Menschen der Unmittelbarkeit


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Gedanken über mittelbare und unmittelbare Beziehungen zu Gott und untereinander


Nachstehend haben wir einige einfache Grafiken erstellt, die die verschiedenen Formen unserer Versammlungen und Beziehungen zu Gott und untereinander erklären sollen. Es folgen einige Buchauszüge - Leseproben - zu diesem Thema.

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Hierarchie

Abb. 1 Hierarchie  Das nebenstehende Bild soll, stark vereinfacht, eine hierarchische Ordnung versinnbildlichen, wie sie wohl in den meisten Gemeinde- und Kirchenstrukturen anzufinden sein wird. Die Sonne ist oben, am Himmel; sie symbolisiert Christus als die „Sonne der Gerechtigkeit”, die über allen scheint (Ps 84. 12, Mal 3. 20). Er sagte ja: „Ich bin das Licht der Welt. Wer Mir nachfolgt, wird keineswegs in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben(Jo 8. 12). So stehen die anderen Farbpunkte für die verschiedenen Kinder Gottes, die in die Richtung der Sonne unterwegs sind. Wenn wir jedoch genau hinschauen, dann erkennen wir, daß die meisten sich dabei an Menschen halten. Sie gehen zwar in die Richtung der Sonne, sind mit ihr selbst aber nicht verbunden. Nur einige wenige haben bei einer solchen Anordnung mit ihr direkten Kontakt, wie durch ihre Verbindung mit den Sonnenstrahlen jeweils angezeigt wird. Diese wenigen - wir haben sie etwas größer dargestellt - „haben” dann wiederum einige „unter sich”, mit denen sie dann auch „nach unten hin” verbunden sind; diese wiederum mit den jeweils darunterliegenden usw. usf. Bei dieser Form ist also besonders kennzeichnend, daß die meisten keinen unmittelbaren Kontakt mit Jesus haben, sondern höchstens mittelbar, über andere. Sie leben von dem, was ihnen durch andere Menschen von Ihm gezeigt oder überliefert wird.

    Wenn wir unser Bild recht betrachten, dann erkennen wir die vielen unterschiedlichen Zwischenräume, die durch die Zuordnung der Punkte jeweils entstanden sind. Sie vermögen einerseits die Distanz anzuzeigen, die sich vor allem zwischen den „oberen” Gliedern breitgemacht hat. Andererseits erkennen wir auch, daß diese Zwischenräume vom Einfluß der Sonnenstrahlen abgeschnitten sind. Definiert werden sie allein durch die Linien, die durch die Verbindungen „von oben nach unten”, durch Menschen geschaffen worden sind. Sie erscheinen unregelmäßig, ungleich, willkürlich. Geistliche Anteile, wie sie durch die Verbindung mit Christus, der Sonne zustandekämen, erkennen wir aus solchen menschlichen Zuordnungen nicht. Das erklärt auch das gemeinhin fehlende, zumindest aber erschwerte gemeinsame Praktizieren der Gnadengaben in solchen Strukturen (vgl. 1Kor 12. 7 - 31, 14.1ff; s. a. Eph 4. 1 - 7).

    Aus den ungleichmäßigen, von der Sonne jeweils getrennten Zwischenräumen heraus ergibt sich dann auch der Streit, der zwischen den verschiedenen Konfessionen, Gruppierungen und Richtungen ausgetragen wird. Jeder hat seine eigene Betonung, seine Richtung, seine Bibelauslegung, seine Tradition, und jeder hat irgendwie recht. Da alles jedoch immer wieder auf Menschen bezogen wird, ist die Zersplitterung und Uneinheitlichkeit der Ausrichtung groß (s. 1Kor 3. 1 - 4). Wie schwer ist es da doch, jene Geschwister anzunehmen, die jenseits der jeweils eigenen Konfessionsgrenzen leben und nicht den entsprechenden „Stallgeruch” haben!

    Dabei sieht es eigentlich so aus, als ob sich nur die ganz oben stehenden Punkte den „Platz an der Sonne” teilten. Hier ist das entstanden, wovor Petrus so sehr gewarnt hatte: Man hat die geistlichen Losteile an sich gerissen, unterdrückt und beherrscht sie, schneidet die übrige Herde von ihnen ab, die nun bevormundet wird (1Ptr 5. 2 - 3). So ist der Klerus entstanden, der Inbegriff des kleronómos, die Kaste geistlicher Anteilseigner. In ihnen werden die Linien zusammengeführt, die „nach unten” gehen. Irgendwie versuchen sie wohl, die Sonnenstrahlen in der Richtung, die sie anzeigen, auch weiterzuleiten. Und doch sind es nicht die hellen Linien der Sonne, die bei ihren Vermittlungsversuchen entstehen, es sind ihre eigenen, von ihnen ausgehenden, dunklen. Sie haben ihr Wesen ja nicht in dem Sonnenlicht, sondern beziehen es von unten, von der Erde her. Anfangs mögen sie wohl tatsächlich eine ähnliche Richtung angeben, wie die Sonnenstrahlen es vorzuzeichnen scheinen. Doch je weiter wir „nach unten” kommen, desto mehr wird diese Richtung verfälscht, und das nimmt in dem Maße zu, wie Menschen dazwischenstehen. Der „Faktor Mensch” ist in dieser Ordnung ein sehr hoher, maßgeblicher; es ist ein durch und durch menschliches System.

    Wir haben bis jetzt nur die Bewegung „von oben nach unten” beurteilt. Aber, wie das Bild recht eindrücklich zu vermitteln vermag, gibt es auch einen starken Sog „nach oben” hin. Die nach oben hin durchweg keilförmig zugespitzten Strukturen deuten es an. Alles strebt geradezu „nach oben”, jeder will „die Sonne sehen”. Wir erkennen aber auch, daß das in dieser Grundausrichtung überhaupt gar nicht möglich ist, weil jedes Mal ein Mensch im Wege steht. Der Mensch ist also die eigentliche Crux des Menschen, der versucht, sich zu Gott „emporzuarbeiten”. Man nennt diesen Versuch Religion. Er muß vergeblich bleiben, denn Gott ist herniedergekommen; in Christus, dem fleischgewordenen Gottessohn, hat Er Sich längst geoffenbart (Phil 2. 5 - 11). Wie einfach wäre es doch, all die vielen falschen Mittler zu umgehen, die Hierarchie menschlicher Leiterschaft aufzugeben und sich direkt an Ihn, den Mittler Gottes zu wenden!

