Babylon - Kommt heraus aus ihr


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Babylon - Kommt heraus aus ihr

    Der nachfolgende Aufsatz ist aus der Schrift Die Zehntenlüge heraus entstanden. Aufgrund der besonderen Thematik der in ihm gemachten Aussagen wird er an dieser Stelle als separate Schrift herausgegeben. Auch würde sein Inhalt, obwohl er thematisch zu den in der „Zehntenlüge” gemachten Aussagen gehören könnte, den Inhalt derselben wohl sprengen. Wir hoffen weiterhin, daß er so vielleicht noch eher gelesen werden wird. Das in ihm Niedergelegte will warnen; es will vor allem warnen vor einer Entwicklung, die heute im Gange ist, die viele verschlafen und deren Gefährlichkeit die meisten bis heute nicht erkannt haben, eine Gefährlichkeit, die die des heutigen Islamismus unserer Meinung nach bei weitem noch übersteigt, vor allem dann, wenn wir auf die in ihr verlaufenden Werdegänge nicht entsprechend vorbereitet sind, nicht eingestellt sind auf Dinge, die zu ändern nicht in unserer Macht steht. Für uns, die Kinder Gottes, gilt es vor allem, wesensmäßig aus all dem herauszugehen, um nicht ein Teil dieser Entwicklung zu werden und sich in ihren Sünden zu verstricken, wie viele bereits getan haben. Wir greifen im Folgenden einige Absätze auf, die wir bereits in der „Zehntenlüge” niedergelegt haben, und entwickeln sie dann weiter. Verschiedene Grafiken sowie ausführliche Erklärungen und Zitate sollen das Gesagte ergänzen bzw. konkretisieren.


Titel
Epilog
Anmerkungen
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< Die Zuordnung der Häupter
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    Heute befinden wir uns gerade in einer Periode der Auflösung aller Werte – außer dem des Geldes. Dieser Prozeß einer gehirnwäscheartig fortschreitenden Kapitalisierung des Denkens vollzieht sich mittlerweile bis in weite Gemeindebereiche hinein. Nicht mehr der Wert der Arbeit, nicht mehr der der Ethik, nicht mehr der der Gerechtigkeit und des Gemeinnutzes, und schon gar nicht der Wert der Gottesfurcht und der Frömmigkeit, sondern der Wert des Geldes ist der Maßstab, dem blind nun alles folgen soll. Haben oder nicht haben, bezahlen oder nicht bezahlen können ist zur Maxime aller Welt geworden. Eine antichristliche Ordnung ist im Vormarsch, in der die Hure Babylon (hebr. Vermischung) eine alles überragende Rolle einnehmen wird, mit der die Könige der Erde so gerne gebuhlt haben werden, und durch deren Macht die Kaufleute der Erde reich geworden sind (Off 18. 9 - 17). Blind muß auch der sein, der in der sich in allen heutigen Medien sintflutartig ergießenden Propaganda der sogenannten Globalisierung und der mit ihr zusammenhängenden, explosionsartig fortschreitenden Konzentration von Wirtschaft und Kapital in den Händen stetig abnehmender Personenkreise nicht ihre direkten Vorreiter erkennt. Und so soll auch hier nicht unterschlagen werden dürfen, was Gottes Wort uns bezüglich ihres Wesens so dringlich ans Herz legt: „Gehet aus aus ihr, damit ihr nicht an ihren Sünden teilnehmt und damit ihr nichts von ihren Plagen erhaltet; denn ihre Sünden türmen sich bis zum Himmel auf, und Gott hat ihrer Untaten gedacht” (Off 18. 4).

    Bald wird der sich offenbaren, der an der Spitze dieses allumfassenden, weltkapitalistischen Systems steht; dann wird niemand mehr kaufen oder verkaufen können, er trage denn das Malzeichen des Tieres, des Antichristen, der die ganze Erde verführt (Off 13. 16 - 18) – dann wird anhand dieses Besitzzeichens sichtbar werden, wer wem gehört, wie fromm oder unfromm er sich bis dahin auch gegeben haben mag: Denn der, der Gewinn und Ertrag zur Maxime seines Lebens erkoren hat, der hat sich schon jetzt mit ihm verbunden. Gewinnstreben, das Teilhabenwollen am Kaufen und Verkaufen nach den Vorgaben dieser Welt, verquicken also auch hier direkt mit der Finsternis und führen den, der daran Anteil hat, in die stetig zunehmende antichristliche Knechtschaft hinein. Wie viele Geschwister, besonders im Osten unseres Landes, unter dem Sog des im Zuge der sogenannten „Wende” hereinbrechenden Mammonsdienstes einst aufgebrochen waren, um endlich einmal reich und wohlhabend zu werden, und so in die Gefangenschaft eines von Schulden überhäuften Lebens geraten sind, ist kaum mehr abzuschätzen. Aus vormals geistlich Freien – und ja, man kann durchaus unter den Gegebenheiten eines totalitären Systems geistlich frei sein – sind nun Sklaven des Kapitals, der Banken und damit der hinter ihnen stehenden Finsternismächte geworden. Denn Mammon ist ein Geist, der beherrschen will; Jesus Selbst bezeichnet ihn sinngemäß als den „anderen Herrn”, dem man nicht folgen kann, ohne Gott dabei vorher aufgegeben zu haben, ganz gleich, wie „christlich” oder gar „biblisch” sich dieser Weg auch gebärden mag (Mt 6. 24). Ist man ihm aber erst einmal gefolgt, dann ist man auch unter seiner Herrschaft, dann ist man Knecht; am Ende muß man ihm dienen, ob man will oder nicht. Und so ist Mammon vor allem auch ein Herr, der schon heute von denen, die sich ihm ergeben haben, vor allem auf der materiellen Ebene ganz unbarmherzig, unnachgiebig und gnadenlos seinen Tribut einfordert.

Abb. 1 Dollar-Pyramide: "Annuit Coeptis - Novus Ordo Seclorum" (vergrößert)    Wer für solche Hinweise eine weiterführende Illustration braucht, der betrachte sich doch einmal die Rückseite einer amerikanischen Dollarnote. Die hier enthaltene Symbolik - unter anderem enthält sie die beiden Seiten des „Great Seal, des Großen Siegels der Regierung der USA - beschreibt uns weit mehr als nur die Gründungsgeschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Wir müssen schon genauer hinschauen, wenn wir von der Gründung zu den Hintergründen, und damit zu den geistlichen Fundamenten jener Welt kommen wollen, die damals ihren sichtbaren Anfang nahm und die nun ihrer Vollendung entgegenstrebt. Da erhebt sich mitten in der amerikanischen Prärie ausgerechnet eine ägyptische Pyramide, jenes Illuminatensymbol, das die inneren Machtstrukturen und Hochgrade dieser, der Öffentlichkeit freilich verborgen bleibenden Kreise der internationalen Hochfinanz darstellt, das, von dem linksseitig „schielenden Auge” des Gottes der oberen Freimaurerei bekrönt, mit den Schriftzügen „Annuit C½ptis und „Novus Ordo Seclorum” eingerahmt wird: Annuit C½ptis heißt so viel wie „Wagemutig begonnen – gewährt”, d. h. die Unternehmungen, die jene Kreise „mutig begonnen” haben, seien ihnen „gewährt”, „vom Erfolg gekrönt” also; und „Novus Ordo Seclorum” – das ist die „Neue Weltordnung”, jene Ordnung neuer Zeitalter, deren Errichtung man hier wie damals anstrebt und die in der heutigen Medienlandschaft mal offen und unverblümt erwähnt, mal eher zwischen den Zeilen hervorgeholt wird. In den dazugehörigen Erklärungen im Anhang [1] werden wir uns genauer mit diesen Dingen auseinandersetzen.

   So vermag das alles dem aufmerksamen Betrachter dann auch den Gott zu erklären – „in God we trust”, wie wir auf derselben Seite zu lesen bekommen (!) – , dem die Herausgeber solcher Banknoten in Wahrheit vertrauen. [2] Der Gott der Bibel, den die scheinbar Wissenden und die Unwissenden, die Verführer und die Verführten dieser Welt in das hier vorgezeigte schielende Auge hineininterpretieren, ist dies ganz gewiß nicht. [3] Nein, es ist Satan, der Fürst bzw. Gott dieser Welt, der hier und auf diese Weise verehrt wird. Ja, dieser ist es, der einst auch als König von Babel bezeichnet worden ist; seine Maxime sind schon immer Handel und Gewinn gewesen; auf diesem Wege war er vorzeiten schon zu Fall gekommen (Jes 14.3 - 14, Hes 28. 1 - 19). Geistliche Hurerei und Vermischung, die Einflußnahme weltlicher Macht und der Handel dieser Welt – wir sprechen ja oftmals auch vom Welthandel – gehören demnach eng zusammen: Erinnern wir uns nochmals an Babylon, die große Hure der Endzeit, die in der Offenbarung im Zusammenspiel sowohl mit den Königen der Erde, die mit ihr Hurerei betrieben haben, als auch mit den durch sie reich gewordenen Kaufleuten der Erde erscheint – sie ist zu einer „Wohnstätte der Dämonen” geworden (Off 18. 2 - 3). Wer an einem Ort wohnt, der bleibt, weil er sich diesen Ort zu seinem Sitz erwählte. Dort, wo man Handel und Gewinn zum gesetzmäßigen Lebensprinzip erhoben hat, sind also die Mächte der Finsternis zu Hause!


    Soweit die Sätze, wie wir sie im Wesentlichen auch in der „Zehntenlüge” niedergeschrieben haben. [4] Spätestens jetzt enthüllt sich der Kapitalismus als Religion; und zwar ist dies eine Religion, die sich an die Stelle Gottes setzt und nun vorgibt, sie sei Gott, von ihr hänge alles ab, sie gebe und sie nehme; ihre Vorgaben seien unabdingbar, obwohl sie doch Menschen gemacht haben. Werden im Kommunismus noch Roß und Reiter mit Namen genannt, sind die Konsequenzen also von vornherein klar, setzt der Kapitalismus alles daran, daß diese möglichst im Hintergrund und damit unerkannt bleiben. Das Rezept des Kommunismus ist Zwang und Gewalt, das des Kapitalismus ist Verführung und Ausbeutung. Die Wege zwar sind verschieden. Beide Ideologien aber stammen aus derselben Quelle; beide sind Ausgeburten derselben Finsternis, und beide führen auch wieder in dieselbe Finsternis hinein und enden damit gleichermaßen in Sklaverei und Abhängigkeit. [5] Die Grundschwäche des Kommunismus liegt weniger in seinem Wirtschaftssystem, als vielmehr in seiner erklärten, geradezu systemimmanenten Gottlosigkeit und damit - wie der Kapitalismus auch - in der Abwesenheit der Liebe. So stellte man das System, das doch vorgab, den Menschen zu dienen, schließlich über ihn. Marx und Lenin setzte man an die Stelle Gottes; ihnen hat man geradezu religiöse Verehrung erwiesen. Ihre Philosophien ersetzten nun die Bibel auch offiziell. Schon damals hat man also versucht, das jeweils herrschende System „wissenschaftlich” zu begründen. In den Thesen des sogenannten „Wissenschaftlichen Kommunismus” fand dies seinen Niederschlag. Wo früher das Neue Testament gelegen hatte, da las man nun das „Kommunistische Manifest”. Hatten nicht die versagt, die den Namen Gottes so sehr im Munde führten? War nicht darum auch ihr Gott abzulehnen?

    Ideologisch wähnte man sich also gerechtfertigt; so beging man Unrecht, immer in „des Volkes” Namen. Man forderte von den Menschen ihr Eigentum; man raubte und stahl, wo man es nicht bekam; es ging schließlich um die Idee. [6] Und diese Idee wollte man durchsetzen, koste es, was es wolle. Wer anders dachte, gegen den wußte man wohl vorzugehen. Die Furcht vor einem fast allmächtigen Spitzelsystem war ständig präsent. Nie war sie unbegründet. Stalins Millionen, die er in den Gulags ermorden ließ, aber auch die vielen, die in den Zuchthäusern der DDR und anderswo einsaßen – sie alle bezeugen die traurige Unmenschlichkeit eines Systems, das doch so „menschlich” sein, „den Menschen dienen” wollte. Er liebe doch alle, und er habe sich für die Menschen einsetzen wollen, das waren denn auch die letzten Sätze Erich Mielkes, die er in der Volkskammer geäußert hatte, als er noch der führende Kopf der DDR-Staatssicherheit war. Man kannte ihn unter den Regierenden, man kannte ihn gut; so haben selbst sie diese Worte schließlich mit lautem Hohngelächter quittiert. Das war noch im Jahre 1989. Wohl kaum jemand kann ermessen, wieviel Elend und Tod allein dieser Mann im Verlaufe seines Lebens über viele Menschen gebracht hat. So lag das Menschliche an diesem System nicht zuletzt auch in seiner menschlichen, nur allzu menschlichen Bösartigkeit, die beständig unter seiner Oberfläche gärte und immer wieder hervorbrach. Weil es Gott ablehnte, mußte es auch die Tatsache ablehnen, daß der Mensch sich nicht mehr in seinem Urzustand befindet; er ist vor allem ein gefallener Mensch, bleibt seiner Sünde verhaftet. Dies ist bis heute das eigentliche Kernproblem des gottfernen Menschen geblieben und bleibt es auch weiterhin. Und bis heute will der Mensch dies nicht wahrhaben, behauptet weiterhin, im Kern sei er gut – vergeblich. „Denn ich weiß, daß in mir (das ist in meinem Fleisch) nichts Gutes wohnt; denn das Wollen liegt neben mir, aber das Treffliche auszuführen gelingt mir nicht. Denn nicht das Gute, das ich tun will, tue ich, sondern das Böse, das ich nicht tun will, dies setze ich in die Tat um” (Rö 7. 18, 19). Die dem menschlichen Fleisch innewohnende Unfähigkeit, das Gute zu tun, die dem Menschen ganz eigene Selbstsucht – all dies zerstörte seinen Traum von einer besseren Welt, noch ehe er überhaupt begonnen hatte.

    „Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein”, sang man in der frühen DDR. „Ohne Sonn’ und ohne Gott geht die ganze Welt bankrott”, war die heimliche Erwiderung derer, die es besser wußten. Diesen Bankrott finden wir allerdings bis heute; er ist nicht auf ein Gesellschaftssystem beschränkt; er tritt überall dort ein, wo man sich von Gott lossagt, ohne ihn sein Leben meistern will. So versuchte man schon damals mit Gewalt zu erzwingen, was nur Gott hätte geben können. Im Zuge dieser und anderer Propaganda sind nicht nur in der damaligen Sowjetunion, sondern auch in der ehemaligen DDR – hier gerade in der Frühzeit der Zwangskollektivierung – zahlreiche Mißernten an der Tagesordnung gewesen. Man kann eben nicht Segen dort erwarten, wo man Gott flucht und die Menschen verfolgt, die nach Ihm fragen. Wo man dazu noch Menschen einsperrt, kündigen sie die Gefolgschaft; wo man sie bevormundet, laufen sie bald davon. Die innerliche Kündigung seiner Bürger war geradezu die Crux dieses Systems. Sie war permanent; alles war von ihr durchdrungen; man fühlte sie auf den Straßen und Plätzen, man fühlte sie in den Betrieben; man roch sie geradezu. Der Staat betrog nicht nur sein Volk, das Volk betrog auch seinen Staat. So brach er am Ende zusammen. Hier zerbrach allerdings mehr als nur ein System. Sein Weg war zwar ein falscher, und die Art und Weise, mit Menschen umzugehen, verwerflich. Das ist unbestritten, ganz gewiß. Wir reden also nicht denen das Wort, die diese Dinge in einem allzu rosigen Licht darstellen und sich so ihrer Verantwortung entledigen, sich von ihrer eigenen Vergangenheit reinwaschen wollen. Denen, die uns dies gerne unterstellen möchten, tun wir diesen Gefallen nicht und nennen auch hier die Sünde beim Namen.

    Hier geht es jedoch um weitaus mehr. War hier nicht auch der Versuch zerbrochen, eine gerechtere Welt aufzubauen? Viele haben dies jedenfalls so verstanden und haben dies auch aufrichtig umzusetzen versucht. Sie lebten danach, was die meisten ihrer Kritiker bis heute nie taten; das war Maxime, war Richtschnur ihres Lebens. Das mag man durchaus einmal wohlwollend zur Kenntnis nehmen, auch wenn dies in der heutigen Meinungsbildung nicht mehr opportun erscheint. Doch immer fand dies statt ohne den Gerechten, ohne Gott Selbst; Ihn verwarf man. So verkam die Gerechtigkeit, die man doch so sehr anstrebte und mit allen Mitteln durchzusetzen suchte, schließlich zur Farce. Ohne Gott blieb der Sünder dazu verurteilt, ein Sünder zu sein; der Ungerechte blieb ein Ungerechter; gerecht zu leben, sich wie ein Gerechter zu verhalten, das ist ihm unmöglich, wie wir oben gesehen haben. Hier hatte man nie eine echte Wahl; dieser Weg mußte scheitern. Heute nehmen andere dieses Scheitern allerdings zum Anlaß, den Weg des Teilens, den durchaus richtigen Ansatz eines gerechten Ausgleichs zu diffamieren, um ihn vor allem für sich selbst von vornherein auszuschließen und ganz und gar unmöglich zu machen. Sie zeigen damit, daß auch sie zu wenig nachgedacht haben; sie haben nur das heute gängige Vorurteil übernommen und reden es nach; ihr Glaube ist in dieser Frage verkümmert und zurückgeblieben. So sollten sie, wenn sie wirkliche Christen sind, doch etwas mehr in der Bibel lesen, um auch in dieser Frage zu erfahren, was der Wille Gottes ist. Denn „was bei den Menschen unmöglich (wörtlich: adynaton, ohne Kraft, kraftlos) ist, das ist bei Gott möglich” (wörtlich: dynaton, kraftvoll, in Kraft seiend, d. h. bei Gott wirksam; im Griechischen ein Wortspiel; Lk 18. 27, Schlachter).

    Während der Kommunismus noch die bewußte Pervertierung der Ordnung Gottes darstellt – über diese Ordnung, nach der einer des andern Last tragen soll, werden wir auch weiterhin noch zu reden haben (vgl. Ga 6. 2) –, ist der Kapitalismus ihr von vornherein erklärtes Gegenteil. Er gibt sich zwar vielfach „fromm” und „christlich”. Dies ist allerdings kein Selbstzweck; es hat vielmehr etwas mit Verführung zu tun und dürfte noch aus der alten Zuordnung des Bürgertums zur Frömmigkeit der Monarchie herrühren, die durch die volkskirchliche Prägung – Staat und Kirche waren nie wirklich getrennt – in weiten Bereichen bis heute überdauert hat. Heute scheint sich selbst diese Prägung immer weiter zu verlieren, enthüllt die Gottlosigkeit auch hier zunehmend ihr Gesicht. So diente die Frömmigkeit für eine lange Zeit als Feigenblatt für ein in sich selbst völlig gottloses System; heute, in einer sich eher laizistisch darstellenden Gesellschaft, in der auch die alten Traditionen mehr und mehr über Bord geworfen werden, braucht man auch dieses Feigenblatt nicht mehr. Nicht umsonst haben sich ja gerade die sogenannten „christlichen” Parteien in Arbeiterkreisen über lange Jahrzehnte hinweg den Ruf einer eher unsozialen Gesinnung erworben, wenn auch andere, die bislang im „sozialen Mäntelchen” einhergegangen sind, ihnen heute emsig nachzueifern scheinen.

    Auch auf diesem Sektor haben die, die doch Christen sein wollten, katastrophal versagt; nur zu lange haben sie eine Christenheit repräsentiert, die ihr Selbstverständnis nicht mehr aus der Bibel und den in ihr enthaltenen eindeutigen Worten ihres Herrn, sondern immer wieder aus der eigenen Tradition, nicht zuletzt auch aus ihrer eigenen Herkunft und vor allem aus ihrem gesellschaftlichen Stand entnommen hat. So ist auch die Wahrung von Besitzständen bis heute ein vieldiskutiertes Thema geblieben. Hier ist dem Feind in hohem Maße Raum gegeben, ist ihm ein weites Feld überlassen worden (vgl. Eph 4. 27). Die Finsternis hat naturgemäß nicht darauf verzichtet, diesen Raum auch einzunehmen, ihn für sich zu besetzen und in ihrem Sinne umzudeuten, um ihn dann für ihre Zwecke nutzen zu können. Ein paar Absätze weiter oben haben wir ein wenig davon zu beschreiben versucht. Als ich vor einiger Zeit einmal einen vermögenden Unternehmer fragte, weshalb es seiner Meinung nach „linke” Parteien denn überhaupt gäbe und ob er sich einen Reim darauf machen könnte, welche Umstände zu ihrer Entstehung geführt hätten, erntete ich jedenfalls betretenes Schweigen. Soweit es diese Frage betrifft, währt sein Schweigen bis heute. In jenen Kreisen möchte man uns nur zu gerne weismachen, daß die Einteilung und Trennung von Menschen in Klassen, in Reich und Arm, in Mächtige und Machtlose , in Bedienstete und Diener, in Mündige und Unmündige - wobei die eine von der jeweils anderen Klasse sich streng abgeschirmt zu halten habe - eine Erfindung von Kommunisten , Aufrührern und bösen Gewerkschaftern gewesen sei. [7] Dem ist nicht so; das waren sie schon selbst; damit aber waren sie es auch, die denen, die sie heute kritisieren, mitsamit ihrer verderblichen Ideologie ein gewaltiges Einfallstor geöffnet haben.

