochzeit nicht auf, sondern beginnt dort gerade
erst. Auch an dieser Stelle erleben wir die Liebe und Hingebung
des Mannes als agierenden
Teil – sie ist stets von ihm ausgehend – während die Frau sich reagierend, also auf die
Liebe des Mannes erwidernd verhält. Die Frau ist stets rezeptiv.
Nur die Frau, die dies erleben darf, wird ihren Teil als der
erwidernde Partner ausleben können.
Wie
tief dieses Erwerben der Frau durch den Mann geht, wird
ersichtlich, wenn wir bedenken, daß der Christus für die, die
Er zu erwerben gedachte, Sein Leben am Kreuz dahingegeben hat.
Der Mann erwirbt in der Tat seine Frau mit seinem eigenen
Leben; er verliert es, d.h. er läßt es dahinten um
ihretwillen. Die Bedeutsamkeit dieser Aussage darf nicht
übergangen oder verwässert werden.
Ein anderes
Geheimnis, das sowohl die
Beziehung Jesu, des himmlischen Bräutigams, zu Seiner Braut,
die Gemeinde illustriert, als auch die des Ehemannes zu seiner
Frau, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.
Wir finden in den Gleichnissen ein dem der wertvollen Perle
verwandtes vor. Unmittelbar bevor
der Herr das Gleichnis von der wertvollen Perle anführt, die,
wie wir sahen, sowohl ein Gleichnis zur Gemeinde des Christus
als auch zur Ehefrau des Mannes darstellt, spricht Er nämlich
vom Schatz im Acker:
|
Das Königreich der Himmel ist
einem im Feld verborgenen Schatz gleich, den ein
Mensch findet, aber wieder verbirgt; und in seiner
Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und
kauft jenes Feld.
Mt 13. 44
|
Die Aussage dieses Gleichnisses ist
eine, die wir zumeist übersehen haben. Er, der menschgewordene Christus,
findet einen Schatz im Acker dieser Welt – das Bild dieser Erde – der
freilich den Blicken Anderer verborgen bleibt, und auch weterhin
verbrgen bleiben muß. Um an diesen Schatz zu kommen, erwirbt Er
nun den ganzen Acker - die Erde - nachdem Er den darin
gefundenen Schatz wieder
verborgen hat.
Er
erkauft also diese ganze Welt mit Seinem Blut, und erwirbt Sich
damit einen Schatz, der in dieser verborgen ist – Seine Gemeinde, Seinen Schatz.
Und ebenso nun, wie der Christus diesen Schatz, die Gemeinde als
Seine Braut, erworben hat, indem Er den ganzen umgebenden
Bereich, die sie umfassenden irdischen Lebensumstände kauft, in
dem diese enthalten, ja verborgen ist, so erwirbt sich auch der
Mann seine Frau, seinen
„Schatz”. Dies beinhaltet, daß er sie zunächst durchaus suchen muß, will er sie
finden – ist sie doch verborgen,
wie auch die Gemeinde (im Gegensatz zu manchen heute um sich
greifenden Lehraussagen) zunächst eine in dieser Welt
verborgene ist. Denn einen kostbaren Schatz, wie ihn eine von Gott geschenkte Ehefrau
darstellt, gibt es nicht an jeder Straßenecke; sie ist wahrlich
verborgen, und man muß sie suchen
– freilich nicht in Eigenregie, sondern nur im Gehorsam gegen
Gott, da sie sonst nicht zu finden sein wird, und wir somit auf
Abwege geraten. Denn auch der Christus hatte ja den Himmel nicht
aus sich selbst heraus verlassen, sondern handelte immer nur
gemäß der Führung Gottes, des Vaters. Hat der Mann seine
Zukünftige nun endlich gefunden, dann erwirbt er sie – mit allen sie umgebenden,
irdischen Lebensumständen – das ist die „Erde”, die er kaufen
muß, da sie seine Frau, seinen Schatz, umgibt. Und dieser
Schatz, die nun gefundene und erworbene Ehefrau, ist ihm so
kostbar, so wertvoll, daß er sie sofort wieder den Blicken
anderer entziehen wird, indem er sie wiederum selbst in der Erde, als Irdischem verbirgt
– als dem Schutz und dem
Unterhalt, den er ihr zu gewähren haben wird. Dies
findet unter anderem seinen Ausdruck auch darin, daß die Frau
den Namen des Mannes annimmt.