    Wie wir leicht erkennen können, vermag aus dieser Struktur so etwas ähnliches wie ein organisch verbundener Körper nicht so recht zu erwachsen. Alle hängen in einem mehr oder weniger losen Verband aneinander, werden „von oben her” gehalten und bewegt, als wären sie Marionetten in den Händen von Puppenspielern. Auch die Beziehungen untereinander sind in weiten Bereichen gestört oder gar nicht erst vorhanden. Jeder hat nur eine Verbindung mit dem Glied direkt über ihm; ein Kontakt mit den Gliedern sowohl auf derselben Ebene als auch zu denen, die sich „weiter oben” befinden, wäre wieder nur über das direkt über ihm stehende Glied möglich. Man kann sich bei diesem Bild des Eindrucks einer großen Unruhe und vor allem auch einer gewissen Unordnung nicht erwehren. Je weiter wir „nach unten” kommen, desto „enger” wird es für alle, und umso mehr nimmt dieser Eindruck, dieses Gerangel zu. Es sieht tatsächlich so aus, als ob diese Unruhe, ja Unordnung etwas mit dem Kampf zu tun hat, der dadurch entsteht, daß jeder nach oben strebt, zugleich aber immer auch große Angst davor hat, nach unten zu fallen, seinen Platz zu verlieren. Irgendwie steht doch jeder für sich, und so ist jeder für sich auch entsprechend angreifbar. Auch ist es bezeichnend, daß diese Struktur nach unten offen, nach oben aber geschlossen ist.

    Es liegt auf der Hand, daß dies kein Vorbild für eine Gemeinschaft nach den Plänen Gottes sein kann.


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Kreis

Abb. 2a Sonne und
              Kreis: Christus ist die Mitte  Unser Bild symbolisiert wiederum Christus als die Sonne der Gerechtigkeit. Diesmal aber bildet diese Sonne die Mitte des Geschehens. Alle Kinder Gottes sind, obwohl voneinander verschieden (wie oben angezeigt durch die verschiedenen Farbpunkte), in gleicher Weise um sie herum versammelt, und jedes ist mit ihr verbunden. Da ist keine Spur mehr von Unruhe und Kampf. Jeder ist auf seinem Platz, und so befindet sich jeder mit jedem in Frieden. So ist ein Kreis entstanden, ohne Anfang, ohne Ende, das Symbol der Vollkommenheit Christi, der ja nicht nur unser Haupt, sondern auch unser himmlischer Hohepriester ist (Hbr 7. 1 - 3). Damit ist es wiederum Christus Selbst, der diesen Kreis umschließt und hält, indem Er nicht nur jedes Einzelne seiner Glieder umfaßt, sondern es auch priesterlich vor dem Vater vertritt.

  Christus ist jedoch nicht nur Sonne, Haupt und Hoherpriester. Er ist auch der eine lebendige Stein, den die Bauleute verworfen haben. Daran, daß Er vielfach nicht mehr die Mitte ist, sondern andere, erzeigt sich die Sünde all derer, die jenen Bau immer wieder selbst zu errichten suchen. Er ist ja der Grundstein, der Fels, auf dem wir stehen (Mt 7. 21 - 27, 16. 15 - 18 u. a.). Damit aber ist Er zugleich auch der Schlußstein jenes Baues, zu dem wir aneineinandergefügt werden sollen. Dem Schlußstein eines mittelalterlichen Kreuzrippengewölbes vergleichbar, hält Christus den ganzen Bau zusammen (1 Ptr 2. 4 - 8). Daran, daß Er nicht nur der Grund, sondern auch der Schlußstein ist, erkennen wir auch, daß Er Alpha und Omega, der Erste und der Letzte ist (Off 1. 18). Dies stimmt wiederum mit unserem Kreis überein - weil er keinen Anfang und kein Ende hat, ist auch hier der Erste zugleich auch der Letzte; derjenige also, bei dem der Kreis anfängt, ist auch der, der den Kreis beschließt (Mt 19. 30, 20. 16 u. a.; vgl. auch Mk 9. 35). So ist der Herr auch in diesem Bild nicht nur der Anfänger, sondern auch der Vollender unseres Glaubens (Phil 1. 6, Hbr 12. 2). Er
tritt nie in eines anderen Arbeit ein, noch duldet Er es, daß ein anderer Seine Arbeit übernimmt. Die Folge ist, daß Er uns allein „machen läßt; Er aber zieht Sich zurück (Off 3. 20). Wenn Er Selbst aber nicht mehr in unserer Mitte gegenwärtig ist, wie wir das in unserem Bild angedeutet haben, dann haben wir beides verloren - sowohl den Grund, als auch die Vollendung des Gebäudes.

Abb. 2b
                  Kreuzrippengewölbe mit Schlußsteinen und Säulen     Sowohl der Grund, als auch der Schlußstein erinnern uns an Jesus, das lebendige Wort Gottes (Jo 1. 2 - 5, 1Jo 1. 1 - 2). Damit ist es Sein kräftiges Wort, das den Bau nicht nur begründet, sondern ihn auch trägt, in sich zusammenhält und beschließt (Hbr 1. 3). So wird der ganze Bau getragen von den mächtigen Fundamenten der Lehren der Apostel und Propheten, wie sie in der heiligen Schrift zusammengefaßt sind (1Kor 3. 10 - 12, Eph 2. 19 - 22). Diese Fundamente erinnern uns zugleich an die heilige Stadt Gottes, das himmlische Jerusalem, das von oben herabkommt (Ga 4. 26, Off 21. 9 - 10). Dabei spielt die Zwölfzahl als die Zahl der himmlischen Vollkommenheit eine immer wiederkehrende Rolle. So führen zwölf Tore in die Stadt; auf ihnen sind wiederum die zwölf Namen der Stämme Israels geschrieben. Gott hat ja Sein altes Bundesvolk nicht verworfen, sondern hat noch Großes mit ihm vor (Rö 11. 1 - 2, Off 21. 12 - 13). In jede der vier Himmelsrichtungen weisen jeweils drei Tore. Es sollen ja alle in die Stadt herzukommen können, aus allen Völkern, Sprachen und Stämmen, wieviele auch unser Herr hinzurufen wird. Unter den Toren der Stadt befinden sich wiederum die Fundamente mit den Namen der zwölf Apostel des Lammes (Off 21. 14). Damit repräsentieren sie die zwölf Grundausrichtungen der Apostel; mit diesen aber immer auch die unterschiedlichen geistlichen Strömungen, die daraus erwachsen sind und die nun die Eingänge in die himmlische Stadt darstellen.