   
In jenen Tagen... entstand ein Murren unter den Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Handreichung übersehen wurden. Da riefen die Zwölf [die Apostel] die Menge der Jünger zu sich und erklärten: Es ist nicht wohlgefällig, daß wir das Wort Gottes vernachlässigen und die Tische bedienen. Seht ihr euch um...(Apg 6. 1 - 4). Diese Sätze der Apostelgeschichte sind heute mehr als 1950 Jahre alt. Es fällt schon auf, daß in der Behauptung, daß das Bedienen der Tische für die Apostel nicht mehr wohlgefällig sei, das Wort Gott fehlt. Und es sind ausgerechnet die Sätze jener, die der Herr sehr eindrucksvoll, nämlich vermittelst des Wunders der Brot- und Fischvermehrung bei den verschiedenen Speisungen der Viertausend und der Fünftausend, darüber belehrt hatte, daß sie es doch sein sollten, die mit der Menge nicht nur das geistliche, sondern auch das natürliche Brot zu teilen hätten. Gebt Ihr ihnen zu essen, das waren Seine ständig wiederholten Worte. (Mt 14. 16, Lk 19. 13 u. a.). Der Herr hat diese Seine Worte niemals aufgehoben. Nie waren diese Dinge getrennt - nicht nach dem Willen Gottes. Menschen waren es, die hier eine Trennung vollzogen haben; und wieder einmal waren es die, die es hätten eigentlich besser wissen müssen.

    In jenem
Gebt ihr ihnen zu essen - als Ursprung gottgewirkter Nahrungsvermehrung - finden wir auch die eigentliche Wirtschafts- und Sozialordnung vor, wie Gott sie uns in Seinem Wort ganz klar vor die Augen stellt. Wenn jeder das gibt, was er über seinen eigenen unmittelbaren Tagesbedarf hinaus hat, kann Gott schließlich alle versorgen: die anderen, die tatsächlich Not leiden, wie auch die Gebenden selbst. Und wie die zwölf Körbe Brot zeigten, die am Ende der Versammlungen übriggeblieben sind, werden nicht nur alle satt; es bleibt tatsächlich noch jede Menge übrig - wenn wir nur bereit sind, dem anderen zu geben, wessen er bedarf, während wir es doch haben (Mt 14. 20). Bringen wir das, wir haben, Jesus - nicht einer Gemeindestruktur, nicht einer Kirche, überhaupt nicht einem menschlichen Gremium, sondern Jesus selbst, und Ihm zuerst - dann wird Er es für alle mehren, und zwar zuerst für die, denen die Gabe gilt, dann auch für die Gebenden selbst. ER wird es machen, nicht wir. Das ist die Lehre aus diesem Bericht. [8] In der Vernachlässigung und dann auch völligen Aufgabe dieser Dinge finden wir u. a. auch den Grund für das baldige Verarmen der Jerusalemer Gemeinde vor, weshalb der Apostel Paulus, den Gott ganz offenbar auch zur Richtigstellung dieser und anderer Fehlentwicklungen auf den Plan rief, sowohl unter den Römern (!) als auch unter den Mazedoniern und denen in der Provinz Achaja Sammlungen für die notleidene Jerusalemer Gemeinde veranstaltete.

    Obwohl Paulus Helfer hatte, tat er es doch selbst - und er tat es mit ganzem Einsatz, während er sein eigenes, selbstverdientes Brot aß und darauf bedacht war, daß er selber niemanden beschwerte. Daraus erwuchs dann auch seine Vollmacht, andere zu lehren, es ihm gleichzutun (2Thess 3. 7 - 15, s. a. 1Kor 4. 16, 10. 32 - 11. 1). Die Berichte der Apostelgeschichte wie seine Briefe machen es ganz klar: Paulus hat das
Irdische nie von dem Geistlichen getrennt. Was der Kreis der Zwölf noch in Jerusalem verweigerte - Paulus ist sich nicht zu schade dafür, auch den irdischen Bedürfnissen der Geschwister zu dienen! Dabei begehrt er nie etwas für sich selbst (Apg 20. 33 - 36). Er bleibt auch hier in der Liebe; und so sammelt er für die Geschwister überall, er sorgt für ihr leibliches wie für ihr geistliches Auskommen, damit aber auch für ihr leibliches und somit zuletzt auch für ihr geistliches Überleben. [9] So schreibt er den Römern: Zunächst gehe ich nun nach Jerusalem, um den Heiligen zu dienen. Denn Mazedonien und Achaja haben es gut geheißen, eine Beisteuer (Koinonia) für die Armen unter den Heiligen in Jerusalem zu geben. Sie heißen dies gut, weil sie ja deren Schuldner sind; denn wenn die Nationen an deren geistlichen Gütern teilnehmen, so sind sie auch verpflichtet, eine Beisteuer zu den fleischlichen zu leisten. (Rö 15. 25 -27). [10]

    Jene Fehlstellungen am Anfang haben jedoch weitreichende Folgen, die auch ein Paulus nicht mehr abwenden kann. Haben jene doch die Worte umgedreht, die Jesus sie lehrte. Und so setzen sie an die Stelle des
Gebt ihr ihnen zu essen ihr eigenes Seht ihr euch um - laßt es andere machen - wir aber wollen allein am Gebet und am Wort dienen - wir sind zu Wichtigerem, zu Höherem berufen. Diese Haltung ist bereits eingefleischt. Paulus tat dies nie. Sein Denken ist in dieser Frage ein völlig anderes. Mit dieser verhängnisvollen Umkehrung entsteht dann auch wieder jene verderbliche Hierarchie, die die Menschen einteilt in jene, die bedient werden, und in jene, die zu dienen haben, die sie einzwängt in ein System vorgeblich Wissender und Unwissender”, am Ende aber auch wieder in ein System Besitzender und Besitzloser preßt. Und begonnen hat all dies - für jene kaum mehr sichtbar, da sie ihren Fokus statt auf den Nächsten auf sich selbst, auf ihren Weg, auf ihren Dienst usw. gerichtet hatten - mit einer Vernachlässigung der Liebe, der Handreichung des täglichen Für- und Miteinanders. Von dem Murren jener Hellenisten (die, die nichts besaßen) gegen die Hebräer (die, die das Land, damit die Gelderlöse aus diesem Land und somit auch etwas zu verteilen hatten) aus der Apostelgeschichte bis zu den Streiks und den sozialen Unruhen neuerer Tage war es dann ein nur allzu folgerichtiger Weg. [11] Man hat dann wohl die Unruhestifter bekämpft, und das meistens mit Erfolg; aber auf die Idee, daß man diese Unruhestifter selbst hervorgebracht haben könnte, sind die Teilhaber der angeblich besseren Gesellschaft” nie gekommen. In ihrer Haltung, für den eigenen Gewinn über Leichen zu gehen, und dem sonntäglichen Gottesdienstbesuch sahen sie offenbar keinen Widerspruch. Und dieser Hochmut währt bis heute. So fahren jene Kreise fort, in dieser Frage zu sündigen; und immer haben sie diese Sünde mit ihrer vorgeblich hohen Berufung und mit dem in ihren Augen gottgegebenen, daraus resultierenden höheren sozialen Stand zu begründen gewußt - als ob das alles rechtens, alltäglich, selbstverständlich sei.

    Auf diese Weise ist wiederum
das Volk entstanden - als die zur unkenntlichen grauen Masse degenerierte und erstarrte, in Abhängigkeit gebrachte und gehaltene Ansammlung Nächster, die nach den Vorstellungen der Besitzenden, der Käufer und der Verkäufer dieser Welt, möglichst wenig zu leben, dafür umso reibungsloser zu funktionieren habe. Daß dieses Volk irgendwann nach radikalen Lösungen sucht, wenn es in seinen Nöten alleingelassen und der Bogen allzulange überspannt wird, ist ja keine so neue Erkenntnis. Besser wird seine Situation davon freilich nicht. Im Gegenteil - hier schlägt meistens die Stunde der Hetzer und der Demagogen, der Ultra-Rechten und der nicht weniger radikalen Linken, der neuerlichen Profiteure und der Bauernfänger beiderseits jenes Weges, den man hätte eigentlich beschreiten sollen (vgl. Spr 4. 20 - 27). Und gerade jene sind es, die für sich stets einen gewissen christlichen Anspruch reklamiert haben, die diesen Fragen bis heute ausweichen. Dies tun sie freilich mit einer Vehemenz, die fast schon wieder bewunderungswürdig scheint - wenn es nur nicht so traurig wäre. Und so bleibt man sich und anderen die Antwort schuldig; das Gespräch aber und der Austausch, die so notwendig wären, um das Miteinander der gespaltenen Gesellschaft zu heilen oder ein solches Miteinander überhaupt einmal erst herzustellen, bleibt aus. Hier besteht überhaupt kein Interesse. Wenn man schon den anderen nicht offiziell  über den Tisch ziehen kann, dann muß man ihn wenigstens unmöglich machen. Und so drischt man einfach immer nur auf „die anderen” ein, ohne einmal nach dem Woher und dem Wohin zu fragen. Vor allem aber weigert man sich, sich dem klaren Urteil des Wortes Gottes zu stellen und sich ihm auch in dieser Frage eindeutig unterzuordnen.

    In den im letzten Teil der „Zehntenlüge” enthaltenen Betrachtungen zur Kirchengeschichte sind wir auf die hier angesprochenen Entwicklungen und Zusammenhänge noch einmal, wenn auch nur kurz, eingegangen. Wer sich mit dieser Geschichte ein wenig gründlicher und vor allem unvoreingenommener beschäftigt, als dies weithin der Fall ist, der bemerkt bald, daß man hier nicht nur die Welt eingelassen hat; man ist im Verlaufe der Jahrhunderte selbst wieder zur Welt geworden. So ist es auch mit der kapitalistischen Ideologie, mit der wir uns im Lichte des Wortes Gottes beschäftigen müssen, wenn wir uns mit der Thematik Babylon - der Einheit der Welt in politischer, wirtschaftlicher und religiöser Hinsicht - tatsächlich auseinandersetzen wollen. So stellt
der Kapitalismus einen völlig anderen, einen der Ordnung Gottes geradezu diametral entgegengesetzten Weg dar. Man bezeichnet ihn gemeinhin auch als Gewerbetreiben. Sein Lebenselixier ist darum der Weg des porismos, des Bestrebens also, Erwerbs- oder Geldquellen zu finden oder zu eröffnen; es ist der Weg des Verdienens, des Ansammelns von Reichtümern oder überhaupt von Gütern für sich selbst (1Tim 6. 3ff). Das Sammeln von Gütern bezeichnet das Neue Testament als Mammonsdienst (vom hebr. mamona, das Sichere, das Gespeicherte). Mammonsdienst schließt ohne Ausnahme vom Dienst Gottes aus, wie der Herr sagte; es gibt keinen „christlichen” Mammonsdienst, so gibt es also auch keinen „christlichen” Kapitalismus, wie heute viele meinen; es ist ein anderer Herr, dem man hier dient, damit aber handelt es sich um Götzendienst (siehe Mt 6. 19 - 24, vgl. auch Lk 12. 13 - 21). Bereits hier wird der Hörende also mit falschen Begriffen und Zuordnungen getäuscht.

    Auch Paulus warnt vor diesem Weg und beschreibt ihn als eine Versuchung und als einen Fallstrick; er hat „viele und schädliche Begierden” zur Folge, was schließlich den, der ihn geht, in „Ruin und Untergang” führt (1Tim 6. 9). Insgesamt baut er auf der philarguria, der Liebe zum Geld auf; er erwächst also aus einer Philosophie, die die Bibel „eine Wurzel aller Übel” nennt (1Tim 6. 10). „Geldgier (philarguria) sei nicht eure Weise”, heißt es dann auch im Hebräerbrief; „euch genüge, was vorhanden ist” (Hbr 13. 5). Neben anderen Dingen ist zunehmende Geldgier ein Phänomen der letzten Tage (2Tim 3. 2). Wir werden auf diese letzten Tage im Zuge unseres Artikels noch einzugehen haben. Die zweite Quelle des Kapitalismus ist mit der Geldgier eng verwandt; es ist die pleonexia, die Habgier, das Mehr-Haben-Wollen im Wortsinn. Dem entspricht der ihm ganz eigene Hang, Güter bzw. irdisch faßbare Werte über das gegebene Maß hinaus vermehren zu wollen. „Mehr als dies”, „mehr als das”, das ist seine Grundhaltung; ohne eigenen Gewinn kann er nicht sein. So bestimmt Habgier geradezu sein Wesen; sein Ziel ist der Profit, d. h. der Vorteil (lat. der vor anderen erzielbare Anteil). Immer geht es ihm darum, mehr zu haben; er will mehr haben als das Gegebene, und er will mehr haben als Andere; und er will es vor allem vor ihnen haben. Der ständige Ruf nach „mehr” – „mehr Geld”, „mehr Gewinn”, „mehr Wachstum”, „mehr Lohn” – er ist der Ruf grenzenloser, unersättlicher Habgier.

    In denselben Bereich gehört damit auch das Übervorteilen (pleonektéo, so in 2Kor 7. 2, 12. 16, 17; 1Thes 4. 6). Das Übervorteilen ist die Habgier der Tat bzw. die ausgeübte Habgier und wird im Neuen Testament auch als Unreinheit bezeichnet (1Thes 4. 6). Seine wohl krasseste Form ist der Konkurrenzkampf, der Versuch, den Mitbewerber zu verdrängen, ihn aus dem Feld zu schlagen, um den Gewinn selbst einzuheimsen. Immer ist Druck dabei; die Grenzen zwischen psychischer und physischer Gewalt sind oft fließend. Man nennt dies heute auch Ellenbogenmentalität. Auch wenn sie nicht nur den Gewinn von Geld im Auge hat, sondern durchaus auch andere Dinge, hat sie also immer auch etwas mit Habgier zu tun; sie ist ihre zweite Form. Hier spielt auch das Ausüben von Macht hinein. Die dritte Variante der pleonexia, der Habgier und des Übervorteilens, ist der Geiz. Wir beschreiben ihn am Besten als zurückhaltende, am Eigenen festhaltende Habgier. Wer Dinge oder auch Dienstleistungen vorrangig nach ihren Kosten beurteilt, wer einkauft nur noch nach dem Preis, wer also spart und festhält ohne Not, der hat ohne Zweifel die Sünde des Geizes in seinem Leben! Geiz hält zurück, um die Kosten zu begrenzen; er will den Vorteil des Gebers bewahren bzw. nicht aufgeben; so beschneidet er die Gabe und übervorteilt damit den Nächsten, den Lohnempfänger, den Bruder usw., dem sie gelten soll. Eine Gabe soll nicht wie Geiz, wörtlich: wie Habgier aussehen (pleonexia, dasselbe Wort, 2Kor 9. 5f). Die zunehmend üblich werdende Lohnzurückhaltung bzw. das Verlangen nach Billiglöhnen dürfte in diese Kategorie wohl mit einzurechnen sein. Auch der Ruf nach Fördergeldern, ohne die man nicht einstellen würde, gehört dazu. Aber hier steht noch sehr viel mehr. Hier geht es nämlich gerade auch um die Rechnung Leistung – Gegenleistung, von der die hier beschriebene Ideologie geradezu lebt und in der sie ihr Dasein hat. Nach dem Neuen Testament ist sie vollkommen zu verwerfen. Denn jede Gabe, die wir geben sollen, soll ja ohne Habgier sein, wie wir gerade gelesen haben, ohne die pleonexia, ohne die Erwartung also, daß sie sich für den Gebenden vermehren oder doch wenigstens erhalten solle. Im Reich Gottes gilt nicht der Gewinn, sondern die dem Nächsten erwiesene Liebe (Ga 5. 6b, 13, 14); das, was mir früher Gewinn war, das gereicht mir heute zum Schaden, es ist für Abraum zu halten, wie Paulus an die Philipper schrieb (Phil 3. 7, 8). Die Liebe ist kein Geschäft; nie fragt sie danach, was sie bekommt (1Kor 13. 5). Damit ist auch die Wohlstandslehre der sog. Glaubensbewegung, unter deren Joch sich so viele Geschwister begeben haben, eindeutig der Lüge überführt; ihre Quelle ist das Begehren, und ihr ganzer Beweggrund ist nichts anderes als Habgier!

    Die Bibel nennt Habgier mehrfach Götzendienst, und sagt klar, daß die, die solches verüben, keinen Anteil am Reich Christi und Gottes haben bzw. kein Losteil an der Königsherrschaft Gottes erhalten werden (1Kor 6. 9 - 11, Ga 5. 19 - 21, Eph 5. 5ff). Götzendienst ist wiederum ein Werk des Fleisches (Ga 5. 19). Um dieser Dinge willen – der Apostel nennt die Habgier mit Hurerei und Unreinheit in einem Atemzug – „kommt der Zorn Gottes über die Söhne der Widerspenstigkeit” (Eph 5. 6; derselbe Wortlaut auch Kol 3. 5). Dieser Weg wird demgemäß als Weg der Finsternis bezeichnet, an dem wir keinen Anteil haben sollen. Der Ausschluß dieses Weges ist im Neuen Testament so deutlich, so rigoros, so drastisch, daß wir mit dem pleonéktes, dem Habgierigen, der sich einen Bruder nennt, keinerlei Gemeinschaft pflegen sollen; mit einem Solchen sollen wir nicht einmal essen; so sollen wir „den Bösen” (gemeint ist hier der Teufel bzw. sein Einfluß) aus unserer Mitte entfernen (1Kor 5. 10f). Hinter jedem Mammonsdienst, der immer auch mit Habgier einhergeht, steht demnach „der Böse”, der Teufel selbst; wer also mit diesen Dingen in Verbindung steht, gibt ihm, dem Bösen, Raum, öffnet sich der Finsternis, verbreitet sie, trägt sie weiter, bringt andere in sie hinein (vgl. Eph 4. 27). „Werdet daher nicht gemeinsame Teilhaber mit ihnen”, schreibt Paulus an die Epheser; „denn einst wart ihr Finsternis, nun aber seid ihr Licht in dem Herrn” (Eph 5. 7, 8). Somit gehört auch der Kapitalismus von seinem ganzen Wesen her zu den „unfruchtbaren Werken der Finsternis”, an denen wir als „Kinder des Lichts” (Vers 9) nicht teilhaben, sie aber als solche entlarven, ins Licht stellen sollen (11, 13). Wie die im Kommunismus zur Schau getragene Gottlosigkeit, so stellt damit auch die kapitalistische Grundlehre eine rein materialistische Ersatzreligion dar, eingeführt und zelebriert von Menschen, die den biblischen Gott längst verworfen und den Profit an Seine Stelle gesetzt haben. Ihn vor allem möchte man nur allzu gern auf den Trümmerhaufen derselben Gesellschaft schieben, die man gerade, so sagt man, „umzubauen” gedenkt.

    Das Dreigespann Habgier – Hurerei – Unreinheit tritt in der Schrift regelmäßig zusammen auf. Es ist also ganz gleich, ob wir uns in Habgier (pleonexía) befinden, oder ob wir uns in den Bereich der Hurerei (porneia) und damit auch der Unreinheit (akathasia) begeben haben wir bewegen uns mit allen diesen Dingen auf ein und demselben Weg der Sünde und des Götzendienstes. Der, der sich mit Habgier abgibt und sie propagiert, der ist also keineswegs besser als der, der sich mit Unzucht und Pornografie beschäftigt; er lebt in ein und derselben Unreinheit und benötigt daher die Reinigung durch Jesu Blut, wenn er in die Gemeinschaft mit Gott eintreten will. Wie schon die zahlreichen Hinweise der alttestamentlichen Propheten auf die geistliche Hurerei Israels zeigen, entstammt beides derselben Wurzel; beides hat dieselbe Kraft, und so führt beides auch in dieselbe Trennung von Gott hinein. Dieser Zusammenhang zwischen geistlicher Hurerei und Habgier ist gerade in Kreisen, die sich den Anspruch einer gewissen Bibelgläubigkeit” gegeben haben, zumeist unbeachtet geblieben. Die Wege der Habgier wie der Hurerei wurzeln jedoch beide ausnahmslos in der Begierde des Fleisches (vgl. Ja 4. 1 - 10; siehe auch Off 18. 14). Wer immer auch diesen Weg geht, ist ein „Sohn der Widerspenstigkeit”, wie Paulus sagte, den wir oben angeführt haben; er kommt vom Widersacher her, befindet sich also im offenen, direkten Widerstand gegen Gott. Von solchem Widerstand gegen Gott bis zur offenen Zauberei ist es dann nicht mehr weit, denn „Ungehorsam ist Zaubereisünde, und Widerstreben ist Frevel und Abgötterei” (1Sam 15. 23; wir sprachen eben vom Götzendienst).