Drittens: Als die durch
ihren Mann Erworbene ist die Frau auch die Geheiligte des Mannes, wie
auch die Gemeinde die Geheiligte des Christus ist. Gleichwie der
Christus alles aufgab,
um das Eine für Sich Selbst aus der Welt herauszurufen und damit aus
dieser herauszulösen, so löst auch der Mann seine Frau aus der
übrigen Welt heraus und erwirbt
sie für sich allein, was den Inhalt des Wortes
„heiligen” ausmacht. Dieses Heiligen geschieht in dem
Ausspruch des Mundes (Eph 5. 26). Wie der Christus Seine
Braut aus der Welt herausruft, indem Er Sein Wort an sie ergehen
läßt, so ruft auch der Mann seine Frau aus der übrigen Welt
heraus – mit der zunächst an sie ergehenden Werbung, seine Frau zu
werden. Der Mann heiligt seine Frau dann in der gleichen Weise,
wie auch der Christus Seine Gemeinde heiligt, nämlich mit seinem
Mund – beginnend mit
seinem Eheversprechen,
das die Braut, als der empfangende Teil, nun erwidert. Dies
findet in der Ehe seine beständige Fortsetzung. Deshalb ist auch
das Kommunizieren, d. h. das Miteinander – Reden, das vom Mann ausgehen muß,
in der gemeinsamen Ehe so überaus wichtig und entspricht der
göttlichen Ordnung des Heiligens
der Frau durch den Ehemann, wie ja auch der Christus Seine Gemeinde
durch den Ausspruch Seines
Mundes heiligt (Vers 26). Durch dieses Reden wird Wertschätzung ausgedrückt, die Frau wird dabei in ihrer
Bedeutsamkeit bestätigt, hochgehoben und geehrt, wie
auch der Christus Seine Herausgerufene für Sich Selbst rein
erhält und sie Sich als herrlich darstellt...
...so daß sie keinerlei Flecken, Runzel oder irgend
etwas solcher Art habe, sondern heilig und makellos
sei.
Eph 5. 27
|
Dieser Ausspruch des Mundes, das von dem Christus ausgehende
Wort, wird hier mit einem reinigenden Wasserbad verglichen.
Bekanntlich spricht auch der Volksmund von einem „Redeschwall”.
Ehen, in denen es der Mann zunehmend versäumt, sich seiner Frau
mitzuteilen, werden instabil, da die einzige heiligende,
hier also auch bewahrende, Komponente zu kurz kommt – das Reden
seines Mundes, wodurch ja, wie wir sahen, die Frau fortlaufend geheiligt wird.
Auch hierin finden wir also wieder die Wahrheit vor, daß der
Mann agiert, und die Frau reagiert, wie dies weiter oben bereits
angedeutet wurde. Denn der
Mann ist der Herausrufende, wie auch der Christus der die
Gemeinde Herausrufende ist. In diesem Sinne ist die
Frau die Herausgerufene
(ekklesía) des Mannes, wie auch die Gemeinde die Herausgerufene (ekklesía) des
Christus ist, und damit die durch ihn, durch sein Wort
Geheiligte (Eph 5. 25 - 27).