    So werden innerhalb dieser Grundströmungen all die Herzukommenden, ein jeder auf dem ihm zugeordneten Weg, zu Jesus, zu dem Lamm in der Mitte geleitet.
Er ist das eine Lamm Gottes, das die Sünde der ganzen Welt trägt (Jo 1. 29). In einzigartiger Weise werden sie damit auch auf das Wort vom Kreuz verwiesen (1Kor 1. 22 - 24). So ist die ein für allemal geschehene Erlösung, die Er vollbracht hat, Zentrum wie Ausgangspunkt ihres ganzen neuen Seins. Dieses Lamm ohne Schuld, voller Reinheit, Demut und Opferbereitschaft ist zur Leuchte der Stadt geworden, so daß sie keiner natürlichen Sonne mehr bedarf (Off 21. 23). Die Tore der Stadt sind bei Tag nicht verschlossen, und Nacht wird nicht mehr sein, weil das Alte ja vergangen ist (21. 25). So sollen die Nationen, der Finsternis entrissen, im Lichte Gottes wandeln (21. 24). Hier finden wir auch unsere Sonne wieder. Äußerliches Licht, wie es die natürliche Verstandeskraft oder die menschliche Methodik darstellt, ist ja nicht der Weg, auf dem man Gott erkennen könnte. Nur die Erleuchtung durch den Geist Gottes selber vermag zu offenbaren, was des Geistes ist (1Kor 2. 9 - 16). Wie weise sind doch alle Seine Wege, und wie anbetungswürdig ist Er in all Seinem Tun!

Abb. 2c Obenstehendes Symbol des Kreises, als
                Baum empfunden    Wir haben oben über Israel, das alte Bundesvolk Gottes gesprochen. Die Sonne in der Mitte, mit deren Strahlen wir verbunden sind, mit denen sie uns wärmt, erleuchtet und am Leben erhält, verweist uns damit auch an jenen Ölbaum, an die Wurzel, die uns trägt (Rö 11. 16 - 21). Sie ist uns hier zum Stamm geworden, aus dem wir kreisförmig hervorgehen und aus dem wir unser Leben beziehen. Wie der Saft nur durch die Wurzeln über den Stamm in die Äste, Zweige und bis in die Blätter gelangen kann, so sind auch wir mit diesen Wurzeln fest verbunden und erhalten unsere Nahrung über sie. Nicht wir haben uns ja in diesen Baum eingesetzt. Gott war es. Es ist jenes Volk, dem wir die Bibel
verdanken, aus dem das Gesetz und die Propheten zu uns gekommen sind. Auch das Neue Testament ist ein durch und durch jüdisches Buch. Unser Erlöser ist als Jude geboren. Die Apostel waren Juden. Die erste Gemeinde bestand aus Juden. Weil wir wissen, daß alles, was mit der Wurzel geschieht, den ganzen Baum beeinflußt, bis in die letzten Zweige hinein, wird auch unsere Beziehung zu Israel, Land und Leuten, immer eine segnende sein.

    Dasselbe gilt jedoch auch über unsere Haltung zu unseren geistlichen Vätern, durch deren Zeugnis wir glauben, und durch deren Pflege wir erwachsen geworden sind. Sie sind die starken, aus dem Stamm erwachsenden Äste, die die Zweige stützen und sie wiederum der Sonne zuwenden, damit aus ihnen die jungen Triebe heranwachsen und ihre Blätter, Blüten und Früchte entfalten können. Und nicht zuletzt erinnert uns dieses Symbol wieder an Jesus selbst, den Baum des Lebens, der in der Mitte des Gartens Gottes steht (1Mo 2. 19, 16, 3. 22). In Ihm erkennen wir auch den Weinstock wieder, an dem wir hängen und dessen einzelne Reben wir sind. Hier sehen wir wiederum den Vater am Werk, jenen Weingärtner, der ihn beschneidet und von vertrocknetem Holz reinigt, damit er mehr Frucht trage
(Jo 15. 1 - 8). Damit werden wir zugleich auch an die neunbeerige Frucht des Heiligen Geistes erinnert (Ga 5. 22). Das Reich Gottes ist ja nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist (Rö 14. 17). So ist der Baum zugleich auch eine Darstellung des Reiches Gottes, das aus einem fast unsichtbarenen Senfkorn erwächst und zu einem großen Baum wird, so daß die Flügler des Himmels in ihm Platz finden (Lk 13. 18 - 19). Und alle diese geistlichen Wahrheiten passen in einer solchen Weise, so vollkommen zusammen und ergeben damit ein so gewaltiges, komplexes und darum auch einzigartiges Gesamtbild, wie Menschen es nicht zu vollbringen vermögen. So veranlassen sie uns vielmehr, auf unsere Knie zu fallen und Gott anzubeten.