    Spätestens hier wird also der okkulte Hintergrund dieses Weges deutlich. Er wird die letzten Tage dominieren und dominiert sie bereits. Wen wundert es da noch, daß auch Babylon, die Stadt der Könige und der Kaufleute, die Stadt des Kaufens und des Verkaufens als Ort bezeichnet wird, in dem diese Dinge eine ganz zentrale Rolle spielen, wie wir eingangs bemerkt haben (Off 18. 2 - 3). So wird sie nicht umsonst die „große Hure” genannt (17. 1, 15 usw.). Aber sie ist noch mehr; sie die Quelle jeglicher Finsternis; von ihr geht sie aus; sie ist die „Mutter der Huren und der Greuel der Erde” (17. 5). Und so werden wir nicht im Unklaren gelassen darüber, wer die Macht hat auf Erden. Wieder ist es Babylon; sie hat die Königsherrschaft über die Könige der Erde erlangt (17. 18); diese haben sich mit ihr eingelassen, haben mit ihr gehurt, sind mit ihr Bindungen eingegangen; so sind „durch den Wein ihrer Hurerei” ihr dann auch alle Nationen anheimgefallen, über die die Könige einmal gesetzt waren (18. 3). Wiederum gehören Kaufleute und Zauberei zusammen; sie erscheinen in einem Satz, so nahe, so eng stehen sie beieinander. Ein unübersehbarer Machtwechsel findet statt. Am Ende sind es die Kaufleute Babylons, die die Macht haben; jetzt sind sie die „Magnaten der Erde” geworden; durch die Zauberei ihrer Stadt, die man auch „die Große” nennt, wird nun die ganze Welt irregeführt (18. 23). Damit ist die Religion der Endzeit klar beschrieben; wir wissen nun, wo genau sie steht. Ihr einziger Inhalt ist Kaufen und Verkaufen, ihr Lebenszweck ist der Gewinn, und ihre Priester sind die Kaufleute der Erde. In ihr wird der Widerstand gegen Gott weltweit kulminieren; so wird man einmal das Blut all der Heiligen und der Propheten in ihr wiederfinden, die auf Erden hingeschlachtet worden sind (17. 6, 18. 24).


    Und so besitzt dieses System schon heute eine deutlich religiöse Dimension; es ist in sich selbst so religiös, daß selbst in diversen intellektuellen Kreisen bereits ganz offen von der Religion des Kapitals gesprochen wird, von einer Religion des Geldes, des Reichtums, der Banken und der Bosse. Ihr hat sich alles unterzuordnen, ihren Schranken soll sich jedermann fügen. So gilt nun nicht mehr, daß der Starke den Schwachen trage, der Reiche Verantwortung für den Armen habe (Apg 20. 33 - 35). Dem entzieht man sich – und geht den billigen Weg. „Der Markt allein werde alles richten”, so meint man in den Kreisen derer, die an den Gott dieses Systems glauben. Ach ja, wirklich? Nun, fragen wir nur in den Elendsvierteln dieser Welt, was der Markt denn gerichtet hat! In den Kathedralen der Banken und des Kapitals interessiert dies freilich wenig. Babylon hat viele davon; Türme sind es, die bis in den Himmel reichen (s. 1Mo 11. 1 - 9). Da werden Produkte verkauft, als sei ihr Verkauf ein Gottesdienst; Waren werden in Tempeln präsentiert, in Glitter und Glamour, hochthronend, angestrahlt, musikumschmeichelt, göttergleich; selbst Menschen (man nennt sie Arbeitskräfte) werden feilgeboten wie auf einem Basar, sollen verheizt werden für eine Religion, die sich Kapitalismus nennt. Rational gibt sie sich, kühl und aufgeklärt. Und doch stellt sie nichts anderes dar als primitivstes Heidentum in hochwissenschaftlichem Gewande. Hier darf, ja soll der Mensch unaufhörlich seiner Hände Werk anbeten und vor ihm niederfallen (vgl. Off 9. 20, 21).

    So gerät diese Anbetung zu dem größten Opferkult in der Menschheitsgeschichte. Profit heißt der Moloch, dem man sich in den Rachen wirft, und die Befriedigung seiner Gier wird zum ersten Gebot. Erfolg sei das Ziel und Rücksichtslosigkeit der Weg; der Nächste bleibt dahinten. „Tanze ums Goldene Kalb”, heißt die Parole seiner Gläubigen, „tanze doch schneller” – wehe dem, der nicht mithalten kann, den Tanz nicht mittanzen will. „Modernisierung” nennen dies die „Modernisierer”, und doch ist das Ganze ein uralter Hut, hervorgekramt aus der Mottenkiste der Geschichte und mit zeitgemäßem Anstrich versehen. Hier stehen falsche Propheten wieder auf, Priester eines Markt genannten Götzendienstes, dem Baalskult in neuem Kleid. Männer von Format sind es, die ihn ausüben, und sie scheinen in der Überzahl, wenige nur sind es, die ihnen Paroli zu bieten wagen. Wer anders denkt, wird diffamiert, ausgegrenzt und totgeschwiegen. Denn der Zeitgeist regiert, und der Zeitgeist diktiert. So hüpfen sie gleichsam um den Altar, den sie gemacht haben, beschwören ihren Gott, berauschen und verletzen sich in ekstatischem Tanz. Und sie möchten gern, daß das Volk ihnen folge; es soll sich zum Tanz verführen lassen, damit es sich an diesem Altar ebenso berauschen und verletzen, ja endlich dahinschlachten ließe wie sie (vgl. 1Kö 17. 21 - 29, 40). „Wollt ihr den totalen Krieg?” hatte man die Deutschen vor über sechzig Jahren noch befragt, benebelt vom totalen Rausch, gefangen im totalen Wahn; heute fragt man nicht mehr; man verfügt – den totalen Kapitalismus. Denn das Kapital hat längst die Macht, zunehmend durchdringt es alle Lebensbereiche; schließlich nimmt es auch den Regierenden das Heft aus der Hand, es bestimmt das Staatswesen, und das Wort vom Turbokapitalismus macht die Runde. Abb. 2 "Börsenbulle": Tanz ums goldene Kalb?Seine Hintermänner sind noch immer dieselben, und so werden auch die Ergebnisse ihres Tuns einmal dieselben sein. Die Geister, die man rief, die wird man nicht mehr los. So wird die ganze Welt verführt und rennt in ihr Verderben. Hier ist nicht weniger als ein neuer Totalitarismus am Entstehen – unter den Deckmäntelchen von „Demokratie”, „Wohlstand”, ja sogar von „Freiheit”.

    In solchem Götzendienst erfüllt sich längst, was die Offenbarung prophezeite. Noch schwärmen maßgebliche Politiker von seinem vermeintlichen Siegeszug, vom Sieg des Kapitalismus, sich und ihre Ideologie feiernd. Von Habgier getrieben, verführen sie die Ahnungslosen mit geglätteten Worten, ja mit christlich klingenden Phrasen und machen sie so zur Handelsware (vgl. 2Ptr 2. 1 - 3). Schon lassen sie die Maske fallen. Und doch ist ihr Gericht beschlossen, bleibt Gott im Regiment. „Warum schnauben die Nationen und kümmern sich die Völkerstämme um Vergebliches? Die Könige der Erde stehen dabei, und die Oberen versammeln sich am selben Ort gegen Jawe und Seinen Gesalbten: Wir wollen zerreißen ihre Bande und ihr Joch von uns werfen. Der in den Himmeln thront, verlacht ihr Tun, Jawe hohnlacht ihrer. Dann wird Er sprechen in Seinem Zorn, und in Seiner Zorneshitze verstört Er sie...” (Ps 2. 1 - 5). So wird auch hier das Gericht kommen, und es kommt schnell; in einer Stunde ist es da, und Babylon, die sich so groß gebärdete, ist dann nicht mehr; Gott trifft das Kapital an seiner Wurzel, zerstört die Räuberhöhle: „Auch die Kaufleute dieser Erde trauern und jammern über sie, da niemand mehr ihnen ihre Fracht abkauft: Fracht an Gold, Silber, kostbaren Steinen, Perlen, Batist, Purpur, Seide und Scharlach, jede Art Zitrusholz, jedes Gerät aus Elfenbein, jedes Gerät aus kostbarstem Holz, aus Kupfer, Eisen und Marmor, dazu Zimt und Ingwer, Räucherwerk, Würzöl und Weihrauch, Wein und Öl, Feinmehl und Getreide, Vieh und Schafe, Pferde und Karossen, sowie Körper und Seelen von Menschen... Die Händler, durch diese Waren an ihr reich geworden, werden aus Furcht vor ihrer Qual von ferne stehen und trauernd sagen: Wehe, wehe, du große Stadt, die du mit Batist, Purpur und Scharlach umhüllt, mit Gold vergoldet und mit kostbaren Steinen und Perlen geschmückt warst; daß in einer Stunde soviel Reichtum verödete!” (Off 18. 11 - 17).

    Für die Kaufleute dieser Welt ist der Mensch zur Ware geworden, er bringt nicht viel, ist wenig wert; er ist der letzte in ihrer Warenkette (Vers 13). Zum Material wird er erklärt, zum Mittel des Profiterwerbs, zum verfügbaren Gegenstand, er, der doch das Ebenbild Gottes sein sollte. So kennt die in der Verachtung des Menschen liegende Mißachtung Gottes, oft ausgeübt unter pseudo-christlichem Anstrich, keinerlei Grenzen mehr. Man schmäht dem Schöpfer, indem man Sein Geschöpf mit Füßen tritt – und es zur Handelsware erklärt, die für Geld zu haben sei. Indessen macht man weder vor dem Ungeborenen, noch vor dem Geborenen halt. Der Mensch verkommt zur bloßen Ressource; zunehmend wird er zum Ersatzteillager für eine reiche und solvente Kundschaft degradiert. Sogar an der Börse handelt man ihn; sein Körper wird zerlegt und auf den Markt geworfen und landet schließlich auf den Fleischtheken des Kapitals. Der weltweit operierende Organhandel, der sich der Ärmsten der Armen bedient, wie der mit Embryonen zeigen dies in erschreckender Weise. Die ersten Opfer sind immer die, die sich nicht wehren können. Es sind die Ungeborenen, die kleinen Kinder, die Armen und die ganz Alten. Der Jugendwahn grassiert, narzißtischer Ausdruck einer kranken Gesellschaft. Nicht der Mensch definiert mehr die Leistung, sondern die Leistung definiert den Menschen. Wer die geforderte Leistung nicht mehr erbringen kann, hat deshalb seinen „Wert” verloren und wird zügig, sehr zügig aus der Gesellschaft ausgegrenzt. Das, was sich also nicht zu Geld machen läßt, vielmehr noch jenes, das dem selbstgefertigten, in eigenen Augen perfekten Menschenbild nicht entspricht, wird lediglich als Kostenlast empfunden; es wird entlassen, weggesperrt oder auch weggeworfen, „entsorgt”, wie man auf neudeutsch sagt.

    Man diskutiert sie wieder, die Frage nach der sogenannten Euthanasie, die Frage des vermeintlich werten oder unwerten Lebens. Schon streitet man darüber, ob man den Alten noch jede medizinische Hilfe zukommen lassen soll. Ist Leben bezahlbar, entspricht es dem selbstgemachten Ideal, dann darf es bleiben, wo nicht, ist es keiner Zuwendung mehr wert, setzt man es beiseite – und bringt es damit um (1Jo 3. 15). Das, was doch niemand bezahlen kann, das soll sich nun in Geld ausdrücken und in Geld, in Plus und Minus abgerechnet werden. Alles, aber auch alles wird zur Währung gemacht, jeder handelt mit jedem und, was man übersehen hat – Gott hat es gesehen. [12] All dies sind Sünden, die längst zum Himmel schreien, und zwar seit Jahrhunderten schon; und doch wird der Schrei überhört, ja offen übertönt. Man spendet vielleicht hier ein wenig und dort ein wenig, um sein Gewissen zu beruhigen, das um solcher Sünden willen nicht mehr schweigen kann. Dafür darf man sich dann auf Bronzetafeln verewigen und feiern lassen, die Gesellschaft ist endlich abgespeist und gibt Ruhe, und der gute Name ist wieder einmal gerettet, weil Firma Soundso schließlich gespendet hat. Da werden die Angestellten erpreßt und getrieben, die Löhne gekürzt, ihre Zahlung immer wieder hinausgezögert oder auch ganz verweigert. Wer sich nicht dreingibt, der fliegt aus der Firma – Macht zu haben, das ist doch eine feine und bequeme Sache. Gleichzeitig aber fastet und opfert man, um Gott zu nahen, und jeden Sonntag sitzt man in der Gemeinde in der ersten Reihe, dort, wo sonst auch die Ältesten sitzen, gleich neben dem Pastor und seiner Frau...

    In einem christlichen Internet-Forum stand einmal folgendes zu lesen:

    „Ich habe ganz miese Erfahrungen in einer Firma gemacht, in welcher sowohl der Inhaber als auch der Geschäftsführer bekennende Christen sind und obendrein wie ich in der ... (Name der Gemeinde) sind und wo überall an den Wänden Bibelsprüche hängen”, schrieb ein Bruder da.

    Und weiter: „Über den Inhaber stand neulich ein Bericht im Manager Magazin, als es um die 100 reichsten Deutschen ging. Der Titel lautete: Milliardär von Gottes Gnaden.

    Der Untertitel: Daß geschrieben steht, ein Kamel käme leichter durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel, das ficht X.Y. nicht an.

    Und genauso ist es. Alles, was seinem selbstherrlichen Lebensstil entgegensteht, ficht ihn nicht an. Es passieren Dinge in dem Laden, die sind unglaublich. Da wird der Sohn eines Missionars der Allianz-Mission, wo der Geschäftsführer im Vorstand sitzt, mit dessen Wissen total be..., aber sie tun nicht das Geringste dagegen. Mir selbst ist es ähnlich ergangen.

    Der Unternehmer und seine Firma betätigen sich ungewöhnlich sozial. Das finde ich auch aller Ehren wert. Absolut. Allerdings frage ich mich, welchen Wert es hat, wenn ich ein paar Milliarden habe, ein paar Millionen spende und dies immer lauthals öffentlich mache. Ich weiß es nicht. Darüber muß auch ein anderer urteilen.

    Was ich jedoch glasklar weiß, ist die Tatsache, daß in besagtem Unternehmen gelogen und betrogen wird und daß die Großkopferten dies wissen. Und das finde ich armselig, und deshalb werde ich, sollte irgendwann mal wieder ein potentieller Arbeitgeber Christ sein, sehr genau hinsehen”.

    Ein anderer erwiderte ihm: „Mein Eindruck ist auch, daß in Unternehmen, die christlich geführt sind, oftmals härtere Bedingungen herrschen! Es wird meist schlechter bezahlt und man muß mehr leisten, so habe ich es oft schon gehört...”

    Auch andernorts erklingt immer wieder derselbe Tenor. Überall höre ich darüber reden, daß in betont „christlichen” Unternehmen schlechter gezahlt, gleichzeitig aber mehr getrieben, mehr Druck ausgeübt würde als anderswo. So hat sich dies überall herumgesprochen; in jeder Ecke weiß man davon; und so pfeifen es auch hier die Spatzen von den Dächern. In diesem Bereich scheint sich also ein genereller Trend abzuzeichnen; damit aber erweisen sich jene Verhältnisse als krank, und zwar von ihrer Grundlage, von ihrer Wurzel und ihrem Selbstverständnis her. Wir wollen dabei allerdings jene nicht antasten, die ihre Verantwortung wahrnehmen oder noch wahrnehmen. Für nicht wenige kommen zuerst ihre Mitarbeiter, dann erst kommen sie. Auch davon hört man, das darf man also nicht vergessen. Ihre Mitarbeiter sollten zu ihnen stehen, auch in weniger guten Zeiten, gerade dann, wenn sie Kinder Gottes sind. Sie brauchen jede Hilfe und Unterstützung, die sie finden können; für Außenstehende könnte sich eine solche Hilfe etwa darin äußern, daß man ihre Waren oder Dienstleistungen vor denen der anderen kauft oder in Anspruch nimmt. Eine gute, d. h. nach Möglichkeit postwendende Zahlungsmoral gehört unbedingt dazu; für Christen ist sie geradezu Pflicht. Auch hier gilt, daß der Arbeiter seines Lohnes wert ist (vgl. Lk 10. 7, 1Tim 5. 18). Nicht zuletzt sollte ihnen auch in besonderer Fürbitte gedacht werden. Sie stehen unter einem immensen Druck; in besonderer Weise sind sie den Mächten dieser Welt ausgesetzt, und der Feind schläft nicht, wie wir alle wissen. Daß Kinder Gottes nicht betrügen, sondern zu einer gewissenhaften und ordentlichen Arbeit angehalten sind, sollte hier nicht erst besonders erörtert werden müssen. Jenen aber, die sich wie vorstehend beschrieben verhalten, gilt Gottes dringender Ruf zur Umkehr. Entweihen sie doch Seinen Namen, machen ihn stinkend in den Augen der Welt. Jene, die immer wieder Gründe für ihren Unglauben finden, bekommen sie so „frei Haus” geliefert. Sollte es unter uns Christen nicht gerade sehr viel besser sein als anderswo? Was für ein schlechtes Zeugnis ist dies doch, und wieviel Gründe findet die Welt darin für ihre Lästerungen! Meinen wir etwa, daß es nicht auch vor die Ohren Gottes gekommen sei? Wie denkt Gott über einen Unternehmer, der sich so verhält, was sagt Gottes Wort über sein Gebaren?

    Die nach weltlichen Maßstäben wohlorganisierte „Gemeinde” mag das Opfer eines solchen wohl freudig angenommen haben. Gott aber ist es ein Greuel, was bedeutet, daß es Ihn ekelt; und so wird nicht nur dessen Opfer, sondern auch dessen Fasten abgewiesen. Nein, Gott hört so ein Gebet nicht, weil ein solcher Mann (oder manchmal auch eine solche Frau) Sünde aufgerichtet hat, Sünde gegen Gott, und Sünde gegen den Nächsten (Jes 58. 1 - 14, 59. 1 - 15, 66. 1 - 4; Ja 5. 1 - 6). Und Sünde trennt immer – sie trennt nicht nur von Gott, sie trennt auch von den Mitmenschen. Da mag man sich ob seines Erfolges und wegen seiner Gaben hofieren lassen, wie man will. „Bruder Sowieso sitzt im Gemeindevorstand und gibt regelmäßig seinen Zehnten, und für unseren Kindergarten in der und der Straße hat er gerade ein überaus großes Opfer gegeben, ach ja, und die rechte Hand unseres Pastors ist er auch”. Vergiß es, vergiß es ganz schnell, und kehre um, solange es noch Zeit ist. Heute ist es geradezu üblich geworden, sich „die Leute zu kaufen”, die man „braucht”. Hat man erst Gott gekauft, mit einer Gabe zufriedengestellt und also auf seine Seite gebracht – als sei Er wie ein heidnischer Götze zu „gebrauchen”, mit dem man das ungestraft machen kann – dann ist man erst recht über jeden Zweifel erhaben und darf selbstredend auch Seine Gemeinde regieren. Was kümmern uns dann noch die Kinder, die in Indien Teppiche knüpfen oder Fußbälle nähen, von denen derselbe Bruder vielleicht gerade einen größeren Posten geordert hat und nun wegen des geringen Einkaufspreises gewinnbringend wieder verkauft? Was geht uns auch das Blutgeld an, das sein Gewinn in unsere Kassen spült, solange es nur – Geld ist, das unsere Paläste und unsere vermeintliche „Erweckung” von morgen finanziert? Was interessiert uns das, wo der Bruder doch so überaus „gesegnet” ist?

    Und was interessiert das noch den Bruder, nachdem er doch der vermeintlichen Gerechtigkeit Genüge getan hat? Der „Status quo” muß schließlich aufrechterhalten werden, das Geschäft soll weitergehen, koste es, was es wolle, solange diese Kosten sich nicht in Geld ausdrücken lassen oder wenigstens doch von der Steuer abziehbar sind. Und so bleibt allen alles recht, solange nur gezahlt wird, solange nur der Gewinn bleibt, solange nur die Aktienkurse steigen und es wieder einmal gelungen ist, die Aktionäre auch in diesem Jahr zufriedenzustellen. Der Ehrliche und Gewissenhafte ist der Dumme, weil er sich der Konkurrenz der Billigen nicht mehr erwehren kann. Wer noch etwas über Verantwortung weiß und sich darum nicht in die allgemeine Riege der Ausbeuter einreihen will, der kann auch dort nicht mithalten und wird gnadenlos niedergewalzt. Geld regiert die Welt, sagt man. Regiert es auch die Gemeinde? Der kapitalistische Totalitarismus, Ausdruck des dem Mammon ganz eigenen Herrschaftsanspruches, enthüllt sich jedenfalls in allen Bereichen, und um jene Organisationen, die sich heute als „Gemeinde” bezeichnen, macht er keinen Bogen. Auch die Kirchenleitungen erleben wir zunehmend gleichgeschaltet. [13] Man hat schließlich zur totalen Privatisierung des Lebens aufgerufen; die Kommerzialisierung der Gesellschaft steht kurz vor ihrer letzten Vollendung; in ihr sieht man geradezu das Heil. Nach außen zeigt sich dies besonders an der Arbeitswelt. Billig, billiger, am billigsten, heißt auch hier die Devise. Heute geht man dahin, wo es billiger ist, und schielt gleichzeitig dahin, wo es morgen noch billiger sein könnte. Die chinesische Lösung ist wieder ganz modern. Firmen, die heute noch Gewinne machen, werden morgen aufgekauft, ausgeplündert, plattgemacht. Wer sich nicht ausbeuten lassen will, der fliegt. Während Zehntausende entlassen werden, weil sie in den Augen der Großindustriellen, Manager und Spekulanten offenbar ihres Lohnes nicht wert sind, steigen die Börsenkurse in schwindelerregende Höhen. Die Gehälter der oberen Zehntausend explodieren. Kritik an diesem Gebaren wird als Neid-Debatte diffamiert. Menschen, die bei geringsten Sozialleistungen irgendwie doch noch zu überleben suchen, werden kurzerhand zu Schmarotzern erklärt. [14] Der Kult ums Goldene Kalb hat jedes Maß verloren.