Aber es ist
auch noch ein anderer Aspekt des Heiligens wichtig. Oben haben
wir gesehen, daß der Christus Sich Seine Gemeinde, Seine Braut
heiligte, und gegenbildlich auch der Mann seine Ehefrau. Aber
der Christus heiligte nicht nur Seine Gemeinde für Sich, sondern
Er heiligte auch Sich Selbst
für Seine Gemeinde, wie Johannes wiedergibt:
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Für
sie heilige Ich Mich, damit auch sie in Wahrheit
Geheiligte seien.
Jo 17. 19
|
Nach der
Prämisse (die wir ja immer in Hintergrund behalten wollen), daß
die Liebe des Christus zur Gemeinde, die Seine Braut ist, ihre
Abbildung findet in der Beziehung des Mannes zu seiner Frau,
bedeutet dies also, daß der Mann nicht nur seine Ehefrau für sich heiligt – durch die
Rede des Mundes, wie wir sahen –, sondern daß er sich auch selbst für sie
heiligt. Er steht also ihr
allein zur Verfügung, denn das ist ja, wie wir sahen,
die Quintessenz des Wortes „heiligen”; wenn sie ihn braucht, ist er
einfach da.
Das Heiligen
des Mannes für seine Frau beginnt jedoch nicht erst in, sondern
bereits lange vor der
Ehe. Gleichwie der Christus, wie wir oben sahen, Sich Selbst für
Seine Braut, die Gemeinde, heiligte, indem Er Sich für sie
hingab und sogar Sein Blut für sie vergoß, damit es einmal zu
der großen Vereinigung beider, der Hochzeit des Lammes kommen
könnte, so gibt sich auch der Mann seiner Zukünftigen bereits vor
der Hochzeit hin und hält sich allein für sie bereit. Fortan
wird er sich auf dieser Ebene rein halten; er signalisiert
damit, daß er nur für sie geschaffen ist, und für niemanden
sonst.
Viertens:
Ebenso, wie die Gemeinde den Körper des Christus darstellt, ist
die Frau der Körper des Mannes.
Und in der gleichen Weise, wie der Christus, unser Haupt, Seinen
Körper liebt, ist es dem Mann verordnet, seine Frau als seinen eigenen Körper zu
lieben. Hier wird das im Text enthaltene „wie”
ganz bewußt mit „als”
wiedergegeben, da es im Griechischen keine Unterscheidung
zwischen diesen gibt. Wer „wie” sagt, der meint auch „als”, und
umgekehrt; beides kommt aus einem und demselben Wort (hos). Die Frau ist
dem Mann als sein Körper
zugeordnet, wie er der Frau als
ihr Haupt zugeordnet ist. Die Frau ist also sein eigenes Fleisch,
wie auch die Gemeinde, das
Fleisch (den Leib) des Christus, als ihrem Haupt, darstellt.
Daraus resultiert die an den Mann ergehende Verordnung,
dieses sein Fleisch – seine Frau – zu nähren und zu hegen, wie
auch der Christus die Gemeinde, als Sein Fleich, ernährt und
hegt (Verse 28 - 30).
Verwendete Bibelübersetzungen und
Hilfsmittel
Wo nicht anders angegeben,
wurden für das Neue Testament, das Erste und Zweite Buch Mose,
die Psalmen, die Propheten Jesaja und Daniel die folgenden
Ausgaben der Konkordanten
Übersetzung verwendet:
Konkordantes Neues
Testament mit Stichwortkonkordanz
6. Auflage 1995, Alle Rechte vorbehalten
Konkordantes Altes
Testament, Das Erste und Zweite Buch Mose
2. erw. Auflage
Konkordantes Altes
Testament, Die Psalmen
1. Auflage 1994
Konkordantes Altes
Testament, Jesaja
Studienheft mit transliterierten göttlichen Titeln
3. Auflage
Konkordantes Altes
Testament, Daniel
1. Auflage 1991
Konkordanter Verlag Pforzheim
Leipziger Str. 11
75217 Birkenfeld
An
allen anderen Stellen
wurden verwendet:
Elberfelder Übersetzung
(Unrevidierte Version)
„Die Heilige Schrift Aus dem Grundtext übersetzt”
73. Auflage 1993
Revidierte Elberfelder
Übersetzung
Verlag R.