    Wir wollen uns nun wieder dem Bild der Sonne zuwenden, um die herum die einzelnen Glieder angeordnet und durch deren Strahlen sie sowohl verbunden als auch einander zugeordnet sind. Allein aus den Tatsachen, die wir bis jetzt beschrieben haben, hat sich eindrucksvoll erwiesen, daß nicht wir es sind, die eine solche Ordnung jemals aufrichten oder erhalten, geschweige denn vollenden könnten. Nur der Herr Selbst ist sowohl dazu würdig als auch in der Lage. Nur Er kann dann auch all jene hinzuführen, die noch draußen sind. Da nur Er sie wirklich kennt, vermag Er sie dann auch in die richtige Beziehung zueinander zu setzen. So müssen alle unsere eigenen Bemühungen in dieser Richtung fehlschlagen. Es ist ja nicht unser Vermögen, das uns zusammenbringt und beieinander hält, sondern allezeit Seine Gnade. Aber jene Vollkommenheit, die die Kreisform anzeigen will, macht auch deutlich, daß keines der Glieder, die Gott dieser Gemeinschaft hinzufügen wollte, fehlen wird. Auch die Zwölfzahl der Jünger weist ja symbolisch auf diese Vollkommenheit hin. So sind alle, die Christus berufen hat, sowohl beieinander, als auch einander in der richtigen Weise zugeordnet. Damit ist an die Stelle jenes ungeordneten, ja heillosen Durcheinanders, das für das erste Bild noch so charakteristisch war, eine klare Ordnung und Ruhe getreten.

Abb. 2d Abendmahlskreis: Die vielen ein Brot (1Kor
                10. 17)    So ist hier jene Zersplitterung und Uneinheitlichkeit, wie man sie in dem Bild der Hierarchie noch feststellen konnte, endlich einer eindeutigen Ausrichtung gewichen. Diese Ausrichtung bedeutet nicht Uniformität. Wie die Farbpunkte alle ihre eigene Farbe behalten, so bleibt jeder verschieden. Er darf, ja er soll es auch, denn er wird angenommen, wie er ist, da ja auch Christus ihn angenommen hat (Rö 15. 7). Und doch weist jedes einzelne Glied, das auf Christus schaut, gerade in seiner Verschiedenheit von seinen Nächsten immer zugleich auch auf Jesus hin. Er ist die Lebensmitte eines jeden einzelnen und damit aber auch die Lebensmitte aller.

    Die von der Sonne sowohl ausgehenden als auch zu ihr hinziehenden Strahlen, denen jedes Glied gleichermaßen ausgesetzt ist, erinnern uns auch an das Mahl des Herrn (1Kor 10. 16 - 17, 11. 23 - 26). Damit aber verweisen sie uns auch auf Christus als die geistliche Nahrung aller, wie sie durch dieses Mahl versinnbildlicht wird. Im Heiligen Geist gibt Er Sich uns Selbst - jedem ganz persönlich, und damit allen gleichermaßen. So ist der Herr die allen gemeinsame Speise geworden. Damit aber beziehen alle in derselben Weise ihr Leben aus Ihm. Er ist das eine Manna, das aus dem Himmel gekommen ist, das eine Brot, das alle essen, und Er bietet den einen Kelch dar, aus dem alle trinken. Hier erfüllt sich jenes Geheimnis, von dem der Herr sprach:
Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes eßt und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch (Jo 6. 53).

    Wie die alle verbindende Kreislinie anzuzeigen vermag, wird das Ganze von den Bändern der Liebe und des Friedens umschlossen, die Paulus an verschiedenen Stellen beschrieben hat (Eph 4. 3, Kol 3. 15). Die so entstandene Ordnung hat ja ihre Grundlage in der allen gemeinsamen, für alle gleichermaßen bestehenden Verbindung mit Christus, der Sonne, und der dadurch bewirkten herzlichen Verbundenheit zueinander. Alle sind, jedes für sich, ihren Strahlen ausgesetzt, die alle gleichermaßen erleuchten und wärmen. Wie die Feuerflammen, die sich am Pfingsttage auf einen jeden einzelnen der Versammelten setzten, hat auch hier jeder
seinen eigenen Strahl erhalten (Apg 2. 1 - 4). Hier verwirklicht sich endlich auch die Weisung des Apostels, daß ein jeder etwas haben soll (1Kor 14. 26).

Abb. 2e Kreis mit einzelnem Anteil    Durch die Zuordnungen der Sonnenstrahlen wird, dem Anschneiden einer überdimensionierten Torte vergleichbar, der Kreis in verschiedene Stücke geteilt. Das erinnert uns an das Stückwerk, von dem Paulus uns so vieles zu sagen hat, und damit zugleich auch an das Vollkommene, das die Liebe verkörpert, die erst durch das organische Ineinanderfügen aller Teile zustandekommt (1Kor 13. 8 - 13). Wir sind ja alle Glieder eines Leibes, die von Gott unterschiedliche Gaben erhalten. Niemand hat alles. So werden auch hier die verschiedenen Anteile als Anteile eines Ganzen offenbar (1Kor 12. 12, 14ff). Diese werden einerseits durch die Sonne in der Mitte, andererseits durch jeweils zwei der Glieder an den so entstehenden Eckpunkten eines jeden Teils begrenzt. Diese Grenzen, die bei einer solchen Zuteilung entstehen, weisen uns auch auf das Maß des Glaubens hin, das ein jeder erhalten hat, und das er nicht überschreiten darf (Rö 12. 3). Darum braucht er immer auch den Teil des Anderen, des Bruders und der Schwester. So fällt einem jeden der Glieder sein eigener Anteil zu, aber es hat diesen Anteil nie allein für sich, sondern teilt ihn immer mit denen, die Gott ihm direkt zur Seite gestellt hat. Die Grenzen eines jeden Anteils werden einerseits durch die Sonnenstrahlen festgelegt, die ja die Beziehung eines jeden Gliedes zu Christus symbolisieren, andererseits durch die Verbindungen der jeweils beiden Endunkte, mit der die Verbindungen zwischen den Gliedern dargestellt werden, denen dieser Anteil jeweils gegenüberliegt.

    Wie die in etwa immer gleichen Abstände der verschiedenen Punkte anzeigen, sind nicht nur die Anteile gleich, wodurch wir an die neutestamentliche koinonía, die Gemeinschaft oder Beisteuer zu gleichen Teilen erinnert werden. Jedes der Glieder ist auch mit seinen Nächsten in der richtigen Weise, nämlich immer auf derselben Ebene verbunden. Selbst den, mit dem es nicht direkt verbunden ist, kann es in einer solchen Ordnung nicht aus den Augen verlieren. Auch schert keines aus, keines ist über, keines ist unter dem anderen. Alle miteinander aber sind zusätzlich verbunden über Jesus, der Sonne in der Mitte. Er lenkt alle ihre Blicke allein auf Sich, Er hält sie
auch zusammen, und so bildet das Ganze einen harmonischen Organismus.