Unternehmen
Vorstandsgehalt
Zuwachs zum Vorjahr
Unternehmen Vorstandsgehalt Zuwachs zum Vorjahr
Deutsche Bank
6,7 Millionen
+58,5%
E.ON
4,4 Millionen
+108%
DaimlerChrysler
4,3 Millionen
keine Angabe
Allianz-Versicherung
2,8 Millionen
+45,6%
Siemens
2,4 Millionen
+20%
Deutsche Telekom
1,9 Millionen
+3,9%
Volkswagen
1,8 Millionen
keine Angabe Deutsche Post AG
1,3 Millionen
keine Angabe
Commerzbank 1 Million
- 19,1%
Lufthansa
500.000
- 42,7%

Tabelle: Durchschnitts - Jahresgehälter von Vorstandmitgliedern einzelner großer Unternehmen 2003 in Euro (nach IdeaSpektrum 36/2004)

    „Hiobsbotschaften am Arbeitsmarkt sind die Siegesbotschaften an der Börse”, hat Heiner Geißler von der CDU dieses Verhalten kürzlich wieder einmal gebrandmarkt (ZDF, JBK-Show am 4. 10. 2005). Er gehört zu den wenigen, die dieser Entwicklung Paroli bieten. Im Kreise derer, die diesen Weg vertreten, im Kreise der vorgeblich Wissenden, die geringschätzig lächelnd ihre Lippen schürzen, haben solche Leute freilich wenig zu sagen. Die vielpropagierte Freiheit des Einzelnen - hier endet sie. Arbeitsmarkt heißt der moderne Sklavenmarkt von heute, und heute wie damals werden auch hier lebende Menschen feilgeboten, ganz offen, unwidersprochen. Begriffe wie Leiharbeiter oder Personalagenturen sind modern, Ausweise kommerziellen und öffentlich forcierten Menschenhandels. Humankapital, so nennt man die Menschen nun. Fußballspieler kauft man ein, Manager handelt man wie andernorts Immobilien; Einstellungen gibt es oft nur gegen „Cash”; ohne Fördergelder wird kaum mehr Arbeit geschaffen. Und es sind regelmäßig dieselben, die für sich den Staat wohl zu bemühen wissen, die dann aber über „zu viel Staat” jammern, wenn es um Zuwendungen für die Armen oder um eine Absicherung für die Beschäftigten geht. Gar nicht zu denken ist an Geiselnehmer und Schleuserbanden; illegaler Menschenhandel reicht dem legalisierten mittlerweile die Klinke in die Hand. Viel Geld, auch Steuergeld läßt sich aus der Not von Menschen schlagen. So hat man wohl den Namen geändert, den Stecken des Treibers auch – der Markt und die darauf angebotene Ware aber sind geblieben...

    Darf man einen Menschen zu Markte führen? Darf man also mit den Leibern und den Seelen von Menschen Handel treiben und damit sein Geld verdienen? Man darf offenbar, solange man den Menschen nur als Arbeitskraft oder als Personal benennt. Heute freilich bietet man sich selbst feil; die Sklaventreiber, die damals sichtbar dabeistanden, agieren in diesen Tagen im Hintergrund, häufen ihre so erworbenen Reichtümer an und gebärden sich doch als Wohltäter der Nation. Hier soll nicht der Gewinn dem Menschen dienen, sondern der Mensch dem Gewinn. Hier gilt der Profit, nicht mehr das Leben. Für die, die sich dem Kaufen und Verkaufen verschrieben haben, kommt darum immer erst der Körper, die Arbeitskraft, danach erst kommt die Seele (Off 18. 13). Auch die wird dem Markt unterworfen; denn trefflich läßt sie sich zu Geld machen, wie die zahlreichen esoterischen Angebote unserer Zeit beweisen. Der aber, der Körper und Seele kauft, der besitzt sie, hält sie gefangen – und kann fortan mit ihr machen, was er will. Der die Seele kauft und dafür Geld gibt, ist der Teufel. Darum „fürchtet euch nicht vor denen, die den Körper töten, die Seele dagegen nicht töten können. Fürchtet aber vielmehr den, der die Seele wie auch den Körper in der Gehenna umbringen kann” (Mt 10. 28).

    In dem hier beschriebenen „Umbau der Gesellschaft” erkennen wir in der Tat die letzten Vorbereitungen, die nur dem einen Zweck dienen sollen: es gilt, der Herrschaft des Antichristen und der Errichtung seines Weltreiches endgültig den Weg zu ebnen, und langfristig all das zu zerstören, was der Anbahnung dieser Herrschaft hinderlich sein könnte. Um diesen Weg zu bereiten, muß die Welt unregierbar gemacht werden; Tod und Elend, Hunger und Not, Krieg und Zerstörung sollen sich auf der ganzen Welt ausbreiten. Da muß zuvor alles das beseitigt werden, was diesen Dingen auch nur im Ansatz begegnen und die Menschen auch nur irgendwie vor ihnen schützen könnte; sie sollen nicht geschützt, sondern ausgeliefert werden. Dazu wird die Wirtschaft stranguliert, die Gesellschaft sturmreif geschossen; ihre Sozialsysteme, die immerhin der Mehrheit ihrer Bürger dienen, werden an die Wand gefahren, zugrundegerichtet, kaputtreformiert; werden Stück um Stück eingerissen unter dem Vorwand, man wolle sie auch für zukünftige Generationen erhalten, immer gerade so weit, wie das Volk eben noch stille hält. Dieses Vorgehen ist beschlossene Sache europaweit, und sicherlich auch weltweit. Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt”, sagte Jean-Claude Juncker, heute amtierender EU-Ratspräsident und Premierminister von Luxemburg, in einem Spiegel-Interview (52/1999, S. 136). Dazu, vor allem dazu dient heute der Kampfbegriff Globalisierung, ein Kunstwort, das man erfunden hat, um Weltoffenheit, um Freiheit und „Modernität” zu suggerieren; dazu dienen auch die Medienpropaganda, die stetig zunehmende Gehirnwäsche und die offenkundigen Lügen, die in diesen Tagen in ihr verbreitet werden – Lügen, die so abenteuerlich sind, daß es jedem seriösen Wirtschaftsfachmann graust, der ausnahmsweise einmal nicht an der Leine der Neoliberalen, des Kapitals und der Konzerne, der bürgerlichen Gazetten oder der Banken hängt. [15] „Es ist zuviel bewußte Irreführung, zuviel Betrug mit diesem Begriff verbunden”, schrieb denn auch der Publizist Peter Scholl-Latour 2001 (Aus: Der Fluch des neuen Jahrtausends, Bertelsmann, S. 318).

    Hier greift sie, die Kraft der Lüge (2Thes 2. 9, 11). Und die Lüge wird wiederholt, bis das Volk sie glaubt, bis sie ihm zur Wahrheit wird, bis sie von den Massen verinnerlicht worden ist und endlich zustande kommt. Schon Goebbels wußte davon, Hitlers falscher Prophet; er wußte von deren Wirksamkeit; er wußte davon, daß die Lüge ins Dasein kommt, wenn man sie nur glaubt, nachdem sie nur oft genug wiederholt worden ist, und er hatte sich nicht einmal gescheut, dies in einer seiner Tiraden auch öffentlich kund zu machen. Terroristenführer, wie Arafat einer war, wissen davon, Geschichtsfälscher jeglicher Couleur wissen davon, belügen und betrügen die ganze Welt. [16] Selbst in der Welt weiß man davon; und so weiß man auch in der Wirtschaft davon. Man kommt schließlich aus der Werbung; man weiß, die Leute durch stete Wiederholung betrunken zu reden, ihr Gehirn solange zu entleeren, bis sie endlich alles und jedes aufnehmen, alles und jedes kaufen. Man weiß, daß und vor allem wie die Lüge funktioniert. Es ist nach wie vor dieselbe Strategie. Täglich dürfen wir ihr im Fernsehen bei der Arbeit zusehen, dürfen wir uns am Radio ihre Reden anhören, in den Zeitungen von ihr lesen. Die Medien sind in dieser Frage gleichgeschaltet; schon pfeifen es die Spatzen von den Dächern...

Abb. 3 Buchtitel: George Orwell - "Nineteen Eighty-Four - 1984"  „Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten , dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit”, schrieb 1948 der Romanautor Eric Arthur Blair unter dem Pseudonym George Orwell (1903-1950) in dem Buch „Nineteen Eighty-Four” („1984”). Das Werk schlug damals ein wie eine Bombe. Blair – respektive Orwell – war seiner Zeit weit voraus; viele der in seinem Buch damals noch vorstellungshaft beschriebenen Mechanismen finden sich in der heutigen Realität wieder. „Orwell zeichnet in seinem Roman ein fast vollständiges und exaktes Bild der Mechanismen eines totalitären Staates. Daher kann man viele der Strukturen und Vorgehensweisen in 1984 in der Gegenwart (besonders natürlich in totalitären Staaten, aber auch in demokratischen Staaten und Unternehmen) wiedererkennen”, lesen wir in der „Wikipedia”, der freien Internet - Enzyklopädie [17]. Recht hat sie. Man mag über Sinn oder Unsinn dieser Literatur zwar streiten. Auch können wir unseren Glauben nicht auf solche Dinge gründen; wir gründen ihn auf Gottes Wort, die Bibel. Jedoch kommt man nicht umhin, zu konstatieren, daß auch Leute wie Orwell davon wußten, wie man die Lüge einsetzt, um mit ihr die Gesellschaft zu verändern und aus den so erzielten Veränderungen Nutzen zu ziehen. Eingedenk der Tatsache, daß die meisten Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen, hätte man dies vielleicht als frühe Warnung auffassen können. Man hat es jedoch nicht; die Ohren blieben verschlossen. Und so sind es viele geworden, die sich der Lüge bedienen; doch nur einer ist es, von dem sie ausgeht; es ist ein und derselbe Teufel, und es ist derselbe Teufel geblieben. Er ist ihr Vater (Jo 8. 44).

    Ein gewaltiger Verdummungsprozeß ist längst im Gange; es ist ein Prozeß, der vor allem durch die elektronischen Medien eingeleitet wurde, vorbereitend als auch parallel zur heutigen und zukünftigen Entwicklung. Wohl kaum haben wir in aller Öffentlichkeit jemals eine solche bewußte Vernebelung der Wahrheit erfahren wie in diesen Tagen. Die Propheten des Markfundamentalismus haben sich genug Zeit gelassen; lange blieben sie unter der Decke; sie haben mithin ganze Arbeit geleistet. Stück für Stück lugen sie nun unter der Oberfläche hervor, bedienen sich der Medien, die zum größten Teil ihnen gehören oder deren Gremien sie wenigstens mitbestimmen. Denn daß die Medien großen Einfluß haben, ist vor allem ihnen nicht verborgen. Sie haben ihn schließlich bezahlt, und sie wissen ihn gut zu nutzen. Kaum gab es einmal weniger Propaganda, kaum einmal ist sie weniger allgegenwärtig gewesen wie in diesen Tagen, kaum einmal gab sie sich weniger ausschließlich und totalitär. Dieser Totalitarismus erinnert nur allzu gut an die Regimes vergangener Zeiten. So wird von Neuem eine Endlösung betrieben; wieder ist sie sehr deutsch, und wieder gibt sie sich unerbittlich; von Neuem versucht man, sie „wissenschaftlich” zu begründen und so dem staunenden Volk vorzuführen. Diesmal betrifft sie keine Minderheiten; diesmal betrifft sie die Arbeitenden, vor allem die abhängig Beschäftigten und ihre Arbeitswelt. Zunehmend werden sie wehrlos gemacht, jeglichen Schutzes beraubt. Sie sind die alten und nun auch die neuen Opferlämmer des wieder salonfähig gewordenen Raubtierkapitalismus.

    „Deregulierung, Deregulierung”, schreien seine Propagandisten und faseln vom „Ende der Bürokratie”. Gesetze, die die Menschen schützen, stehen nur im Wege; darum weg damit, sie schaden nur. „Wildwestkapitalismus”, so hat man diese Form der Anarchie, der immer offener werdenden Gesetzlosigkeit berechtigterweise genannt. Denn hier duldet man nur ein Gesetz – es ist das Gesetz des Kapitals; man spricht von „Freiheit” (andere nennen es Liberalismus) und meint doch nur seinen eigenen Profit. Viele Ideologien und Heilslehren hat dieses Land schon ertragen müssen. Die beiden letzten bedeutenden waren die des Nationalsozialismus und die des Kommunismus. Heute nun hat man sich die Ideologie des grenzenlosen „freien Marktes” zur neuen Heilslehre erkoren. Sie klingt doch sehr viel besser, moderner; auch sieht sie sehr viel „sauberer” aus; vor allem aber bringt sie ihren Kolporteuren immensen Profit, und das mit sehr viel weniger Mitteln. Da kann man endlich sogar seine Weste rein halten, wenigstens nach dem Augenschein. Und doch sind die Folgen dieselben. Auch hier bleibt das Menschenrecht auf der Strecke; auch hier wird es auf dem Altar des Kommerzes, dem Moloch des Kapitals geopfert. Von den Rechten Gottes spricht man ohnehin nicht mehr; man hat sie einfach wegrationalisiert und abgeschafft. Die auch am Sonntag geöffneten Läden, die am Feiertag betriebenen Fabriken beweisen dies längst. Daß der Feiertag zu heiligen sei, der eine Tag, der vor allem der Anbetung Gottes und nicht zuletzt auch der Ruhe und der Erbauung der Menschen dienen soll – diese Ordnung (s. 1Mo 2. 2 - 3) gilt lange nicht mehr. Dies wird, neben anderen Sünden, verheerende Folgen nach sich ziehen; vor allem werden langfristig die so erhofften Gewinne ausbleiben; statt dessen werden immense Mehrkosten die Folge sein, die die Kraft des Gemeinwesens bei weitem übersteigen werden. In einem kaum noch zu finanzierenden Sozialwesen zeichnet sich dies bereits heute ab; ebenso nehmen Krankheiten und Armut im Volk immer mehr zu. Gottes Gesetz, das die Liebe zu Gott und die Zuwendung an den Nächsten an die erste Stelle setzt und beides miteinander untrennbar verbindet, übertritt man nicht ungestraft (2Mo 20. 5ff, 3Mo 19. 18, 5Mo 6. 5; Mt 5. 17, 7. 11 - 12, 22. 34 - 40, 23. 23; Rö 13. 8 - 10, Ga 6. 2; siehe auch 1Tim 1. 8 - 11). Es hat, wie das Gesetz sagt, vor allem Folgen für die nächsten Generationen.

    Im Wesen des Menschen selbst hat sich zwar nichts geändert, gar nichts; die Habgier seines Herzens ist geblieben wie seine Gottlosigkeit auch. Und doch erleben wir große Veränderungen; so wird jeder Wert verdreht und auf den Kopf gestellt (vgl. Dan 7. 25). Heute erklärt man die Medizin zum Gift und das Gift zur Medizin. Es ist die menschliche Geldgier, die sogar zur Heilung der ganzen Nation dienen soll. Da gilt es, sich möglichst rasch all dessen zu entledigen, was der Befriedigung dieser Geldgier auch nur irgendwie entgegenstehen könnte. Daß Gott die Habgier als Wurzel alles Bösen bezeichnet, interessiert da herzlich wenig. Das als Medizin deklarierte Gift führt ganz unweigerlich zur Krankheit; bald, sehr bald wird es dem Patienten den Tod bringen. Man hat damit Erfahrung. Schon einmal hat man in diesem Land eine Endlösung betrieben. Auch heute betreibt man sie, wie wir oben gesagt haben; sie trägt nur einen anderen Namen. Man betreibt sie mit Nachdruck, „nachhaltig”, mit aller Gewalt drückt man sie durch, nichts wird ausgelassen. So ist sie endlich nahe, die „Endlösung der sozialen Frage” (aus: Robert Kurz, Schwarzbuch Kapitalismus, Eichborn). Man frohlockt in seinem Wahn, man reibt sich die Hände; man hofft, noch mehr davon zu bekommen; denn sehr, sehr nahe ist sie gekommen; fast hat man es geschafft, den „Umbau”, wie man sagt, vollendet. Die Parteien sind erfolgreich unterwandert; eine echte Alternative gibt es nicht mehr; so ist die Demokratie vollends ausgehöhlt; der Parlamentarismus endlich zur Farce gemacht. Die Macht haben längst Andere; so werden die Debattierenden zu Marionetten, bewegt von den Händen des Kapitals. Ihre Strippenzieher begnügen sich nicht mehr nur mit den oberen Wirtschaftsetagen. Mittlerweile sitzen sie auch in der Regierung selbst und spinnen von dort aus ihre Fäden. Heute stellen sie sogar das Staatsoberhaupt. In diversen Hochglanzmagazinen spricht man offen schon von der „Revolution von oben”. Den meisten ist sie dennoch unbemerkt geblieben. Daß sie eine Marionette ist, davon weiß die Marionette nichts. Die Weichen sind gestellt...

    Heute stehen wir am Scheitelpunkt dieses Weges; er war kein Naturereignis, er war geplant, von langer Hand und mit langem Atem vorbereitet. Der Krieg, in dem man das Volk trieb, nahm ihm die Männer und Väter; dann verlor es seine Vorbilder; es bekam nun Vorbilder, die keine mehr waren. Die meisten unter uns haben Elternhäuser erlebt, die von der Sünde und von der Gottlosigkeit geprägt gewesen sind, von der Härte der Nachkriegsgenerationen. So ist der Mangel an Liebe zur Krankheit eines ganzen Volkes geworden; an die Stelle der Liebe traten Beziehungsunfähigkeit und Selbstsucht; auch wir sind hart geworden. Heute verwechselt man regelmäßig Härte mit Stärke. Mitgefühl zu zeigen, gilt als unmännlich, ist wenig angebracht in diesen Tagen. Die letzten Generationen unseres Volkes sind heimatlos gewordene, entwurzelte und vor allem tief verletzte Generationen, die heutige eingeschlossen; nicht umsonst spricht man von der „vaterlosen Gesellschaft”. Wer verletzt wird, schlägt oft um sich; die meisten aber ziehen sich bald in ihr Schneckenhaus zurück; so entsteht die „Nischengesellschaft”, in der jeder in seiner Ecke sitzt, seine Tür hinter sich schließt und seinem Steckenpferd frönt. Aus unserem Volk, in dem die Familie einmal als großes, schützenswertes Gut galt, ist ein Heer von Einzelgängern, von Singles geworden. Die Kinderlosigkeit in unserem Land ist nur eine Folge davon, der Verlust an Solidarität und gesellschaftlichem Zusammenhalt eine andere.

    Auf den Einzelnen läßt sich leicht Druck ausüben; und so hat man das ganze Volk zu Einzelnen gemacht. Ein in viele Einzelwesen aufgelöstes Volk, dessen Menschen voneinander isoliert und zurückgezogen leben, läßt sich gut kontrollieren; nicht nur dort, wo man Gott verlassen hat, sondern vor allem auch dort, wo man nicht mehr zusammensteht, wo jeder für sich lebt und nur noch auf seine eigene kleine Welt sieht, da läßt es sich leichter über ihn verfügen, weicht der Schutz, ist jeglicher Willkür Tür und Tor geöffnet (vgl. 5Mo 32. 30, Pr 4. 7 - 12). Die heute immer massiver werdende staatliche Kontrolle, die immer lückenloser werdende Überwachung der Bürger, die datenschutzrechtlich immer bedenklichere Züge angenommen hat und in weiten Bereichen an die Bespitzelungstechniken diverser Diktaturen erinnert, ist nur ein Indiz davon. Viele dieser Dinge habe man wegen der „aktuellen Terrorbekämpfung” eingeführt, sagt man; eine nähere Betrachtung der verschiedenen Maßnahmen (z.B. digitaler Fingerabdruck und Biometrie, Rasterfahndung, Telefonüberwachung, Verschlüsselungsverbot u.v.a.m.) zeigt jedoch bald, daß diese Begründung nicht greifen kann, da sie auf die Masse der Bevölkerung, d. h. auf den Normalbürger zugeschnitten ist. Ein anderes zentrales Merkmal, das mit dem eben beschriebenen unmittelbar korreliert, ist die zunehmende Entrechtung der abhängig beschäftigten Bevölkerung durch das Kapital und durch die seine Interessen vertretende Politik, gleich welcher Färbung oder Partei. Hinzu kommen die in letzter Zeit besonders in rechtskonservativen Kreisen immer wieder neu diskutierten Bestrebungen eines Einsatzes des Militärs im eigenen Land, die vom Innenministerium angestrebte Gründung einer neuen Bundespolizei und andere deutlich militarisierende Tendenzen in der Innenpolitik. In dieser Hinsicht sind auch Grundgesetzänderungen immer wieder einmal in Erwägung gezogen worden, ohne daß dies in der Öffentlichkeit allzu sehr aufgefallen wäre. So war diese Entwicklung von Anfang an eine schleichende; auch sie dürfte nicht ganz zufällig oder absichtslos gewesen sein. Heute bricht sie um so mehr hervor.