Brockhaus, Wuppertal
Schlachter - Übersetzung
„Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments / Unter
Berücksichtigung der besten Übersetzungen / Nach dem Urtext
übersetzt von Franz Eugen Schlachter / Neu bearbeitet und
herausgegeben durch die GENFER BIBELGESELLSCHAFT, Genf, 1985”
Die Geschriebene des Alten
und des Neuen Bundes
Übersetzung von Fritz
Henning Baader, 3. (überarbeitete) Gesamtausgabe 1998
Copyright 1998 by F. H. Baader, 75328 Schömberg
Novum Testamentum Graece
Nestle - Aland, 26., neu bearbeitete Auflage 1979-1988
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten
Theologisches Wörterbuch
zum Neuen Testament
Hrsg. Gerhard Kittel u. a.
Verlag Kohlhammer, Stuttgart u. a., 1933-1969
Lieber Bruder, liebe Schwester!
Wir hoffen,
daß die vorliegenden Bibelstudien Euch zum Segen geworden
sind und unser HERR Jesus Christus Euch damit in Seiner
Liebe neu begegnet ist und berührt hat, so wie auch wir von
Ihm berührt worden sind.
Gleichzeitig
bitten wir Euch aber auch, selbst in der Schrift
nachzuforschen, ob es sich so verhält (Apg 17. 11). Gottes
Wort ist so voll unerschöpflichen Reichtums, daß wir ganz
bestimmt nicht auf Vollständigkeit und Fehlerlosigkeit
dieses Bibelstudiums bestehen. Denn allein in Christus
sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen
(Kol 2. 3).
Wir wünschen uns,
daß sich dieser Reichtum in Eurem Leben entfaltet und Ihr so
nicht nur zu Schatzsuchern, sondern zu Schatzhebern werdet.
Wenn Ihr aus
diesen Bibelstudien etwas empfangen habt und sie an
Geschwister weitergeben wollt, die ebenfalls „Hunger” danach
haben, so bitten wir Euch, das sehr
verantwortungsbewußt und mit göttlicher Liebe und Weisheit
zu tun. Benutzt diese Bibelstudien nicht, um einen „Krieg”
zu entfachen, Geschwister zu verwirren und zu trennen. Bitte
bedenkt, daß unser HERR voller Gnade und Sanftmut mit Jedem
von uns Seinen eigenen Weg geht und ER aussucht, wann wir
welcher „Nahrung” bedürfen. Wir möchten auf Johannes 10. 8
hinweisen: Jesus sagte: „Alle, die Mir zuvorkommen
wollten, sind Diebe und Wegelagerer; die Schafe jedoch
hörten nicht auf sie.” Werden wir zu solchen, dann
haben wir die Liebe verlassen, die wir unseren Brüdern und
Schwestern schuldig sind. Hört also bitte auf das Reden
unseres HERRN Jesus Christus und gebt diese Bibelstudien
weiter, wenn ER Selbst dafür eine Tür aufgetan hat.
Bitte beachtet
dabei die folgenden drei Dinge:
1. Gebt diese
Studien kostenlos weiter, auf welchem Wege auch immer Ihr
wollt, aber nehmt nichts als Gegenleistung dafür (Mt 10. 8 -
9).
2. Bitte gebt
diese Studien unverändert und vor allem vollständig weiter.
Einzelne Bruchteile könnten durchaus, da sie aus dem
Zusammenhang herausgenommen worden sind, mißverstanden
werden. Solche Mißverständnisse können Schaden anrichten.
3. Diese Studien
dürfen nicht in irgendwelchem Zusammenhang mit kommerzieller
oder sonstiger Werbung veröffentlicht werden.
Diese Schrift ist am 18.
07. 2011 zuletzt bearbeitet worden.

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