    Der so entstandene, in sich geschlossene Kreis aber bewirkt auch einen starken Schutz nach außen hin. Da gibt es keinen Grat, der irgendwie hervorstünde oder jemanden verletzen könnte. Es ragt auch nichts nach außen hin, was angreifbar wäre. Das weist uns auf das Leben in Christus hin, auf unser Ver
borgensein in Ihm  (Rö 8. 1, Kol 3. 1 - 3). Dieses Leben in Ihm zeigt jedoch immer auch auf die Gemeinschaft untereinander. Da jeder mit seinen Nächsten so verbunden ist, wie Gott es will, alle aber gleichermaßen auch von Christus, der Sonne in der Mitte zusammengehalten werden, wird es schwer werden, diesen Kreis aufzubrechen. Alle zusammen sind ja in Christus gegründet, ... und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen (Mt 16. 18).

Dies kennzeichnet eine Gemeinschaft nach dem Herzen Gottes.


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Zerbrechender Kreis

Abb.
                        3 Zerbrechender Kreis
  Dieses Bild zeigt denselben Kreis mit derselben Symbolik wie oben. Wir haben ihn jedoch abgeändert, weil wir zu verdeutlichen suchen, was geschieht, wenn einer der Versammelten dieses Kreises plötzlich aus seinem Verband ausschert (gekennzeichnet durch den gleichfarbigen leeren Punkt und den Pfeil) und andere um sich zu versammeln und an sich zu binden anfängt. Hier haben wir bereits wieder eine beginnende Hierarchie vorliegen mit all der Unruhe und all dem Kampf, den eine solche Struktur mit sich bringt. Indem das ausscherende Glied seinen ihm zugewiesenen Platz verläßt, verläßt es zugleich auch den ihn erwärmenden Sonnenstrahl, seinen Anteil an der Sonne, den Gott ihm zugewiesen hat, und schneidet sich von diesem Anteil regelrecht ab. Er steht jetzt mit dem Rücken zur Sonne, und sein Blick ist auf die gerichtet, mit denen er etwas Neues anfangen will. Sein Platz aber bleibt leer, denn allein er war es ja, dem Gott in Seiner Weisheit diesen Platz gegeben hat. Niemand anders wird jemals in der Lage sein, den Platz so auszufüllen wie dieses eine Glied. Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt ja von oben, von dem Vater der Lichter, in dem es keine Veränderung noch einen Wechsel zu Beschattung gibt (Ja 1. 17). An dieser Stelle wird also das, wozu allein dieses eine Glied gesetzt ist, auch nicht mehr getan werden können. Gottes Gaben und Berufungen gereuen Ihn ja nicht; auch wenn wir untreu werden, wird Er niemals eine Berufung ändern, im Gegenteil - Er wird uns fragen, ob wir in dieser Berufung, die Er uns am Anfang gegeben hat, treu geblieben sind (Mt 25. 13 - 30 u. a., Rö 11. 29).

    Aber das ausgescherte Glied macht noch etwas anderes: Indem es versucht, sich andere Glieder zuzuordnen, zieht es ihren Blick statt auf Christus nun auf sich und schneidet damit jetzt auch diese Glieder von ihrer Verbindung, von „ihren” Sonnenstrahlen ab, mit verheerenden Folgen, nicht nur für diese Glieder selbst, sondern für den ganzen Kreis. Die allen gleichen Anteile werden beeinträchtigt; es entstehen neue, willkürliche und ungleichmäßige, die aber nun nicht mehr von Christus, der Sonne in der Mitte, sondern von dem ausgescherten Glied sowohl begrenzt als auch geteilt werden. Die Anteile, die durch die Sonnenstrahlen vorgegeben worden sind, zerfallen, da die Sonnenstrahlen selber, die die Beziehungen der betreffenden Glieder zu Christus symbolisieren, abgeschnitten worden sind. Indem die Beziehungen dieser Glieder sowohl zur Sonne als auch zu den Gliedern zerbrechen, die Gott ihnen eigentlich zugeordnet hat, beginnt das ganze Gebäude instabil zu werden. Jene Vollkommenheit der Liebe, wie sie nur durch die Zusammenfügung der Teile zustande kommen kann, erlischt. Die Gnadengaben gehen allmählich zurück, und die gemeinsame Handreichung kommt zum Erliegen. Damit ist es auch nicht mehr möglich, die Versorgung jener Glieder aufrechtzuerhalten, weder von Christus her, von der Sonne, noch von jenen, die Christus ihnen ursprünglich an die Seite gestellt hat.

    Da andererseits auch die Zuwendungen derer ausfallen, die Gott wiederum durch jene Glieder versorgen wollte, die nun abgefallen sind, muß sich dies auch auf die auswirken, die in ihren Anteilen geblieben sind. Die jeweils angrenzenden trifft es zuerst, da diese dann beeinträchtigt werden, dann die jeweils nächsten, durch diese die jeweils übernächsten und so weiter. So wird zuletzt die Einheit aller gestört, zuerst die mit Christus, dann aber auch die untereinander. Die den Kreis umfassende Linie, das Band der Liebe und des Friedens, ist ja durchbrochen. Eine Spaltung bahnt sich an, und der Kreis beginnt auseinanderzufallen. Damit aber wird der ganze Kreis, in allen seinen Gliedern, zuletzt auch angreifbar von außen. Am Ende steht jeder für sich da, leidet Mangel und ist schutzlos den Mächten ausgeliefert.

    Hier zeigt sich, was geschieht, wenn der Mensch in das Geschehen eingreift. Er vermag von sich aus eben nicht jenen Kreis zu bilden, jene Ordnung zu schaffen, die nur von oben, von Christus her geschaffen werden kann. Was der Mensch erzeugt, mündet immer in der Hierarchie, damit aber, von Gott her gesehen, immer in der Unordnung und zuletzt im Chaos.