    Materialismus hatte zu lange schon die Religion der Vorväter ersetzt, und Esoterik, der Umgang mit Geistern also, war an die Stelle der Gemeinschaft mit Gott getreten. Die Väter waren zunächst der Naziideologie gefolgt, lebten als Verführte unter Verführten. Dann aber floh man die Verantwortung des Krieges und der Greuel, die in ihm geschehen waren; man floh geradezu in den Wiederaufbau, vollbrachte das „Wirtschaftswunder”, um nur nicht mehr an diesen Krieg denken zu müssen. Die Entwicklung im Osten war in dieser Frage zwar gedämpft; doch war sie nicht so unähnlich, wie uns viele glauben machen wollen. Nie ist diese Zeit einmal wirklich aufgearbeitet worden, nie hat man sich in Gänze ihren Fragen je gestellt, nie hat ihre Diskussion auch einmal das Volk durchdrungen. Wenige nur sind ausgenommen, und das sind meist die Betroffenen, die Opfer selbst, inzwischen auch ihre Nachkommen. In der Masse blieb der Krieg tabu, und die Fragen, die er aufwarf, blieben tabu; rasch hat man sie übertüncht, die Schatten der Vergangenheit. Man tünchte, was das Zeug hielt, und man tüncht bis heute; viel Tünche hat man verbraucht seitdem. Es ging wieder aufwärts, das war die Hauptsache. Kaum hat man wirklich nach Gott gefragt; die Sünde, die doch zum Himmel schrie, durfte nicht zum Thema werden. Die Straßen füllten sich wieder, die Geldbörsen auch, die Häuser wuchsen, und die Bäuche wurden strammer. Bald reiste man umher, man fuhr jetzt Auto; schließlich „war man wieder wer” in der Welt. So ist man zwar schnell zu äußerlichem Wohlstand gekommen; die Fragen aber blieben unbeantwortet, und auch die innerliche Leere ist geblieben. Da war die Rebellion und Zügellosigkeit der Achtundsechziger geradezu zwangsläufig; gewiß, man war verletzt von Härte und bürgerlicher Doppelmoral, von Lüge und Vertuschung.

    Das Ganze war mehr als nur ein Ausbruchsversuch. Es war Ausdruck des Dilemmas einer ganzen Generation, die man im Stich gelassen hatte; darin aber war sie auch Ausdruck einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft, einer Spaltung, die man lange nicht hatte wahrhaben wollen und nun offen aufbrach. So floh nun auch die Jugend, nachdem ihr Lebensfundament ins Wanken geraten war, ihr Halt sich als trügerisch erwiesen hatte. Sie floh ihrerseits die Väter, die die Antworten auf ihre Fragen schuldig geblieben waren; sie floh in die Ablehnung, sie rebellierte gegen die öffentliche Ordnung, die für sie wiederum ihre Väter repräsentierte – Väter, die in ihren Augen versagt hatten. Sie flüchtete sich in den Rausch des Marihuana und des Kokain; sie folgte der Propagierung der freien Liebe, der Verfall moralischer Werte setzte ein; man verlor die Achtung vor dem Leben: die Abtreibungsdebatte begann. Heute sitzen dieselben Leute in der Regierung, geben ihre Verletzungen und Rebellionen weiter, münzen sie um in Tagespolitik. Und man setzte die Flucht fort; man floh vor allem vor sich selbst; bis heute flieht man und weicht den Fragen weiter aus, kleistert sie zu mit vorschnellen, undurchdachten, bestenfalls halbwahren Antworten, die man dann zum Gesetz erhebt. Auf das Plakative setzt man, auf das schnelle Bild, und flieht die gründliche Analyse. Nachzufragen, selbst zu denken hat man aufgehört; so setzt man darauf, daß nun auch das Volk zu denken aufhöre. Zunehmend gab man ihm Spiele statt Bildung; man beschäftigte die Jugend, um sich nur nicht mit ihr beschäftigen zu müssen; man drückte ihr Gameboys in die Hand statt einmal auch ein Buch; man setzte sie vor Computer und Fernseher, fütterte sie mit Videorecordern und playstations. Was das Bild sagt, kann nicht falsch sein, hat man uns über lange Jahre zu denken angewöhnt. Schöne neue Medienwelt!


    So haben wir uns zu einem Volk machen lassen, das weithin nicht mehr zusammenhängend lesen und deshalb auch kaum noch zusammenhängend Gedanken bilden, richtig schlußfolgern kann. Ja, es ist schwierig geworden, jemandem ein Buch in die Hand zu geben, das einmal mehr als fünfzig Seiten umfängt; mehr als hundert sind da schon eine Zumutung, auch unter Christen. „BILD-Leser wissen mehr”, gaukelt die Werbung vor; man liest die Schlagzeile, konsumiert das halbseitige Bild, dazu kommen drei Zeilen Text. Denken braucht man dann nicht mehr. Schläfrig, fett und faul ist es geworden, unser Volk, schläfrig, fett und faul auch durch den Wohlstand, an den man es über lange Jahre hinweg gewöhnte. Jahrzehnte hat man ihm alles vorgekaut, paßgerecht, fertig serviert, zum Instantkaffee kamen die Instant-Gedanken. Kaufen, hieß die Maxime, also kaufen wir; wir lösen ein Pulver auf, stecken den Löffel ins Gefäß, rühren um, schlucken das Ganze herunter und hetzen weiter durch den Tag. Schnell muß es gehen, nur schnell; wir sind ein Volk der schnellen Lösungen geworden, zu Konsumenten des jeweils Vorgegebenen. Man erzog uns nicht zum Leben, sondern zum Verbrauch von Waren, zur Oberflächlichkeit. Wie kleine Kinder schlürfen wir unseren Brei, konsumieren das Einerlei der Medienflut, da unsere Vorfahren uns nie zu kauen gelehrt haben. Flimmernde Mattscheiben bestimmen unsere Zeit; rechtzeitig informieren sie uns darüber, was und vor allem wie wir gefälligst zu denken haben; Mediendemokratie nennen die Medien ihr Diktat heute. Und sie tun viel dafür, damit wir nur nicht ohne sie zu denken beginnen, statt zu schlürfen einmal auch zu kauen wagen. Ost wie West nehmen sich da gar nichts; die Manipulation des Volkes ist geblieben; es ist nur schwerer gemacht worden, sie zu durchschauen. Und so zog man ganze Generationen heran, die es mittlerweile verlernt haben, selbstständig zu denken, zu fragen nach dem Woher und dem Wohin.

    Heute braucht man den Konsumenten, der nicht mehr fragt, sondern sich bereitwillig von der Mattscheibe bedienen läßt. Man möchte ihn möglichst gläsern und pflegeleicht. So mag man ihn als Objekt der Werbung, und so wünscht man ihn sich auch als Angestellten. Und so soll er überall verfügbar sein, zu allem soll er Ja sagen, an jedem Ort, selbstredend sofort, zu jeder Zeit, rund um die Uhr, bei Tag und bei Nacht. Stets abrufen will man ihn können, für jeden Befehl bereit, für jeden Auftrag zu haben, natürlich schnell, billig, genügsam, willenlos und dabei möglichst still. Flexibel sein, so nennt man das heute. Rotieren soll er, Maschine sein; Befehle ausführen soll er, nicht mehr fragen, nicht mehr denken. So wird ein ganzes Volk umgeformt, wird endlich umerzogen, in ein Heer von Sklaven verwandelt, zu willfährigen Marionetten gemacht, paßgerecht für die Zielgebungen der Vorstandsetagen. Stetig abrufbar soll es sein, im Handling leicht, und vor allem bequem abzulegen, wenn man es einmal nicht mehr braucht. Alles ist recht, und jeder Weg ist richtig, solange nur die Geldgier der Manager befriedigt, den Begierden der Besitzenden Genüge getan wird. Das ist dann wohl der moderne Inbegriff von „Freiheit” und von „Menschenwürde”. Und wehe dem, der zu widersprechen wagt, sich dem Mainstream der selbsternannten „Modernisierer” nicht aussetzen will. Wer selbstständig denkt, ohne sich in das vorgefertigte Korsett der Manipulierer und Meinungsbildner zwängen zu lassen, der ist nicht erwünscht in diesen Tagen. Wer noch dazu glaubt und Gott vertraut, der muß den Gottlosen geradezu suspekt, als gefährlich erscheinen. Wieder braucht man ein Volk, das man nach Belieben lenken und dirigieren kann; man braucht vor allem ein verwirrtes, ein dummes Volk, ein Volk, das sich führen läßt, das keine Begriffe mehr deuten kann und nicht merkt, wohin die Reise wirklich geht. So kann man denn auch vom Umbau sprechen, wo man in Wahrheit einreißt; die Rezepte von Vorgestern heißen Modernisierung; wer denkt und die herrschende Meinung hinterfragt, den betitelt man als den Gestrigen; wer Gerechtigkeit anmahnt, der gilt als linksradikal; wer nach Ordnung fragt, wird als Rechter hingestellt; die Zerstörung nennt man Reform, und den Rückschritt nennt man Fortschritt...

    Und dann, wenn das Zerstörungswerk vollendet und die Verzweiflung der Massen groß genug geworden ist, wird man ihn aus der Versenkung hervorholen, den neuen Brotkönig, der allen, allen wieder eine Existenz gibt; er wird eine überaus willige Menschheit vorfinden, die sein Siegel an der Stirn (Denken) und an der Hand (Handeln) annehmen werden, ohne das es nicht mehr möglich sein wird, zu kaufen oder zu verkaufen und damit auch zu essen und zu trinken, sich zu kleiden, sich zu schützen oder auch nur ein Dach über dem Kopf zu haben. Niemand, gar niemand wird dann überleben können, der nicht vor ihm niederfällt und sein Götzenbild anzubeten bereit ist (Off 13. 15 - 18). Und es werden ihn alle anbeten, „jeder, dessen Name nicht in der Rolle des Lebens geschrieben steht” (13. 8). Dann wird es sie wieder geben, das Brot und die Spiele, wie der Kaiser Nero sie gab, der im Kolosseum die Christen hinschlachten ließ, zum Gaudium der Nation. „Führer, befiel”, wird es dann wieder heißen, „wir folgen dir, du läßt uns bauen, gibst uns Arbeit und Brot”. Dann wird sich jene letzte Diktatur offen erheben, die alle anderen Diktaturen bei weitem in den Schatten stellt. Niemand wird ihr dann entfliehen, niemand wird etwa aus ihr auswandern können, weil diese Diktatur die ganze Welt umfaßt, alles und jeden kontrolliert. Dann kann man endlich, endlich die Maske fallen lassen; political correctness benötigt man dann nicht mehr; endlich kann man offen gegen sie vorgehen, gegen die Juden und auch gegen die Christen, die wirklich Christen sind, nicht nur dem Namen nach (Off 3. 1b). Sind sie es doch, die ach so Bösen, die Gefährlichen, die Spielverderber, die man schon immer für die Grundübel der Welt gehalten hat. Ja, die Welt haßt Gottes Volk (Jo 15. 18 - 19, 1Jo 3. 13). Nie gehörte es zu ihr; wie ein Fremdkörper in einer schwärenden Wunde ist es, denn seine bloße Gegenwart erinnert sie täglich daran, daß es einen Gott gibt, der sie erlöst hat und darum Sein Recht an ihr fordert. Die Finsternis hat großen Haß angesammelt; sie ist voller Wut; sie steht hinter all dem; sie weiß, daß nur noch eine kurze, eine sehr kurze Frist für sie da ist (Off 12. 12). „Gottes Kinder stehn im Licht; doch die im Dunkeln sieht man nicht.” Die Anfänge sind schon da und, wie wir bereits sagten, werfen die meisten Ereignisse ihre Schatten voraus.


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Epilog

    Wir haben lange mit uns gerungen, ob wir diese Sätze in der vorliegenden Form in die Öffentlichkeit geben sollten. Mehrmals haben wir an diesem Kapitel geschrieben, die Dinge besprochen, haben gelöscht, wieder geschrieben. Dann wollten wir alles wieder herausnehmen, eine „geglättete” Fassung einfügen. Ob es uns zustünde, die Regierung in einem solchen Maße zu kritisieren, hatten wir gedacht, und uns gefragt, ob wir uns nicht aus diesen Dingen doch lieber ganz heraushalten sollten? Wir kamen zu dem Schluß, daß wir uns aus diesen Dingen nicht heraushalten können; so ist es nun bei dieser Fassung geblieben. Sie hat ihre Ecken und Kanten, gewiß; die sollen auch bleiben. Man mag darüber streiten; doch ist sie aktuell für diese Tage. So haben wir uns auch in dieser Sache von Gott geführt gesehen. Eine andere Frage war, ob dieser Aufsatz - nicht zuletzt wegen seiner politischen Inhalte - in eine Reihe mit den anderen Schriften, wie sie hier aufgelistet sind, mit hineingehört, da sie sich doch mit Bibel und Gemeinde beschäftigen. Doch gerade sie gehört, da es um Geldlehren, um ihre Wirksamkeit, ihre Quellen und nicht zuletzt auch um ihre Folgen geht, dort mit hinein. Wie wurden uns selbst die Augen geöffnet, als wir im Verlaufe dieser Studien gewahr wurden, welche zentrale Rolle gerade diese Dinge des Geldes, des Kaufens und des Verkaufens, jener Grundessenz des Kapitalismus also, in der Endzeit spielen! Wieviel Falsches ist uns hierüber gerade in vielen sogenannten „erwecklichen” Kreisen über lange Jahre hinweg erzählt worden! Ein anderer Aspekt ist, daß das Ganze wohl auch nicht völlig ungefährlich sein dürfte. Die Entwicklung, der wir heute entgegengehen, ist jedoch so brisant, ist gerade für uns so wichtig, daß wir diese ihre Zusammenhänge nicht verschweigen können. Sie betreffen uns Christen in höchstem Maße. Wir bleiben dabei auf jeden Fall in der Unterordnung, wie Gottes Wort sie uns gebietet (Rö 13. 1 - 7 u. a.). Wir geben auch weiterhin „dem Kaiser, was des Kaisers ist”, aber vor allem geben wir, was entscheidend ist, „Gott, was Gottes ist” (Mt 22. 21 usw.). Wir rufen also definitiv nicht zu irgendwelchem Widerstand oder gar zum Aufbegehren gegen die von Gott eingesetzte Obrigkeit auf. [18] Die Welt zu verändern, aktiv Politik voranzutreiben, das ist nicht unsere Aufgabe; Gottes Reich ist, wenn zwar in, so doch nicht von dieser Welt (Jo 18. 36).

    Wir bleiben allerdings von politischen Entwicklungen weder unberührt, noch kann unser Handeln die Welt unberührt lassen. Vor allem aber gilt uns, daß wir Gott mehr zu gehorchen haben als den Menschen (Apg 4. 19 - 20, 5. 29). Wie die Christen Roms ihrem Kaiser offen widersprachen, als er ihnen gebot, seinen Göttern zu huldigen, so sollten auch wir dort klar widersprechen, wo man uns heute gebieten will, anderen Göttern, namentlich dem Mammon zu huldigen. Dort, wo wir die Ellbogen gebrauchen sollen, dort, wo wir andere Menschen übervorteilen, unterdrücken, ausbeuten sollen, aber auch dort, wo wir uns in ein solches System auch nur hineingeben sollen, dort haben wir uns in Jesu Namen ganz klar zu verweigern, und dort gilt es auch, die Stimme zu erheben und die Sünde deutlich beim Namen zu nennen! Jetzt ist die Zeit, heute ist die Gelegenheit; in diesen unseren Tagen, in denen man den Mammon (oder, wie man sagt, die Gesetze des Marktes) über alles setzt, da haben wir dafür einzustehen, daß wir einen Gott haben, der über allem steht; Sein Wille ist heilig und absolut, und Seine Gebote sind unauflöslich – durch nichts und durch niemanden werden sie jemals auflösbar sein, nicht ohne Folgen (vgl. Mt 5. 17 - 20, Off 22. 18 - 19).

    Hier haben wir nicht weniger als die Anfänge eines antichristlichen, gottwidrigen und nicht zuletzt darum auch menschenfeindlichen Reiches vorliegen, eines Reiches, das gottwidriger und menschenfeindlicher nicht sein kann, wenn zu seiner Entfaltung ihm nur genügend Zeit gegeben worden ist. Vorzeiten schon ist es in der Bibel geweissagt worden, nicht nur in der Offenbarung, sondern auch in den Propheten. Ganz allmählich bricht es hervor. Wir, die wir das Himmlische suchen sollen, werden jedenfalls nicht weiterkommen mit unserer in unseren christlichen Kreisen eingerissenen „In - der - Marktwirtschaft - ist - das - nun - einmal - so” - Mentalität. Denn dies ist der Maßstab dieser Welt, in der wir auf diese Weise wohl Erfolg haben mögen; doch sie ist nicht der Maßstab Gottes; sie war es nie und wird es nie sein, denn Gott ändert sich nicht. Jesus Christus ist gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit (Hbr 13. 8, Schlachter). Wer auch immer nach der oben beschriebenen Maxime lebt, und gäbe er sich noch so christlich, der wird unweigerlich sein ihm gesetztes himmlisches Ziel verfehlen. Denn „was wird es dem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnen, doch seine Seele verwirken würde? (wörtlich: zêmioo, nicht nur Schaden nehmen, sondern regelrecht verwirken, so in Mt 16. 26, auch in Mk 8. 36). Hier bedeutet Unterordnung nicht, die Lüge für wahr zu halten, sie anzunehmen, sie zu pflegen, sie aufrechtzuerhalten und damit immer weiter zu verbreiten. Wie Petrus und Johannes ganz am Anfang, so haben auch wir Gott mehr zu gehorchen als den Menschen (Apg 4. 15 - 20, 5. 25 - 29). Darum können wir Falsches nicht als richtigen Weg deklarieren, weil dies die Herrschenden dieser Welt auch so tun, und das dann Unterordnung nennen. Wer hier Unterordnung verlangt, der verlangt keine Unterordnung mehr, im Gegenteil - er verlangt von uns offene Rebellion gegen Gott und damit den Austritt aus Seiner Herrschaft.

    Ich erinnere mich an einen älteren Bruder, einen Pfarrer, der in früheren Zeiten des öfteren mit den DDR-Oberen zusammengestoßen war. Man hatte ihn gefragt, wie er dazu käme, ja wie er es wagen könne, Menschen zu beeinflussen. „Das ist mein Beruf”, hatte er zunächst erwidert. Und ob er denn die Gesetze des Landes respektiere, wollte man dann noch von ihm wissen. „Die Gesetze der Regierung achten wir ganz selbstverständlich”, war seine Antwort. Er hatte Mut; den brauchte er auch. „Dort aber, wo man Gesetze erläßt, die nicht mit unserem Gott, nicht mit der Bibel konform gehen, werden wir im Namen Jesu Christi diese Gesetze übertreten”. So sagte er, das waren seine Worte. Daraufhin war das Gespräch dann beendet. Die Stasi-Leute trollten sich endlich, und er blieb bis auf Weiteres von ihnen verschont, was durchaus auch hätte anders ausgehen können. So hat er es mir erzählt, so verkündigte und lebte er es, darin war er uns ein Vorbild. Und so haben wir alle es damals so gehalten; wir fuhren gut damit; und ich sehe keinen Grund, wirklich keinen einzigen, weshalb wir dies heute auch nur irgendwie anders halten sollten. Die Regierenden sind andere geworden, zumindest vordergründig, gewiß. Der Machtwechsel findet jedoch weder auf der Straße, noch nach den Plänen der Mächtigen dieser Welt, sondern letztlich immer vor dem Thron Gottes statt. Gott „führt andere Zeiten und Stunden herbei; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand” (Dan 2. 21, Schlachter). Er Selbst aber ist Derselbe geblieben; Sein Wort ändert sich nicht. Wenn die Mächtigen sündigen, werden wir nicht mit ihnen sündigen, noch werden wir die Ungerechtigkeit als Gerechtigkeit bezeichnen. Wir sind also verpflichtet, auch weiterhin die Wahrheit da zu sagen, wo wir sie erkannt haben oder auch nur erkannt zu haben glauben. So geht es uns darum, die Dinge aufzuzeigen, soweit sie uns etwas angehen, damit nicht nur möglichst viele davor bewahrt werden können, sich in diese Dinge hinein zu begeben, sondern auch die vielen herausgerufen werden können, die sich in all dies bereits verstrickt haben.

    Wer ohne Wissen sündigt, sagte der Herr, der wird wenige Schläge erleiden; wer aber wissentlich sündigt, der wird viele Schläge erleiden müssen (Lk 12. 47 - 48). Dies sagte Er ausdrücklich im Zusammenhang Seiner Wiederkehr. Nur der, der Gott gehorcht, der kann auch von Ihm bewahrt werden. Gott kann Seine Kinder sogar im Elend führen (vgl. Off 12. 13 - 17). Gott vermag hindurchzubringen, nicht nur in guten, sondern auch in schlechten Tagen; Er kann versorgen über Bitten und Verstehen. Vertrauen wir doch Ihm, treten wir doch zu Ihm ins Licht. So wollen wir rufen, solange es geht, wollen auch weiterhin „die Posaune erschallen” lassen (vgl. Jes 58. 1, siehe auch 1Kor 14. 8). Allerdings würde sich wohl kaum ein Verleger finden, der diese Seiten drucken, und wohl auch kein Büchertisch, der sie auslegen würde. Niemand sägt sich gerne den Ast ab, auf dem er sitzt. Und auf diesem Ast sitzen heute viele. So scheint die Christenheit blind zu sein für die hier niedergelegten Wahrheiten. Wo man sich an das Dunkel so gewöhnt hat, da blendet, da schmerzt ihr grelles Licht. Wer nur das Zwielicht der Lauheit kennt, der wird im Sonnenlicht der Klarheit die Augen schließen müssen. Und wer die Liebe der Wahrheit nicht angenommen hat, der bricht nicht zur vollen Errettung durch, der bleibt in der Lüge, dem sendet Gott „die Wirksamkeit des Irrtums”, wie geschrieben steht (2Thes 2. 10, 11).

    In den etablierten Gemeinden mag man diese Wahrheiten nicht hören. Wir nutzen also die Möglichkeiten, die uns bis jetzt geblieben sind, und rufen so auf unsere Weise. Denn wer die Wahrheit kennt und doch verschweigt, der macht sich schuldig an dem Blut der Menschen, die er hätte warnen sollen (Hes 33. 1 - 9, vgl. Apg 20. 26). Die heutige Situation gleicht mehr und mehr der in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Vor allem vielen der ganz Alten ist dies nicht entgangen; sie kennen diese Zeit noch aus Erfahrung. Es war die Zeit der Weimarer Republik. Es war wie heute die Zeit der Börsenspekulanten, des schnellen Geldes, bevor aus ihr die Zeit der Inflation geworden war. Es war wie heute eine Zeit eines millionenfachen Arbeitslosenheeres. Und es war wie heute eine Zeit, in der der Judenhaß sich frech erhob. Damals fuhr die Politik in vielen Dingen eine sehr ähnliche Schiene.
[19] Schon damals hofierte man die Falschen. So ist die Wahrheit schon in jener Zeit zurückgehalten worden, bewußt und zielgerichtet. Von denen, die sie hätten wissen müssen, haben sie die meisten verschwiegen.


    Es war in erheblichem Maße auch das Schweigen derer, die ihre Bibel gelesen hatten oder die zumindest vorgaben, ihre Bibel gelesen zu haben. Das Ergebnis dieses Schweigens war das sogenannte „tausendjährige Reich”, das zwölf Jahre währte und im dreizehnten zerbrach. Es wurde initiiert, finanziert und ausgehalten vom Kapital dieser Welt, und es wurde benutzt als Werkzeug zum Umbau, zur Neuordnung Europas. [20] Das Gerümpel kleiner Staaten, die heute noch in Europa bestehen, muß liquidiert werden, hatte damals ein kleiner Mann namens Hitler gesagt, und er hatte dies mit der Aussage begründet: Unser Ziel ist die Schaffung eines vereinten Europa! [21] Auf einem Weg, an deren Ende die Zerstörung der alten Welt stehen sollte, hat man ihn dann wohl auch zu gebrauchen gewußt. Doch die eigentlichen Strippenzieher - das waren andere. Denn man wollte sie schon damals haben, die „schöne neue Welt”, jenes Traumgebilde, das man in eingeweihten Kreisen Novus Ordo Seclorum nennt, die neue Weltordnung ohne den Gott der Bibel. Das Reich, das man das Dritte nannte, war dazu nur Durchgangsstation. Es hinterließ die halbe Welt als Trümmerwüste, nachdem es einen Krieg entfesselt hatte, der mehr als fünfzig Millionen Menschen das Leben kostete; es zerrüttete die Völker der Welt, stürzte unsere Nation in Schuld und Schande, raubte ihr erst die Väter, dann auch die Identität. Zu groß war die Schuld, die zum Himmel schrie: Millionen waren in seinen Lagern gestorben, darunter sechs Millionen Juden. Viele, die Gott kannten, waren dabei, aber auch viele, die nie etwas von Ihm gehört hatten...

    Und noch immer
will man sie, die neue Welt; man will sie noch immer ohne Gott; man muß sie einfach haben - koste es, was es wolle. Die bevorstehenden Ereignisse werden die Dimension noch sprengen, die wir eben beschrieben haben; niemand bleibt außen vor, denn diesmal werden sie auf die ganze Welt übergreifen. Johannes hat in der Offenbarung darüber geschrieben; darum lest sie, bittet Gott, daß Er die Dinge auftut, die wir wissen sollen, soweit sie für uns noch im Dunkeln liegen. Bitten wir doch, die wir in vielen Fragen oft so blind einhergehen, den Herrn um Augensalbe, damit wir von unserem Schaden geheilt und endlich wieder sehend würden (Off 3. 18). Die Wiederkunft des Herrn Jesus steht vor der Tür, ebenso das Offenbarwerden des Antichristen, dem all dies vorausgeht und von dessen Wirksamkeit wir hier einiges beschrieben haben (vgl. auch 1Thes 2. 1 - 12). Die Zeit ist viel näher, als wir denken. Wir sind schon mittendrin. Gott ruft uns zu neuer Hingabe. Er meint nicht die Hingabe an eine Gemeindestruktur. Er meint auch keine Hingabe an ein System oder an irgend eines unserer so überaus geliebten, gepäppelten und gehätschelten „christlichen Werke”, die zusammen mit der übrigen Welt vergehen werden. Er meint die Hingabe an Ihn Selbst, und Er meint die Hingabe an den Bruder und an die Schwester, die wir in unseren „rechtgläubigen Kreisen” so oft und so sträflich vernachlässigt haben. Deshalb geht es uns darum, zu warnen; wir Kinder Gottes sollten nicht an dem Denkschema teilhaben, das sich in diesen Tagen mehr und mehr entfaltet; wir sollten vor allem anders handeln; wir sollten zu nicht weniger zurückkehren als zur ersten Liebe, zu der Liebe, die am Anfang war (Off 2. 4 - 5, Apg 2. 42b - 47, 4. 32 - 35).

    Was ist also mit uns? Machen wir immer weiter so? Sind wir noch immer nicht erschrocken? Gehen wir auch weiterhin zur Tagesordnung über? Regiert auch bei uns der Mammon und stellt uns seine Regeln auf, bevor Jesus uns etwas sagen darf? Erkennen wir nicht mehr, wo wir stehen? Sehen wir nicht, daß sich längst erfüllt, was Johannes vor fast zweitausend Jahren niederschrieb? Wie blind sind wir also geworden? Wie blind sind die, die sich „christlich” nennen, längst aber zu Nachfolgern, ja sogar zu Anbetern des hier beschriebenen, auf solche Weise verehrten Dämons geworden sind? Darum laßt euch warnen; hört noch einmal, dringlich ist der Ruf: Ändert euer Denken, ihr Heiligen; reinigt euch, kehrt um – verlaßt Babylon in jeder Weise; „Kommt heraus aus ihr, Mein Volk” – noch heute!

Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht!

Wer Ohren hat zu hören, der höre!


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Anmerkungen, Kommentare und zusätzliche Erläuterungen zum Thema.

[1] Es ist mir freilich bekannt, daß hier viele unter dem Hinweis auf sogenannte Verschörungstheorien müde lächeln und leichthin abwinken werden. Der Hinweis darauf, daß die Finsternis diese Dinge nicht geheimhalten könne, wenn sie überall ihre Symbole offenlege, ist auch nur zu verführerisch. Hier haben wir jedoch zu bedenken, daß beide Seiten - die des Lichts wie die der Finsternis - auf Symbole großen Wert legen; sie sind Zeichen ihres Einflußbereiches und damit der Anrechte bzw. der Besitzrechte, die sie an den Menschen haben, die diese ihnen eingeräumt und unter deren
Herrschaftsbereich sie sich einmal begeben haben. Bei der Dollarsymbolik ist das nicht anders. Hier haben wir in der Tat eine ganze Reihe solcher Zeichen vorliegen, die nicht nur eine, Abb. 4 Freimaurer-Pyramide im Park Machern bei Leipzig (Stich von C. A. Senff 1799)sondern viele Bedeutungen haben, die sich zum großen Teil überdecken, ohne daß sie sich dabei widersprechen müssen. Wenn wir uns mit der Symbolik befassen, die hinter diesen Zeichen steht, dann stoßen wir natürlich zuallererst auf die Gründung Amerikas als die damals bekannte Neue Welt, als sie noch aus dreizehn Staaten bestand. Dies ist die vordergründige Bedeutung, die vielleicht nicht allen, aber doch vielen bekannt ist; daß wir dabei stehen bleiben, dürfte durchaus gewollt sein. Denn wer sich mit den entsprechenden Zusammenhängen ein wenig näher beschäftigt, insbesondere mit der Symbolik der Freimaurerei, der wird recht schnell bemerken, daß dies keineswegs die einzige ist.

      Wir müssen also genauer hinsehen; insbesondere müssen wir uns auch damit auseinandersetzen, wie die Neue Welt beschaffen sein sollte, als die man Amerika in seiner Frühzeit bezeichnete (und noch bezeichnet) und in die hinein die Massen aus Europa, der Alten Welt, strömten. Vor allem aber ist zu fragen, woher all die Worte, woher all die Symbole kommen, die hier zu sehen sind. - Das erste, was uns dabei begegnen mag, ist vielleicht die logische Erkenntnis, daß es sich bei dem Grundgedanken der Neuen um einen Import aus der Alten Welt handelt. Bereits die Bezeichnung Dollar - ein aus dem deutschen Wort Taler gebildeter Anglizismus - weist uns darauf hin. Über die Pyramide mit dem darüber befindlichen sog. Allsehenden Auge haben wir uns bereits im Haupttext geäußert; es erscheint mir jedoch notwendig, dem noch einige Worte hinzuzufügen. Bei den verschiedensten Recherchen im Internet und anderswo sind mir immer wieder die vor allem aus Kreisen der Freimaurerei selbst, aber auch aus anderen aufgeklärten Quellen hervorgebrachten Darstellungen begegnet, daß das Allsehende Auge aus dem Christentum stamme, während sowohl das Auge als auch die Pyramide niemals ein Symbol der Freimaurerei gewesen seien. Wie u. a. aus der obenstehenden Abbildung sowie aus den Erklärungen zu [3] ersichtlich wird, haben sich alle diese Behauptungen jedoch als falsch erwiesen. Unser Bild zeigt eine nach einem Stich von C. A. Senff 1799 gefertigte, handkolorierte Fotoreproduktion, auf der eine solche Pyramide zu sehen ist. Sie befindet sich im Landschaftpark des Ortes Machern, einer Kleinstadt vor den Toren Leipzigs. Die Webseite des Ortes informiert uns wie folgt:

   
1792 unter Leitung von Ephraim Wolfgang Glasewald errichtete Pyramide, die als gräfliches Mausoleum dienen sollte, jedoch nie als solches genutzt wurde. Der Eingang ist flankiert von zwei Löwen. Über den Triglyphen des dorischen Portals findet sich die Inschrift: Unseren Entschlafenen. Der dorische Giebelvorbau ist aus Pirnaer Sandstein gefertigt. In seinen Nischen standen einst die beiden Statuen der Genien des Todes und des Schlafes. Über der Türöffnung befand sich ehemals ein Relief eines Sterbenden, der sich vom Bett aufrichtet, um den Kranz der Unsterblichkeit zu empfangen, der ihm von einem Genius gereicht wird. Im Inneren, gegenüber dem Eingang befindet sich als Denkmal für den Vater des Grafen von Lindenau (Carl Heinrich von Lindenau lebte von 1755-1842) ein dorisches Portal mit der Inschrift: Tod ist Ruhe. Darunter standen ehemals ein Sarkophag aus sächsischem Marmor und eine Urne zum Andenken an die Mutter des Grafen. Unter 18 Rundbogennischen waren Urnen aus braunem Wedgwood aufgestellt, auf denen die Namen der Vorfahren der gräflichen Familie standen. Ein braunlackierter, argandischer Kronleuchter hing von der Mitte des hohen Kreuzgewölbes herab. Auf der nördlich gelegenen Rückseite des Bauwerkes befand sich der Eingang zur gräflichen Gruft. Über dessen innerer Tür zu lesen ist: Ruhe wartet des Todten. Gebet dem Grabe seine Gebeine!. In der tieferliegenden Gruft sind vier Sargnischen zur Beisetzung vorgesehen. Ausgestattet mit einem ausgeklügeltem System von versteckten Öffnungen zwischen dem Innenraum und der darunterliegenden Gruft und zwei seitlichen Gängen, war das Bauwerk geeignet zur Ausübung freimaurerisch-rosenkreuzerischer Rituale. Der Überlieferung J.F.Lange´s nach, pflegte der Graf mit seiner Familie hier zu speisen und zu feiern.

Quelle zitiert aus: http://www.machern.com/lexikon/m.htm#mausoleum.

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     Die oben beschriebene Pyramide ist nach der Wende aufwendig restauriert worden und wird offiziell zu Eheschließungen wieder genutzt. Sie kann hier freilich nur als Beispiel dienen. Denn solche Darstellungen in Parks, in Schlössern oder auch auf Logenhäusern finden wir viele, wenn wir bereit sind, unsere Augen nicht zu verschließen - überall gibt es sie, nicht nur in unseren Breiten, und sie kommen nicht nur aus jener, sondern auch aus der neueren Zeit. Gerade in den letzten Jahren erlebt die Bauform der Pyramiden eine neue, ganz eigene, man ist versucht zu sagen ganz eigenartige Renaissance. Wir behaupten natürlich nicht, daß jeder, der irgendwie eine Pyramide errichtet, mit der Finsternis im Bunde stünde. Das wäre ein nicht zu vetretender Unfug. Wenn wir uns jedoch nicht nur mit der Verwendung, sondern auch mit der Herkunft dieser und anderer Symbole auseinandersetzen, dann erkennen wir schon bald ihre Quellen, Abb. 5 "Freimaurerei - Wurzeln, Ziele, Hintergründe" von Dr. Martin Hohl-Wirzdie sie in altbaylonisch - ägyptischen Religionen und damit in der Finsternis haben. Und so ist nicht nur das Auge, sondern auch die Pyramide in all ihren Kulten wohlbekannt, wenn auch nicht alle Logen sie verwenden, da das Bild der Freimaurerei uneinheitlich, ja bisweilen sogar zerstritten erscheint, sich teilend in Reguläre und Irreguläre, die einander bekämpfen und gegenseitig ausschließen. Bis heute gibt es jedoch zahlreiche Logen, die dieses Symbol nicht nur in ihrem Logenzeichen, sondern auch im Namen tragen (so die Loge Zur Pyramidein Plauen im Vogtland bis zu ihrer Schließung 1933 oder die Johannesloge gleichen Namens in Trier).

    Wir haben zahlreiche Abbildungen solcher Symbole vorliegen, uns aber dann doch entschieden, sie hier nicht ausführlicher darzustellen; manchen könnte dies vielleicht doch zur Anfechtung gereichen. Es geht hier um nicht weniger als um Okkultismus; ein leichtfertiger Umgang, wie eine Verbreitung solcher Malzeichen sie darstellen würde, wäre daher fehl am Platze. Wer über diese Dinge mehr in Erfahrung bringen möchte, dem können wir die Lektüre des aus christlicher Sicht geschriebenen und verhältnismäßig gut recherchierten Buches
Freimaurerei - Wurzeln, Ziele, Hintergründe von Dr. Martin Hohl-Wirz empfehlen. Es ist in der Reihe Aufklärung der Arbeitsgemeinschaft für religiöse Fragen des Logos-Verlages in mehreren Auflagen erschienen; die ISBN ist die 3-933828-09-0, und es enthält 141 Seiten. Wir haben den Titel nebenstehend abgebildet; auf ihm sind auch einige der betreffenden Zeichen zu sehen. So erkennen wir den für die Freimaurerei so charakteristischen rechten Winkel, die verschlungenen Hände, das große G, den Zirkel sowie das sogenannteAllsehende Auge im gleichschenkligen Dreieck, umgeben von einem Strahlenkranz. Andere Symbole sind der naturgemäß aus dem Bauwesen stammende Hammer, das Senkblei oder die Spitzkelle u. v. a. m. Die Sitte der rituellen Grundsteinlegung, verbunden mit den drei symbolischen Hammerschlägen, kommt ebenfalls aus der Freimaurerei. Nicht wenige dieser Dinge finden wir auch in verschiedenen Staatssymbolen oder in denen diverser politischer Parteien, Behörden und Organisationen wieder. Die kanadische Polizei etwa verwendet einige dieser Symbole in ihren Abzeichen, und sogar die ehemalige DDR, obwohl in ihr die Freimaurerei offiziell verboten war, trug sie in offener wie abgewandelter Form in ihrem Staatswappen, wie andere Ostblockstaaten auch - Hammer, Sichel und Pentagramm sind wohl allen bekannt. Die so seltsam verschlungenen Hände aus der Freimaurerei haben wir auch im Parteiabzeichen der SED vorgefunden. Doch das sei ganz unmöglich, beeilt man sich uns natürlich zu versichern. Jeder wisse doch, fährt man fort, daß dies der Händedruck der Vorsitzenden von KPD und SPD, Pieck und Grotewohl gewesen sei, um beide Parteien zu vereinen. Man vergißt dabei geflissentlich, daß dies aus Zwang geschah, von Moskau aus befohlen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt?

Abb. 6 Hammer, Zirkel, Händedruck: Symbole der ehm. DDR und der SED    Wer sich mit der Geschichte einigermaßen unvoreingenommen auseinandersetzt, der wird eine Ahnung davon bekommen, wie relativ solche Überlegungen sein können. Es waren amerikanische Töpfe, die die russische Revolution 1917 finanziert haben, und dieselben Töpfe waren es auch, aus denen Rußland aufgerüstet worden ist. Sicher, die Freimaurerei ist auch in der Hitlerdiktatur verboten gewesen, und nicht wenige Freimaurer sind in den Konzentrationslagern gestorben. Verboten war auch die Astrologie; man wollte sie nicht für andere, sondern für sich allein. Hitler hielt sich mehrere Hofastrologen und Hellseher - von Anfang an. Bekannt sind etwa die Namen Steinschneider (alias Hanussen), Huter, Krafft und andere. Hitler wird in der Literatur oft selbst als Medium beschrieben. Maßgebliche Entscheidungen des sogenannten Führers, die ihn am Anfang tatsächlich einen Erfolg nach dem anderen bescheren, entlarven ihn so als einen Geführten, als ein ausführendes Werkzeug der Finsterniswelt - und ein ganzes Volk taumelt ihm nach, läßt sich von ihm bereitwillig auf die Schlachtbank führen. Auch die berüchtigte SS, der Schwarze Orden, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als eine zutiefst okkulte Veranstaltung. In eingeweihten Kreisen nennt man sie auch den Orden von Thule - erstanden aus dem Sumpf der altgermanischen Götterwelt, auserkoren als dämonische Vollstreckerin des Bösen, ausgerüstet von den höchsten Kreisen. Dies erklärt dann auch den abgrundtiefen Haß dieser Leute gegen all jene, die auch nur irgendwie etwas mit dem Gott Jahwe zu tun haben - das ist das Volk der Juden ebenso wie selbstredend auch die Christen, die sich nicht haben mit der braunen oder sonstwie gearteteten Ideologie gleichschalten lassen. -

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    Einen Einblick auf die wahren Zusammenhänge gewährt das folgende Hitler-Zitat, das aus jener Zeit erhalten geblieben ist. Darin sagt Hitler bezüglich der Freimaurerei:
Ich glaube natürlich nicht im Ernst an die abgrundtiefe Bosheit und Schädlichkeit dieser in Deutschland immer harmlos gewesenen Vereinigung. Ich habe mir genau Bericht erstatten lassen. Nun, was da von angeblichen Greueln zutage kam, von Skeletten, Totenköpfen, Särgen und geheimnisvollen Zeremonien, das ist alles Kinderschreck. Aber eins ist das Gefährliche, und ist auch dasjenige, das ich von den Freimaurern übernommen habe. Sie haben eine Lehre gebildet, die in Symbolen und Riten stufenweise höhere Einsicht gewährt. Die Erziehung durch Symbole und Riten ist das Gefährliche und Große und von mir Übernommene. Sehen Sie nicht, daß unsere Partei etwas ganz Ähnliches sein muß? Aber das bedeutet natürlich, daß es nicht etwas Ähnliches von anderer Seite geben darf. Entweder wir oder die Freimaurer oder die Kirche. Aber niemals Zwei nebeneinander (zitiert bei Wirz, s. o., S. 67). Fürwahr, das ist dann in der Tat sehr aufschlußreich...

    Wir dürfen dabei natürlich nicht außer acht lassen, daß die Freimaurerei sich nach Kräften auch aus der Bibel, sowohl aus dem Judentum als auch aus dem Christentum
bedient und deren Inhalte ihren Vorstellungen entsprechend nicht nur umgedeutet, sondern regelrecht umgedreht, Licht zu Finsternis, Finsternis zum Licht umerklärt hat (vgl. u. a. Tempel Salomos, sog. Hiramslegende, christliche oder jüdische Freimaurerei). Daraus erklärt sich dann auch, warum sie immer wieder mit dem Judentum oder dem Christentum in Verbindung gebracht wird. In der Tat waren und sind viele Klerikale sowohl katholischer als auch protestantischer Prägung aktive Freimaurer, und natürlich gibt es auch Juden, die in diesen Kreisen verkehren oder Teil dieser Kreise sind. Das bedeutet jedoch nicht, daß die Freimaurerei oder das Illuminatentum aus dem jüdischen oder christlichen Glauben kämen oder gar mit einer angeblichen jüdischen Verschwörung etwas zu tun hätten. Diverse rechtsradikale und auch arabische Medien behaupten dies zuweilen. Sie möchten wohl auch vergessen machen, daß bedeutende Führer der muslimischen Welt, der verstorbene Hussein II. von Jordanien und Söhne etwa, selbst Freimaurer der höchsten Grade waren - oder sind. Hier werden Dinge wohl auch ganz bewußt zusammengeworfen, die nicht zusammengehören. Und so entpuppen sich jene, die solche Hetzreden führen, als Bestandteile ein und desselben Systems.