    Das, was wir mit unserem letzten Bild zu zeigen versucht haben, ist der Anfang vom Ende. Hier werden viele nicht nur in ihren Beziehungen verletzt, in die sie von Gott her hineingestellt worden sind, sondern sie werden auch von Christus getrennt und damit auch in ihren Gaben beeinträchtigt; die Gemeinschaft hat ihren Zusammenhalt verloren; sie wird sich auflösen.


    Was wollen wir?


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Es folgen die angekündigten Leseproben (Buchauszüge) zu diesem Thema.



Bist du ein Mensch der Unmittelbarkeit?

    „... es ist Zeit, daß das Gericht anfange am Hause Gottes (1Ptr 4. 17). Dieser Satz, den Petrus mitten in die Bedrängnisse seiner Zeitgenossen schrieb, entfaltet mehr und mehr seine Aktualität. Gott ist dabei, die Dinge aufzulösen, die Menschenhand in dem Bestreben errichtet hat, Sein Haus zu bauen, um die Dinge, die Er einmal gesetzt hat und die durch Menschenwillkür verlorengegangen sind, wiederherzustellen. Davon sind wir fest überzeugt. Er benutzt dazu die Geschehnisse unserer Zeit, Dinge, die uns oft so fremd, so feindlich, so unbarmherzig erscheinen mögen. Diese Dinge, die alle Bereiche des Lebens erfassen, sind gerade dabei zu geschehen. Darum möchten wir Auszüge aus einem Buch vorstellen, die diese Thematik behandeln und die uns seit langem bewegen. Es ist das Buch „Das Symbol der Stiftshütte und die Kirche Jesu Christi”, in dem der Autor vor nun schon mehr als einem Jahrhundert - er selbst hat seine Äußerungen danach immer wieder überarbeitet - diese Wahrheiten prophetisch erkannt und niedergeschrieben hat. Aus dem Grunde der Dringlichkeit dieser Dinge, wie wir empfinden, und nicht zuletzt auch dessen, daß es nur schwer möglich sein würde, die Dinge so klar auf den Punkt zu bringen wie er, führen wir diese Auszüge hier an.

Gott wird sein Volk weiden durch Gericht.

    Ich beschließe diesen Abschnitt mit der Wiedergabe eines prophetischen Gesichts, das Gott einem seiner Knechte schenkte. Es zeigt denen, die geistliche Ohren haben, wie Gott durch die Zuchtrute des Zeitgeschehens die Selbstgerechtigkeit und Selbstzufriedenheit und das daraus entsprungene heillose Durcheinander unter Seinem Volk zerschlagen und auf Seine Weise unter den Seinen Reinigung und Einigung erzielen wird - für die „Vorhofschristen” auf schmerzliche, für die Menschen, welche die „göttliche Unmittelbarkeit” kennen, auf anbetungswürdige Weise. Unser Bruder sah im Geist:

Aus Nebel und Dunst kommt eine Hand hervor, die zuerst nicht gesehen worden war. Die Hand ist sehr groß und macht einen brutalen, grausamen, rücksichtslosen Eindruck. Bei ihrem Anblick wird einem unheimlich zumute. Sie streckt sich über die Erde aus ---.
Dann zeigt sich über dieser ersten Hand eine andere, die das Herz wieder mit Freude und Zuversicht erfüllt. Das ist die Hand Gottes.
Die harte, unheimliche, furchtbare und rücksichtslose Hand mußte letzten Endes so handeln, wie es die über ihr waltende Hand Gottes wollte und bestimmte. Die Hand, die aus der Dämmerung und dem Nebel gekommen war, trug einen Namen, der heißt: Das Zeitgeschehen. Diese Hand hat allerlei vor. Sie konnte aber im Grund nur das bewerkstelligen, was nach dem Willen Gottes geschehen sollte. - Und das war folgendes:
Auf Erden sah man Menschen. Sie waren auf merkwürdige Weise untereinander und zugleich gemeinsam auch nach oben hin verbunden. Es gingen die Verbindungsfäden von dem einen Menschen zum andern. Diese Fäden gingen dann weiter durch andere Menschen hindurch und zu anderen Menschen. Das Ganze aber erschien als ein ungeordnetes Durcheinander, wie ein wirres Knäuel verschlungener Fäden. Von dem Ganzen gingen dann auch Verbindungen nach oben zu.
Und ich sah, wie jene erste finstere Hand kam, und durch ihr Tun jenes unordentliche Knäuel und Durcheinander auflöste. Jene Hand brachte die Verwirrung auseinander:
Alles löste sich; die verschiedenen Menschenverbände wurden aufgelöst. Als die Fäden aufgelöst und die Menschen auseinandergebracht waren, da zeigte es sich, wer von ihnen eine unmittelbare Verbindung nach oben hatte, und wer nur in einer mittelbaren Verbindung nach oben durch andere Personen (durch ihren Verband usw.) standen. Manche waren nur durch den Verbindungsfaden mit solchen Menschen verbunden, die selber eine Verbindung unmittelbar nach oben hatten. Aber alle, die nur eine mittelbare Verbindung nach oben hatten, deren Fäden eben nur bis zu andern Menschen gingen, wurden ausgeschieden. Niemand tat etwas dazu. Es war, als wenn sie sich von selbst ausschieden. Sie fragten sich selbst:
Wohin gehöre ich eigentlich? - Andere sagten: Zu jenen gehöre ich doch eigentlich nicht - und so gingen sie auseinander --.
Was aber bei all diesen Vorgängen herauskam, das war eine wunderbar geordnete Situation: Alle, die eine unmittelbare, persönliche Verbindung nach oben hatten, bekamen infolge dieser Verbindung auch ein klares, geordnetes Verhältnis zueinander. Die Verbindung, die sie untereinander hatten, war nicht das von Mensch zu Mensch, sondern sie waren miteinander verbunden über oben. Weil jeder von ihnen nach oben zu verbunden war, waren sie auch richtig miteinander hier unten verbunden, und das Ganze bildete einen schönen, geordneten, harmonischen Organismus. Und es war der Eindruck, als wenn jemand sagte, daß nun erst, nachdem alles von oben geordnet sei, das eigentliche Zeugnis an die Umwelt gegeben werden könne. Vorher seien diese Menschen nicht imstande gewesen, der Mit- und Umwelt das zu sein, was sie ihr sein sollten: Ein Licht, ein Salz, eine Wegweisung.
Es wurde dann weiter gezeigt, daß die grausame Hand, die ihr Wesen auf Erden trieb, letzten Endes wider die Menschen ist, die eine Verbindung nach oben haben, und daß die letzte Auseinandersetzung zwischen diesen Menschen und jener finsteren Hand kommen werde.
Und aus dem Ganzen heraus erklang die Frage an jeden Einzelnen:

„Bist du ein Mensch der göttlichen Unmittelbarkeit?!