    Nein, nicht die Juden sind es, die die Welt an sich reißen wollen. Sie sind es nie gewesen, und sie werden es nie sein. Darum ist die Legende von der angeblichen jüdischen oder zionistischen Weltverschwörung nicht nur einfach eine Legende. Sie ist eine von den Feinden unseres Gottes - getreu dem Motto: Haltet den Dieb, sprach der Dieb - bewußt ausgestreute, handfeste Lüge. Und auch die Christen, die nach der Bibel leben, haben mit solchen Dingen nichts im Sinn. Das Reich Gottes ist nämlich nicht von dieser Welt, und es bedarf auch nicht der Gewalt nach der Art und Weise dieser Welt (Jo 8. 23, 18. 36). Weder den Juden noch den Christen wäre so etwas jemals möglich - nicht, solange sie in den Wegen Gottes bleiben wollen. Daran ändern auch die Kriegspläne eines Herrn Bush, der sich selbst als wiedergeborenen Christen bezeichnet, herzlich wenig. Die neuerlich überall betriebene Hetze gegen bibelgläubige, tatsächlich wiedergeborene Christen rührt u. a. aus solchen Dingen. Dies dürfte in gewissen Kreisen durchaus beabsichtigt, zumindest aber hochwollkommen sein. Daß man ganze Städte anzündet, um sie niederzubrennen, und hinterher ruft, die Christen oder die Juden seien´s gewesen, ist ja nicht wirklich neu. Mit Bush´s Auftreten hat dies freilich eine neue Qualität gewonnen. Denn das ist tatsächlich neu: Daß einer - Jahrhunderte nach den Kreuzzügen der katholischen Kirche - sich als bibelgläubigen Christen bezeichnet (!) und gleichzeitig die halbe Welt in Brand setzt - und das auch noch als angeblichen Kreuzzug gegen das Böse deklariert. (Der in Maurerkreise tiefverstrickte George W. Bush ist überdies Mitglied jener United Methodist Church, die regelmäßig Boykottaufrufe gegen Israel veranstaltet.)

    Gott mag diese Dinge zum Gericht benutzen. Er sagt dies in Seinem Wort. Doch ist
dies nicht die Art, in der Er Seine Kinder führt. Ich denke nicht, daß ein Christ, der sich an Gottes Wort hält, Bomben werfen, Menschen quälen und gleichzeitig ruhig schlafen kann. Soweit dies unseren Umgang mit anderen Menschen und überhaupt mit dieser Welt betrifft, hat Jesus uns etwas anderes gelehrt. Unser Gott streitet nicht durch menschliche Heere; Sein Reich kommt überhaupt nicht durch menschliche Anstrengung. - „Nicht durch Heer und nicht durch Kraft, sondern durch Meinen Geist, spricht der Herr der Heerscharen (Sach 4. 6, Schlachter). Während jüdischer wie christlicher Glaube beide ihre Wurzeln in Gott haben, jeder von ihnen auf die ihm gegebene Weise, kommen jene nicht aus dem Licht, sondern aus der Finsternis, und schmücken sich lediglich mit fremden Federn. In ihnen wirkt der Teufel, der sich als Überbringer des Lichts verstellt und seine wahren Pläne auf ebenso vielfältige wie vielschichtige Art und Weise zu verbergen sucht - und so ist nicht nur bei mir der Eindruck entstanden, daß die wirklichen Hintergründe in jeder Richtung und von allen möglichen und unmöglichen Seiten verschleiert, zurechtgedeutet und passend umgelogen werden, daß sich schier die Balken biegen (vgl. 2Kor 11. 14  - 15). -

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    Die Pyramiden-Symbolik ist besonders in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eingeführt geworden, da man sich vermehrt den alten ägyptischen Kulten der Isis und Osiris zuwandte und seine Kenntnisse - ein zentraler Bestandteil der Freimaurerei ist das große
G, die Gnosis - zunehmend aus dem Geheimwissen dieser Kulte entnahm. In der von dem Freimaurer Johann Amadeus Mozart (1756 - 1791) geschriebenen Oper Die Zauberflöte, in der solche Riten dargestellt werden, die zum Teil auch Initiations-, d. h. Einführungsriten sind, wird einiges davon sichtbar. (Ganze fünfzehn Tage nach ihrer Uraufführung ist Mozart unter mysteriösen, bis heute nicht wirklich aufgeklärten Umständen verstorben. In der Folgezeit konstruiert man daraus die Legende einer Vergiftung durch seinen angeblichen Widersacher Antonio Salieri, der von 1750 - 1825 gelebt hat.) Typische Vertreter dieser Manie kommen aus den Kreisen des deutschen Adels; so gehört etwa der preußische König, Freimaurer und Rosenkreuzer Friedrich Wilhelm II. (1744 - 1797) zu denen, die sich mit diesen Dingen beschäftigt und diese ihre Abgötterei in weite Kreise eingeführt haben. Überhaupt hat sich das preußische Königshaus der Freimaurerei sehr weit geöffnet. Uns werden allein acht seiner Mitglieder genannt, die in ihr verstrickt gewesen sind. Von der Ägyptomanie” deutscher Adelskreise, überhaupt von dem romatischen Bestreben, sich den Dingen und vor allem dem verborgenen (d. h. okkulten) Wissen des Altertums - sowohl des Orients als auch der Antike - zuzuwenden und aus diesem Wissen heraus sein Leben zu gestalten, zeugen noch heute die Parkanlagen jener Zeit (u. a. Sanssouci, Wörlitz, Machern, Bad Muskau), vor allem aber auch die diversen Berliner Museen, deren Sammlungen zum großen Teilen auf das preußische Königshaus sowohl dieser als auch späterer Jahre (die wilhelminische bzw. Kaiserzeit) zurückzuführen sind. Der sogenannte, eben erst wieder restaurierte Pergamonaltar etwa, in der Bibel bekannt als Thron Satans (Off 2. 12 - 17), gehört dazu. Bei ihm handelt es sich um einen dem Zeus geweihten Altar, den man nach achtjähriger Ausgrabungszeit (1878 - 1886) aus dem heute in der Türkei liegenden Pergamos eigens herbeigeschafft (!) und um den herum man - gewissermaßen wie einen Tempel - das Pergamonmuseum errichtet hat (erbaut von 1897 - 1899, eröffnet 1901, vollendet 1930). Mit all diesen Dingen ist ein schwerer Bann über unser Land gebracht worden.

     Laßt uns nun jedoch zu der Pyramide auf unserem Ausschnitt des Dollarscheines zurückkehren.
Neben vielen anderen Symbolen, die inklusive des Adlers alle aus der Freimaurerei nachgewiesen sind, fallen dem Betrachter vor allem die verschiedenen Schriftzüge auf. Wir können nicht auf alle, wollen aber doch auf einige wichtige eingehen. So scheint uns der Schriftzug Novus Ordo Seclorumvon besonderem Interesse zu sein. Eigentlich müßte es ja Saeculorum heißen, dies ist jedoch offenbar der Siebzehnzahl der Buchstabensymbolik zum Abb. 7 Dollarnote, Rückseite links: Pyramidensymbolik mit "Allsehendem Auge"Opfer gefallen, die auf dem Schein ersichtlich wird und die wir hier nicht näher erklären können. Diese Fügung ist der Antike entlehnt; sie stammt aus der sog. 4. Ekloge (übersetzt bedeutet das Wort in etwa Erwählte oder Erlesene, es geht um besonders erlesene Hirtengedichte) des römischen Dichters Vergil (Publius Vergilius Maro, 70 - 19 v. u. Ztr.). Darin heißt es: Magnus ab integro saeclorum nascitur ordo, d. h.  Die große Ordnung (oder Abfolge) der Zeitalter beginnt erneut. Hier verwendet und entsprechend umgestellt, bedeutet sie eigentlich die neue Weltordnung, als eine Ordnung neuer Zeitalter, die es anzustreben galt - und so, wie es damals war, so ist es auch noch heute. Besonders auffallend ist, daß sich das Wort Ordo (Ordnung oder Reihenfolge) nicht etwa auf nicht das lateinische mundus (Genitiv mundi) für Welt bezieht, auch steht hier nicht das Wort orbis (Genitiv orbi) für den bewohnten Erdkreis, sondern es wird ausdrücklich der Begriff sec(u)lorum verwendet, d. h. Zeitalter - und er steht im Plural!

   
Diese vierte Ekloge, entstanden um das Jahr 40 v. u. Ztr. herum, ist die wohl berühmteste Vergils. In ihr wird die Geburt eines Welterlösers angekündigt, und mit diesem Erlöser werde eine Abfolge neuer Zeitalter, eine ganz neue, noch nie dagewesene Ordnung heranbrechen, prophezeit sie uns. Und sie tut dies mit Worten, mit denen sich viele an die Geburt Christi erinnert sahen. Vergil ist darum, obwohl er gemeinhin als Zauberer galt, im Mitterlalter oft verchristlicht, d. h. in christlichem Sinne umgedeutet worden; er galt sogar als Vorbote des Christentums; allein er ist es nicht. Er kommt nicht von der Bibel her, und damit auch nicht von Gott - seine Herkunft ist eine ganz andere. Wirkliche Bibelleser werden es wissen. Und so sind die Hirten, die da singen, eben nicht die Hirten auf dem Felde vor Betlehem; darum ist auch das Hirtenparadies, von dem er schwärmt, nicht das Paradies der Bibel; und darum ist auch der neue Welterlöser, dessen Geburt sie besingen und die ein neues Zeitalter heraufführen soll, nicht Jesus, der Sohn jenes wahren Gottes, der Jahwe heißt, sondern eine Ausgeburt der griechisch-heidnischen Götterwelt. Wenn dies anders sein sollte, und all diese Worte irgend etwas mit dem Gott der Juden und Christen zu tun hätten, wie man uns gerne glauben machen will, warum hat man dann keine Worte aus der Bibel, aus Gottes Wort genommen? Sagte Jesus etwa, daß die Klassik der Antike Ihn bezeugen würde? Oder sagte Er nicht vielmehr, daß die Heilige Schrift es ist, die von Ihm zeugt? Die Bibel kennt nur einen, der sich als Christus, als Messias bezeichnen wird, und es nicht ist, und der sich auf den Thron setzen wird, der dem wahren Messias gebührt - es ist der Antichrist mit der Zahl 666, und dies ist eines Menschen Zahl (s. Off 13. 1 - 18).

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    Hier zeigt sich einmal mehr, daß es - vordergründig - weniger um die Welt also solche, sondern vielmehr um eine ganz neue, sich von der vorigen wesensmäßig unterscheidende Weltordnung ohne den Gott der Bibel ging bzw. heute noch geht - denn zu jener Zeit galt das alte Europa noch immer als der Hort des Christentums. Hier geht es nicht um Jahwe; hier geht es auch nicht um Jesus, Seinen Sohn; hier geht es um die Eine Neue Welt, um den Anbruch eines neuen Zeitalters unter der Führung des Antichristen. Darum ist auch die Pyramide unfertig, die auf dem One-Dollar-Bill gezeigt wird; man verwirft Jesus, den göttlichen Eckstein, und setzt dafür das vermeintlich allsehende Auge des angeblichen Baumeisters aller Welten an die Spitze - alles und jeden soll es sehen, alles und jeden soll es kontrollieren können, alle Fäden soll es in der Hand haben, alles soll in ihm zusammengeführt werden. Niemand soll mehr kaufen, niemand verkaufen können, der nicht das Merkmal des wilden Tieres hat - oder seinen Namen, oder die Zahl seines Namens - an der Hand und an der Stirn (Off 13. 16 - 17). Daß dies ausgerechnet auf dem Ein-Dollar-Schein zu sehen ist, dem einzigen, auf dem all das wiedergegeben wird, kommt also nicht von ungefähr. Es zeigt uns, daß diese Kontrolle vom Geld her ausgeführt wird, von den Grundlagen des Geldes, und von diesen Grundlagen her auch ausgeführt werden soll. Und damit verrät es uns auch, welche Macht es ist, die durch das Geld regiert.

    Das alles ist dann auch der eigentliche Grund dafür, weshalb die heute - analog zur amerikanischen Verfassung - entwickelte Verfassung der EU keinerlei Gottesbezug besitzt, noch jemals besitzen darf. Darum kann sie sich lediglich auf Europas kulturelle Traditionen berufen, d. h. insbesondere die der sog. Aufklärung, die sich wiederum aus der griechischen Klassik und Philosophie speist, während - sowohl unter dem Vorzeichen fortschreitender Kommerzialisierung des öffentlichen wie privaten Lebens als auch unter dem Deckmäntelchen vermeintlicher Toleranz, vor allem im Schatten des
Islam, dessen Eindringen durch die durchaus in Kauf genommene Ausbreitung von Muslimen immer weiter forciert wird - Christentum wie Judentum fortwährend zurückgedrängt werden. So entpuppen sich die durch die diversen christlichen Parteien werbewirksam vorgeführten Bestrebungen, der EU doch noch einen irgenwie gearteten Gottesbezug abzuringen, nicht nur als vordergründig-naiv, sondern auch als Selbstbetrug und Augenwischerei. - Aufwachen sollten wir nun spätestens bei dem Schriftzug Annuit C½ptis. Denn auch hier handelt es sich um einen Griff in die Götterwelt der griechisch-römisch-heidnischen Mythologie. Und wieder hat man sich in der Dichtkunst Vergils bedient. Diesmal ist es die sog. Aeneis, entstanden etwa zwischen 29 und 19 v. u. Ztr., der man ihn entnommen hat. Er ist eine nur geringfügig abgeänderte Verkürzung einer an den heidnischen Gott Jupiter gerichteten Anrufung, die da lautet: Jupiter omnipotens, audacibus annue c½ptis. - Allmächtiger Jupiter, gewähre (o. gestehe zu, sage zu, von der Grundform annuo abgeleitet) das wagemutig Begonnene. So kommen beide Fügungen nicht, wie man vielleicht annehmen soll, aus dem Christentum, sondern sie sind alle beide fest im Heidentum verwurzelt!

Abb. 8 Dollarnote, Rückseite rechts: "E Pluribus Unum" über dem Adler    Held jenes unvollendet gebliebenen Epos ist Aeneas, der aus dem brennenden Troja flieht, nach Latium kommt und dort zum Stammvater der Römer wird. Vergils Aeneis, die sich in ihren Grundzügen wiederum aus Homers Ilias und der Odyssee speist, ist somit zu einem der bedeutendsten Gründungsmythen des Römischen Weltreiches geworden; es ist das Nationalepos der Römer schlechthin. Diese Dinge hat man sich zu den geistlichen Grundlagen Amerikas erkoren, und dieselben Dinge sind auch die geistlichen Grundlagen der heutigen Europäischen Union. (Die USA sind im Wesentlichen ja nichts anderes als ein Produkt sowohl von Kolonialisierungsbestrebungen als auch von Auswanderungsbewegungen, die - schöne Neue Welt! - neben der Verschleppung von Afrikanern als Arbeitssklaven, da die Europäer zu teuer geworden waren, fast alle aus dem Europa des 16./17. Jahrhunderts hervorgegangen sind.) Wie nahe die Gründungsideen der EU denen der USA in Wirklichkeit sind, sagen uns die Wahlsprüche beider Staatengebilde: Aus dem E Pluribus Unum, dem Aus Vielen Eins Amerikas, abgebildet wiederum auf der Ein-Dollar-Note, wurde hier In varietate concordia (In Vielfalt geeint). Es ist schon wichtig zu wissen, was da eigentlich geeint werden soll. Das Wort Europa - europe, u. a. von erebos abgeleitet - bezeichnet das alte Schattenreich nicht nur in der griechischen Mythologie. Es ist das Reich des Dunkels und der Todesschatten, das Reich, in dem die Sonne untergeht (deshalb nennt man es das Abendland). Bezeichnend ist auch das Werk, das man sich zur Hymne Europas erwählte: Es ist ausgerechnet die Vertonung von Schillers Ode an die Freude, die diese Freude als Tochter aus Elysium (griech. Tochter aus dem Paradies der Götter und Heroen, röm. Tochter aus der Unterwelt) besingt, um so in deren Heiligtum einzutreten (vgl. dazu 1Mo 6. 1 - 7, Mt 24. 37 - 39!). - Friedrich Schiller war selbst kein Freimaurer, stand aber mit einer ganzen Anzahl von Freimaurern in Verbindung. Teile seiner Lehrerschaft waren Illuminaten, und er selbst hatte eine Zeitlang einer Einführungsgruppe in das Illuminatentum angehört. So hat er 1785 seine Ode an die Freude auf Ersuchen Christian Gottfried Körners, eines seiner freimaurerischen Freunde, für die Tafel der Loge Zu den drei Schwertern in Dresden verfaßt. -

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Abb. 9 Die "Göttin Europa", auf Zeus reitend. Standbild vor dem EU-Ratsgebäude    Das moderne Europa entsteht derzeit in den alten römischen Grenzen neu, wird aber noch darüber hinausgehen. Es stellt also die Fortsetzung desselben Reiches dar, indem es sich auf dieselben Dinge (vgl. d. sog. Römischen Verträge) und Mythen gründet. Vor dem Gebäude des Europäischen Rates in Brüssel befindet sich eine Plastik, die die Jungfrau Europa - in der Mythologie eine sterbliche Göttin - zeigt, die, auf einem zweihörnigen Fabelwesen (Jupiter resp. Zeus) reitend, von diesem entführt, zu seiner Geliebten gemacht und zuletzt betrogen wird. So reitet heute der ganze Kontinent bereits auf diesem Tier, um von ihm betrogen und in die Finsternis abgeführt zu werden. Wir kennen diese Symbolik eigentlich als den Ritt der Europa, Tochter des Königs von Phönikien, auf Zeus, der sie als Stier davonträgt, um sie nach Kreta zu entführen. (Man beachte den in beiden Abbildungen - Abb. 9 rechts und 10 gleich unten links - jeweils gleichen Griff der Europa nach den Hörnern des Wesens bzw. nach dem Horn des Stieres.) -

Abb. 10 Europa, reitend auf Zeus als Stier (grie. Vasenbild, um 490 v.u. Ztr.)    Ein Stier - seit dem alten Babylon steht er für Fruchtbarkeit und Erfolg - ist zugleich eines der Hauptsymbole der Börse; in ihm, als dem Börsenbullen, erkennen wir auch das sprichwörtliche goldene Kalb, den Gott Mammon wieder, der immer dann in Gestalt des zweiten Symbols, des Bären erscheint, d. h. als Raubtier, das mit seinen erhobenen Klauen alles niedermacht und mit seinen Zähnen auffrißt, wenn die Kurse fallen bzw. die Geldgewinne nicht die gewünschte Höhe erreichen sollten. Wenn genügend Existenzen zerstört und ausreichend Arbeitsplätze vernichtet sind, dann ist das für die Börse jedesmal ein Fest, denn dann sinken die Kosten, und damit steigen die Kurse wieder. Und so ist es die in maßlos gewordener Geldgier vollzogene Anbetung dieses Stieres, der wir den heute als vermeintlich modernen Heilsweg angepriesenen totalitären sog. Neoliberalimus (richtiger und ehrlicher wäre der Begriff Marktradikalismus) im Zuge des extra neuerschaffenen Abb. 11 Rückseite der griechischen 2-Euro-MünzeKampfbegriffes Globalisierung zu verdanken haben. Von dem hier beschriebenen Geschehen lesen wir in der Offenbarung, die uns in Kap. 17. 1ff die Frau, die Hure Babylon, auf dem Tier, d. h. dem Antichristen sitzend beschreibt; durch die Hurerei mit ihr sind die Könige der Erde fett und die Kaufleute reich geworden (s. a. Off 18. 3, 9ff). Der Leser lasse sich die Augen öffnen und lese einmal gründlich, was hier steht; er lasse es in dem Zusammenhang und vor allem nicht ohne Gebet auf sich einwirken:

   
Dann kam einer von den sieben Boten, die die sieben Schalen hielten, und sprach zu mir: Herzu! Ich will dir das Urteil (o. Gericht) über die große Hure zeigen, die an vielen Wassern sitzt, mit der die Könige der Erde gehurt haben, und von dem Wein ihrer Hurerei wurden die auf der Erde Wohnenden berauscht. Darauf brachte er mich im Geist in eine Wildnis. Dort gewahrte ich eine Frau auf einem scharlachroten wilden Tier sitzen, dicht voller Namen der Lästerung. Es hatte sieben Köpfe und zehn Hörner. Die Frau war mit Purpur und Scharlach umhüllt und vergoldet mit Gold und mit kostbaren Steinen und Perlen geschmückt; in ihrer Hand hielt sie einen goldenen Becher, bis zum Rand voll mit den Greueln und unreinen Dingen ihrer Hurerei und der der Erde. Auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: ‚Geheimnis - Babylon die Große - die Mutter der Huren und der Greuel der Erde’. Und ich gewahrte die Frau, berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu” (Off 17. 1 - 6). - Dies alles erfüllt sich gerade vor unseren Augen; es ist - im dritten Quartal 2005 - in großen Teilen der gegenwärtige Stand. Jupiter, eine Hauptgottheit, ist ja kein anderer als die römische Entsprechung des griechischen Göttervaters Zeus; beide sind, wie ihre Herkunft aus dem altbabylonischen bzw. altägyptischen Götterkult zeigt, wiederum Verkörperungen Luzifers bzw. des Teufels. Zeus, in der Mythologie der höchste griechische Gott, gilt wie der römische Jupiter als der Gott von Donner und Blitz; schon Jesus sah den den Teufel wie einen Blitz aus dem Himmel fallen (Lk 10. 18). In den Kulten der altägyptischen Religionen liegen auch die Wurzeln jener Pyramide, die in der Freimaurererei als zentrales Symbol gilt. So haben wir hier - in dem oben angeführten Annuit C½ptis - die Erfüllung eines Gebetes” vorliegen, das einst an den Teufel gerichtet worden ist; denn es ergibt sich, da man in dem auf der Rückseite des Dollar wiedergegebenen Symbol das Perfekt benutzt - annuit statt annue - , daraus nichts anderes, als daß man das, was man da propagiert, von der hier angesprochenen Gottheit schon empfangen hat - es ist begonnen” worden, denn es wurde bereits gewährt”, und so will man es nun unter allen Umständen und um jeden Preis auch zu Ende führen.