Zitiert aus: Eugen Edel, Das Symbol der Stiftshütte und die Kirche Jesu Christi, 7. Auflage 1983, Oekumenischer Verlag Dr. R. F. Edel, Marburg a. d. Lahn, S. 125f.



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Männer, die sich vermessen haben

Eine erschütternde Stunde meines Lebens war das Miterleben des folgenden prophetischen Gesichtes:

    In der Mittelhalle eines großen Gebäudes, um die sich zahlreiche Nebenhallen reihten, saß eine Gruppe von Männern, anscheinend Diener des großen Hauses. Sie waren eifrig bemüht, dessen Geschäfte zu ordnen und zu erledigen; denn vieles in diesem Hause war nicht, wie es sein sollte. Sie wollten die vorliegenden Fragen für sich persönlich und dann auch für die Allgemeinheit klären. Sie waren voll Ernst und Aufrichtigkeit. (Ihre Bemühungen gingen dahin, unter ihre Beschlüsse das apostolische Wort - Apostelgeschichte 15. 28 - setzen zu können: Es gefällt dem Heiligen Geist und uns.”) Aber trotz all ihrer Bemühungen nahm  die vorhandene Unordnung und die gegenseitige Entfremdung der Diener des Hauses immer noch zu.
Bei solcher Lage der Dinge trat ein Bote Gottes in diesen Dienerkreis. Er bemühte sich, den Männern etwas klarzumachen, was ihnen gar nicht in den Sinn gehen wollte. Dieser Bote war nämlich daran, diese Männer an der Hand zu nehmen und sie aus dem Hause Gottes hinauszuführen.
   Als sie den Zweck seines Tuns erkannten, wurden sie verwundert und bestürzt. Sie sagten sich aus tiefinnerster Überzeugung: Das kann doch nicht recht sein --- wir gehören doch in das Haus Gottes, ja, wir stellen doch einen Teil desselben dar ---! Der göttliche Bote erhob jedoch seine Stimme und sagte:

Ihr seid zu Unrecht im Hause Gottes!

     Seine Stimme ertönte klar und deutlich wie eine Stimme des Jüngsten Gerichtes. Darüber empfanden alle Unwillen, Erschrecken oder gar Empörung. Aber die Stimme des Boten ertönte weiter, daß es den Männern durch Mark und Bein drang:
Ihr seid zu Unrecht in diesem Hause! - Eurer innersten, tiefsten Wesensverfassung nach gehört ihr gar nicht hinein. Denn bei euch ist die Frage noch nicht geklärt, die außerhalb des Hauses Gottes geklärt werden muß. Darum bemüht ihr euch umsonst, die Dinge des Hauses Gottes zu lösen. Ihr fragt nach dem Leben und dabei kennt ihr den Tod nicht. Ihr wollt das Haus Gottes verwalten und seid doch außerhalb des Hauses und nicht in ihm daheim.

    Es gibt manche unter euch, deren Ohren taub sind. Darum können sie die Stimme der Wahrheit nicht hören. Aber das sollt ihr wissen: Die Wahrheit ist Wahrheit und sie wird Wahrheit bleiben. Es wird niemandem unter euch gelingen, an der Wahrheit vorbeizukommen. Hört ihr sie nicht zur Zeit, werdet ihr sie hören zur Unzeit; nehmt ihr sie nicht zur Zeit an, werdet ihr sie annehmen müssen zur Unzeit. Doch wird in diesem Falle euer Lohn - eure Krone - dahin sein!”


    Der Leser wird fragen: Für wen schreibst du diese erschütternde Botschaft? - Nun, ich habe sie gehört und aufgeschrieben für mich und für alle Christen, welche sich wie jene Männer
vermessen” haben. Man glaubt nicht, wie leicht die uns angeborene Selbstsucht uns gerade in geistlichen Dingen einen Streich spielt. Wer sich immer mit der Bibel befaßt und mit den seligen Hoffnungen, die sie für uns enthält, der kommt, ohne daß er es selber merkt, in die Gefahr, sich zu vermessen, und höher von sich zu halten, als sich´s gebührt. Statt den göttlichen Maßstab von dem untrüglichen Geist der Wahrheit handhaben zu lassen, legt man ihn selber an. Man zieht die herrlichen Verheißungen von der ihnen von Gott gesetzten Erhabenheit auf seinen menschlichen Standpunkt herunter und entleert sie dadurch ihres Wahrheits- und Wesensgehaltes. Durch diesen Betrug ist der Geist Laodizäas entstanden, der die heutige Christenheit irreführt.

    In Seiner Gnade und Barmherzigkeit neigt sich nun Gott hernieder; Er nimmt uns bei der Hand, um uns von unserer Verstiegenheit herunterzuholen, auf den Boden der Wirklichkeit, denn nur auf dem Boden der Wahrheit kann Gott wirken. Wären jene Männer
heiß, d. h. erfüllt mit der hehren Glut der Liebe und der Heiligkeit, wie sie dem Innersten des Hauses Gottes eignet, so wären sie am richtigen Platz und besäßen mit jenem Feuer auch die geistliche Weisheit und die Ausrüsung mit den sieben Geistern des Heiligtums, um die Schäden des Hauses Gottes zu heilen und der Welt das Heil zu vermitteln. Aber in ihrem gegenwärtigen Stand vermögen sie beides nicht. Diese Männer sind nach Gottes Urteil lau. Das mag Christen vom heutigen Schlag genügen. Gott aber sind sie zuwider. Wenn ein Lauer dem Gericht des Ausgespienwerdens entgehen will, so ist das nur möglich, wenn er sich von seiner Höhe herunterbringen läßt. Er muß seine trügerische Stellung im Hause Gottes verlassen und seinen Platz im Vorhof einnehmen, um dort das Geheimnis des Sterbens aus Erfahrung kennenzulernen. Das ist eine sehr nüchterne Sache, und es erscheint zunächst, als wäre dies ein großer Rückschritt. Je größer der vorige trügerische Reichtum” war, umso schwerer trifft solchen Reichen der Verlust. Ist lau” nicht viel gemütlicher und angenehmer als ganz kalt”? - Und doch wird sich Gott nur herabneigen können zu dem Elenden, Verlassenen, Notleidenden, Jämmerlichen, Blinden und Bloßen, zu dem, der gedemütigten Geistes und zerbrochenen Herzens ist.


Zitiert aus: Eugen Edel, Das Symbol der Stiftshütte und die Kirche Jesu Christi, 7. Auflage 1983, Oekumenischer Verlag Dr. R. F. Edel, Marburg a. d. Lahn, S. 56 - 58 oben.



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Verwendete Bibelübersetzungen und Hilfsmittel

Wo nicht anders angegeben, wurden für das Neue Testament, das Erste und Zweite Buch Mose, die Psalmen, die Propheten Jesaja und Daniel die folgenden Ausgaben der Konkordanten Übersetzung verwendet:

Konkordantes Neues Testament mit Stichwortkonkordanz
6. Auflage 1995, Alle Rechte vorbehalten

Konkordantes Altes Testament, Das Erste und Zweite Buch Mose
2. erw. Auflage

Konkordantes Altes Testament, Die Psalmen
1. Auflage 1994

Konkordantes Altes Testament, Jesaja
 Studienheft mit transliterierten göttlichen Titeln
3. Auflage

Konkordantes Altes Testament, Daniel
1. Auflage 1991

Konkordanter Verlag Pforzheim
Leipziger Str. 11
75217 Birkenfeld

An allen anderen Stellen wurden verwendet:

Elberfelder Übersetzung (Unrevidierte Version)
„Die Heilige Schrift Aus dem Grundtext übersetzt”
73. Auflage 1993

Revidierte Elberfelder Übersetzung
Verlag R. Brockhaus, Wuppertal

Schlachter - Übersetzung
„Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments / Unter Berücksichtigung der besten Übersetzungen / Nach dem Urtext übersetzt von Franz Eugen Schlachter / Neu bearbeitet und herausgegeben durch die GENFER BIBELGESELLSCHAFT, Genf, 1985”

Die Geschriebene des Alten und des Neuen Bundes
Übersetzung von Fritz Henning Baader, 3. (überarbeitete) Gesamtausgabe 1998
Copyright 1998 by F. H. Baader, 75328 Schömberg

Novum Testamentum Graece
Nestle-Aland, 26., neu bearbeitete Auflage 1979-1988
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten

Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament
Hrsg. Gerhard Kittel u. a.
Verlag Kohlhammer, Stuttgart u. a., 1933-1969


Bildnachweis

Abb. 2b Quelle: Doberaner Münster




Lieber Bruder, liebe Schwester!

Wir hoffen, daß die vorliegenden Bibelstudien Euch zum Segen geworden sind und unser HERR Jesus Christus Euch damit in Seiner Liebe neu begegnet ist und berührt hat, so wie auch wir von Ihm berührt worden sind.

Gleichzeitig bitten wir Euch aber auch, selbst in der Schrift nachzuforschen, ob es sich so verhält (Apg 17. 11). Gottes Wort ist so voll unerschöpflichen Reichtums, daß wir ganz bestimmt nicht auf Vollständigkeit und Fehlerlosigkeit dieses Bibelstudiums bestehen. Denn allein in Christus sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen (Kol 2. 3).

Wir wünschen uns, daß sich dieser Reichtum in Eurem Leben entfaltet und Ihr so nicht nur zu Schatzsuchern, sondern zu Schatzhebern werdet.

Wenn Ihr aus diesen Bibelstudien etwas empfangen habt und sie an Geschwister weitergeben wollt, die ebenfalls „Hunger” danach haben, so bitten wir Euch, das sehr verantwortungsbewußt und mit göttlicher Liebe und Weisheit zu tun. Benutzt diese Bibelstudien nicht, um einen „Krieg” zu entfachen, Geschwister zu verwirren und zu trennen. Bitte bedenkt, daß unser HERR voller Gnade und Sanftmut mit Jedem von uns Seinen eigenen Weg geht und ER aussucht, wann wir welcher „Nahrung” bedürfen. Wir möchten auf Johannes 10. 8 hinweisen: Jesus sagte: „Alle, die Mir zuvorkommen wollten, sind Diebe und Wegelagerer; die Schafe jedoch hörten nicht auf sie.” Werden wir zu solchen, dann haben wir die Liebe verlassen, die wir unseren Brüdern und Schwestern schuldig sind. Hört also bitte auf das Reden unseres HERRN Jesus Christus und gebt diese Bibelstudien weiter, wenn ER Selbst dafür eine Tür aufgetan hat.

Bitte beachtet dabei die folgenden drei Dinge:

1. Gebt diese Studien kostenlos weiter, auf welchem Wege auch immer Ihr wollt, aber nehmt nichts als Gegenleistung dafür (Mt 10. 8 - 9).

2. Bitte gebt diese Studien unverändert und vor allem vollständig weiter. Einzelne Bruchteile könnten durchaus, da sie aus dem Zusammenhang herausgenommen worden sind, mißverstanden werden. Solche Mißverständnisse können Schaden anrichten.

3. Diese Studien dürfen nicht in irgendwelchem Zusammenhang mit kommerzieller oder sonstiger Werbung veröffentlicht werden.


Die vorliegende Schrift ist am 29. 04. 2006 zuletzt bearbeitet worden.

© 2005 ff.

 
(mit Ausnahme Abb. 2b und Buchauszüge)



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