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[2] Der Schriftzug
In God we trust ist erst 1956 nachträglich eingefügt worden.

Abb. 12 So sah Pieter Bruegel den Turmbau zu Babel. Ölgemalde 1563 (Ausschnitt).[3] Es wird gemeinhin behauptet, daß dieses vermeintliche allsehende Auge aus der Symbolik des Christentums stamme. Wie wir nicht nur an dem schielenden (in manchen Darstellungen auch weinenden) Auge erkennen können, entspricht die hier gezeigte Darstellung jedoch ganz klar einer Fälschung. Hier versucht der Teufel seine eigenen Dinge unterzumischen. Zunächst dazu ein paar ganz einfache Gedanken. Wie könnte ein nur in eine Richtung sehendes Auge zugleich allsehend sein? Wie könnte Gott Sich ändern, wo doch Sein eigenes Wort - Ja 1. 17 - sagt, daß in Ihm keine Änderung noch der Schatten eines Wechsels zu finden sind? Auch aus der Darstellung eines nicht gleichseitigen, sondern nur gleichschenkligen Dreiecks habe ich bislang herausgelesen, daß wir hier nicht ein Symbol der göttlichen Trinität, sondern eine dämonische Nachäffung derselben vorliegen haben. - Einen vermehrten Gebrauch dieser Symbolik haben wir in etwa seit der Zeit des Barock zu verzeichnen. Auch im Klassizismus kommt sie - naturgemäß - sehr häufig vor. Sie hat jedoch nicht nur in dieser Zeit Verwendung gefunden. Auch in der Epoche der Industrialisierung des neunzehnten Jahrhunderts (teilweise auch noch im zwanzigsten), als nicht wenige Kirchen auch von Freimaurern - durchaus wohlmeinend - erbaut oder z. T. auch restauriert worden sind (!), haben dieses und andere Zeichen wiederum Eingang in solche Kirchen gefunden.

    Die Folgen solcher Dinge sind i. d. Regel ein für lange Jahre darniederliegendes geistliches Leben an solchen Orten und auch ein nicht unbedeutender Widerstand gegen das Evangelium, bis diese Vermischung erkannt, die Symbole entfernt und über diesen Dingen Buße getan worden ist. Von einigen Gebetseinsätzen bereits aus der Zeit der früheren DDR sind mir die Zusammenhänge solcher Anrechte der Finsternis, ihrer Beseitigung und dem danach regelmäßig zunehmenden geistlichen Leben an einem solchen Ort noch immer vertraut.
Freilich sind diese Dinge in unseren Kreisen oft übertrieben worden. Andere wieder lehnen sie gänzlich ab. Wie die Verbrennung von den Zauberbüchern aus der Apostelgeschichte nach erfolgter Umkehr und die darauf folgende Zunahme des Wortes zeigt (Apg 19. 17 - 19), sind sind sie jedoch ebenso wahr wie notwendig - wirklich bitter notwendig. (Wie geistlich empfindende Geschwister vielleicht denken mögen, sind diese Sätze nicht ohne einigen inneren Kampf geschrieben. Der Herr helfe uns und erbarme sich über uns. Amen.) - Die in ihrer Basis zwar kleinere, sich dabei aber um so mehr in den Himmel erhebende Pyramide - die beiden Schenkel des Dreiecks sind deutlich länger als die Basis - ist mit Recht immer wieder auch als ein neuerlicher Turmbau zu Babel gedeutet worden. Das Symbol des dreieinigen Gottes, wenn wir sie denn in einem Dreieck versinnbildlichen wollten, stünde dazu in einigem Gegensatz; es soll ja die Dreipersönlichkeit Gottes (drei zu einer Figur zusammengefügte Geraden) als die eines und in sich gleichen Wesens bezeichnen (die Geraden müssen jeweils gleich sein). Das Auge Gottes wäre bei einer solchen Konstellation genau in der Mitte - hier könnte es in der Tat als allsehend” dargestellt werden, denn es schaut, im Gegensatz zu dem einseitig schielenden Auge der Dollarpyramide, in jede Richtung gleichermaßen. Das ist zunächst ein bestechender Gedankengang, und ich habe ihn lange Zeit für richtig gehalten.

    Aus der Verwendung eines solchen Dreiecks ergeben sich jedoch insgesamt einige Schwierigkeiten. Ein lieber Bruder und väterlicher Freund hat uns zusätzlich darauf aufmerksam gemacht. Zunächst einmal ist zu sagen, daß die Verwendung eines Dreiecks als Symbol durchgängig aus der Maurerei kommt. Obwohl die Maurerei sich selbst sich u. a. aus der Arbeit der Steinmetze in den alten mittelalterlichen Dombauhütten
erklärt, ist es doch kein eigenständiges christliches Zeichen. Das Dreieck ist ein uraltes Maurerwerkzeug, mit der die Waagerechte ausgelotet wurde, und stellt das Hauptwerkzeug jener Zeit dar, das dazu diente, ein Bauwerk im Lot zu errichten. Daher kommt dann auch der wohlbekannte Ausdruck, daß alles im Lot sei. Es gab ja damals keine Wasserwaagen mit Libelle wie heute, sondern man hatte die sog. Lotwaage, die umgedreht auch als Waagebalken fungierte. Anstelle der Wasserwaage benutzte man das Lot, das in einem Abb. 13 Steinmetze bei der Arbeit, Darstellung mit Lotwaage unten vornDreieck aufgehängt war, um die Waagerechte zu erhalten (die Ermittlung der Senkrechten geschah, wie oft heute noch, allein durch das Lot). Hier hat man die Senkrechte durch die Waagerechte übertragen. Je breiter der untere Schenkel des Dreiecks (die Basis) war, desto breiter war die Auflage, und umso genauer konnte gemessen werden. Unser nebenstehendes Bild zeigt ein solches Werkzeug im Vordergrund. Interessant ist dabei der Gedanke, daß es immer die nach unten wirkenden Kräfte sind, auf die man hier baut; das Lot ist ja im Wesentlichen nichts anderes als ein Pendel, das immer nach unten zeigt, bedingt durch die Erdanziehungskraft. (Wir kennen das Pendel u. a. auch sonst aus dem Okkultbereich.) Aus diesem Gesamtzusammenhang ergibt sich dann auch das Dreieck der Freimaurerei, das mit seinem innenliegenden Auge den maurerischen Baumeister aller Welten darstellen soll. Ich habe hier das Wort Gott ganz bewußt vermieden - denn nicht der Gott Jahwe ist es, der hier auf uns schaut; es ist Horus, der Sohn des Ra, des ägyptischen Sonnengottes, und damit Satan, nach maurerischem Diktus Luzifer, der sogenannte Lichtträger selbst.

    Wie so vieles, so ist auch dieses Symbol danach
verchristlicht und in den Bau und die Ausstattung von Kirchen aufgenommen worden, wobei man (im Idealfall) strikt darauf geachtet hat, ein gleichseitiges, nicht gleichschenkliges Dreieck darzustellen. Es sollte, wie wir oben angedeutet haben, den dreieinigen Gott versinnbildlichen, der mit seinem Auge auf alle unsere Werke sieht, was ganz bewußt mit dem Zeichen der o. a. Lotwaage (dem Dreieck als Symbol für Genauigkeit und Recht) verbunden worden ist. Dem ebenso aufmerksamen wie in geistlichen Dingen empfindsamen Betrachter fällt sicherlich auf, daß man dabei von dem Schwerpunkt der Gnade abweicht; man sieht nicht mehr auf das Kreuz, auf die vollbrachte Erlösung, sondern richtet sein Augenmerk wieder ganz auf die eigenen Werke. Die Werke (vor allem auch die der menschlichen Vernunft) aber wiederum sind in der Freimaurerei besonders wichtig. Folgendes Beispiel kann uns diesen Gesichtspunkt sicher verdeutlichen: An einer mit einer reichen freimaurerischen Ornamentik versehenen Tür, die ich vor fast zwanzig Jahren in Pegau, einer Kleinstadt südlich von Leipzig fand, waren die Worte angebracht: Jesus ist mein Richter. Diesen Hinweis auf den Richter, nicht den Retter als Eingangstür (!) sah ich im Sommer 1986. Ich weiß nicht, was inzwischen aus dieser Tür geworden ist, ich besitze leider auch kein Bild davon. Daß dieses Denken auch in unseren Kirchen und Gemeinden überhaupt erst Abb. 14 Dollarnote: Waagensymbolik auf der VorderseiteFuß fassen konnte, ist eine große Tragik. Es zeigt aber die Einfallstor, durch das der Feind diese Dinge einbringen konnte: Es ist die Selbstgerechtigkeit. Wenn man freilich für geistliche Dinge kein Empfindungsvermögen mehr besitzt, nachdem es durch aufgeklärten Rationalismus und Bibelkritik zerrüttet worden ist, alles Dinge, die sich wiederum aus freimaurerischen Wurzeln speisen, dann ist es freilich kein Wunder, wenn auch ein Einbruch der dazugehörenden Symbolik geschieht. Wenn man die Gnade verläßt, dann kommt der Feind herein. Das ist eine geistliche Binsenweisheit. Jesus ist unsere Gerechtigkeit. Wer nicht auf Jesus baut, sondern auf Werke, der verliert die Gnade, dem bleibt nur noch das Gericht. Da werden dann die Werke vor Gott gewogen; da wird es in jedem Falle heißen: Gewogen, gewogen und doch zu leicht befunden. Die Waage ist ja auch ein Symbol des Rechts, wie sie in zahlreichen Darstellungen der Justitia zu sehen ist. Und diese Waage ist wiederum ein Symbol der Freimaurerei. Auf dem Notenbanksymbol der Vorderseite des Dollarscheins ist sie, neben dem Winkel, ebenfalls abgebildet. Hier sehen wir, wie dicht das alles beieinderliegt - und doch so weit voneinander entfernt.

    Die folgende Darstellung aus der Wikipedia - es empfiehlt sich, den ganzen Artikel zu lesen - ist sehr erhellend und belegt die Herkunft des Dreiecks nicht erst aus der Zeit des Pythagoras, der sie im 6. Jh v. u. Ztr. lediglich weiterverarbeitet und in seinem Satz zusammengefaßt hat, sondern aus der Zeit der Pyramidenberechnung der alten Ägypter und der Babylonier. Damit kann auch die Herkunft des Dreiecks aus der Zeit des Pyramidenbaus nicht mehr geleugnet werden; das Dreieckssymbol weist uns immer auch auf das Pyramidensymbol hin:

Abb. 15 Rechtwinkliges DreieckDer Satz des Pythagoras ist einer der fundamentalen mathematischen Sätze der euklidischen Geometrie. Er besagt, dass in allen ebenen rechtwinkligen Dreiecken die Summe der Flächeninhalte der Kathetenquadrate gleich dem Flächeninhalt des Hypotenusenquadrates ist. Oder als Gleichung

    a² + b² = c²,

wobei a und b wie im Bild...
für die Längen der winkelanliegenden Seiten, der Katheten, stehen und c die Länge der dem rechten Winkel gegenüberliegenden Seite, der Hypotenuse, darstellt.

In der modernen Mathematik motiviert der Satz das Konzept des Senkrechtstehens in abstrakten Räumen.

Der nach Pythagoras von Samos benannte Satz ist theoretischer Ausdruck der von indischen, babylonischen und ägyptischen Baumeistern und Priestern entwickelten praktischen Kunst, bei Abmessungen von Feldern und Bauten mit Hilfe von Seilen präzise rechte Winkel zu erzielen. Schon eine kleine Abweichung vom rechten Winkel führt bei Bauwerken zu katastrophalen Ergebnissen, insbesondere bei großen Konstruktionen wie Pyramiden konnten sich die historischen Ingenieure nicht die geringste Abweichung erlauben.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Satz_des_Pythagoras

    Damit wäre dann wohl auch die Herkunft jenes Symbols hinreichend geklärt.

    Aus dem gleichschenkligen, nicht gleichseitigen Dreieck ergibt sich, nach der Maßgabe, daß die Gesamtwinkelsumme eines Dreicks 180 Grad beträgt, wiederum der rechte Winkel aus der Freimaurerei. Weiter oben - siehe die Erklärungen zu [1] - haben wir ihn im Zusammmenhang mit der Pyramiden- und anderer Freimaurersymbolik bereits angeführt. Das gleichseitige Dreieck hat nur spitze Winkel von jeweils 60 Grad; damit ist es für die Maurerei unbrauchbar. Wohl deshalb hat es man dann auch in Kirchen verwendet. Dieser Zusammenhang kennzeichnet zugleich aber auch die Stelle, in der der Feind in die christliche Symbolik eingebrochen ist und sie mit ungöttlichen Elementen durchsetzt hat. Hier konnte offenbar nicht immer in der rechten Weise unterschieden werden. Es wäre wohl besser gewesen, wenn man solche Dreicksdarstellungen von vornherein vermieden hätte; die Gefahr der Vermischung hätte somit an dieser Stelle gänzlich ausgeschlossen werden können.


[4] Dort noch ohne die hier gezeigten Abbildungen und etwas weniger ausführlich.

[5] Man hat in den Systemen sowohl des Sozialismus bzw. des Kommunismus als auch in dem des sog. Nationalsozialismus immer jeweils in sich wesensgleiche Formen eines Staatsmonopolkapitalismus (d. h. es besteht ein mehr oder weniger ausgeprägtes Monopol des Staates an Grund, Bodenschätzen und Produktionsmitteln) wiedererkannt.

[6] Was ist die zwangsweise Enteignung von Hausbesitzern, Fabrikanten und Bauern anderes als staatlich verordneter und dann auch vollzogener Raub?

[7] Man hat uns verschiedentlich vorgeworfen, daß wir einen wie auch immer gearteten
Sozialismus wieder einführen wollten. Wer solche Dinge unterstellt, so ist zu befürchten, der hat von den hier niedergelegten Dingen nichts begriffen. Der klebt noch allzusehr am System dieser Welt. Wir sprechen hier nämlich ausdrücklich nicht von Gleichmacherei. Aber es ist schon bezeichnend, daß Paulus zwar von den Herren und den Knechten (w. Sklaven) spricht, die beide zum Glauben gekommen sind, und gleichzeitig ihnen beiden Verhaltensmaßregeln mit auf den Weg gibt, die ihre Standesunterschiede in der Welt zwar nicht verwischen, doch ihr Verhältnis zueinander in einer solchen grundlegenden Art und Weise verändern werden, daß es innerhalb dieses Verhältnisses am Ende keinen Herrn und keinen Knecht mehr gibt, sondern nur noch den Bruder und die Schwester in Christus (Eph 6. 5 - 9). „Da gibt es weder Juden noch Griechen, weder Sklaven noch Freie (!), weder männlich noch weiblich, denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus (Ga 3. 28). Im Leibe des Herrn dienen wir alle einander, und wir empfangen auch alle voneinander! Die Liebe sucht nicht das Ihre, hat der Apostel geschrieben (1Kor 13. 5). Da geht es nicht mehr darum: Was erhalte ich? Da fragen wir nicht mehr: Was bekomme ich ich für meine Gabe? Da geht es danach, was der andere braucht!

[8]
Genau das ist der Weg, den wir hier zu gehen haben. Wer diesen Weg jedoch in ein Anwenden von Prinzipien verkehrt, um selbst reich zu werden (wie dies u. a. die sog. Glaubensbewegung lehrt) der geht an dem Gesagten vorbei; es kann nicht funktionieren, weil Gott es nämlich nicht für ihn, sondern für den anderen, für seinen Nächsten, den Bruder und die Schwester bestimmt hat. Das Gesetz des Christus, wie Paulus es niedergelegt hat, besteht eben nicht darin, daß ein jeder einen Zehnten oder ähnliches zu geben habe, um aus diesen Geldern eine Gemeindestruktur zu errichten, tolle Gebäude zu bauen, eine bessere Einrichtung zu kaufen und anderes mehr. Dieses Gesetz spricht überhaupt nicht von äußerlichen Gebäuden oder Strukturen, sondern von den Gliedern selbst. Und darum lautet es: Einer trage des anderen Last (Ga 6. 2). Hierbei geht es eben nicht darum, für sich selbst, sondern für den anderen zu säen (Ga 6. 6 - 10, so auch 2Kor 9. 1 - 15). Dies ist das Gesetz, hier dürfen wir getrost sagen die Gesetzmäßigkeit, in dem bzw. in der der Christuskörper überhaupt erst wirksam werden kann. Alles andere endet in Klerikalismus, in Kirchendenken und damit in menschlicher Hierarchie, während die Liebe verlassen wird und damit der eigentliche Leib zum Erliegen kommt. Das ist leider der Zustand, den wir bis heute weithin vorfinden. Hier ist der eigentliche Krebsschaden des heutigen Christentums zu finden und zu benennen.

[9] Wer sich ein Bild davon machen will, wie sehr Paulus sich gerade auch um den Einzelnen gekümmert hat und um sein Fortkommen besorgt war, was bis dahin ging, daß er für alles, was dieser etwa verschuldet haben könnte, selbst aufzukommen bereit war (!), dem sei die Lektüre des zwar kurzen, dafür aber umso eindrücklicheren Philemon-Briefes ans Herz gelegt.

[10]
D. h. beides ist untrennbar; bei Gott gibt es keine Trennung zwischen Profanem und Geistlichem, d. h. Er macht keinen Unterschied zwischen dem Bedarf des Geistes und dem des Leibes, wie es u. a. die Gnosis lehrt. Wir sind immer ganze Menschen aus Geist, Seele und Leib. Näheres zu diesem Zusammenhang haben wir etwa im dritten Kapitel der Zehntenlüge ausführlich niedergelegt. Daß sich der geistliche Fokus dann am Schluß von Israel auf die Nationen richtete, hat durchaus etwas mit der Vernachlässigung jener Handreichungen am Anfang zu tun. Und wir denken tatsächlich, daß Gott die beiden Herden auf diesem Wege wieder vereinen wird, damit aus ihr eine Herde unter einem Hirten werde. Hier offenbaren sich auch die Gründe für die zahllosen Spaltungen in der Christenheit und die so überaus forcierte Betonung auf andere Hirten, d. h. auf menschliche Leiterschaft. Es hängt alles miteinander zusammen, und es ist viel einfacher, als die meisten unter uns zu denken wagen!

[11] Hellenisten (grie. hêllenistês) werden die Juden jener Zeit genannt, die die Überlieferungen des Judentums verlassen und griechische Sitten und Gebräuche angenommen hatten. Die Hebräer, die Orthodoxen also, lehnten naturgemäß die griechischen Sitten ab. Zwischen beiden Gruppen - es ist schon traurig, daß bereits in der frühen Gemeinde diese Gruppenbildungen nicht wirklich überwunden werden konnten und von daher immer wieder vervorbrachen - kam es nun zu Auseinandersetzungen auf der materiellen Ebene, weil die Hebräer die Witwen der Hellenisten bei der Versorgung übersehen hatten. So mußte dann auch der alte Widerstreit zwischen den vorgeblich Frömmeren und Reicheren und den vermeintlich weniger Frommen und Armen erneut aufbrechen. Wir kennen genau dieselben Auseinandersetzungen - fußend auf demselben Denken - zwischen links und rechts auch aus unseren Tagen. Und all das hat weitreichende Folgen!

[12] Zu diesem Gebaren schreibt der Mitternachtsruf, ein christliches Magazin, in dem vorrangig Endzeit-Themen behandelt werden, unter der Rubrik Im Blickfeld einen höchst interessanten Artikel, den ich hier einmal wiedergeben möchte:

Babylons Menschenhandel

Menschenhandel - ein längst überholter Begriff oder moderne Wirklichkeit? Die biblischen Berichte weisen auch diese Tatsachen für die Endzeit auf und bestätigen deren Charakteristik, so wie wir sie heute vorfinden.

Aus gut unterrichteter Quelle verlautet: ‚Fahnder des österreichischen Bundeskriminalamtes vergleichen den internationalen Menschenhandel mit der Arbeitsweise internationaler Konzerne: Die Ware Mensch wird bestellt - Lieferanten liefern’, sagt Roman Idinger. Der durch Menschenhandel weltweit erwirtschaftete Umsatz liegt nach Idinger bei zehn Milliarden Dollar. ‚Insgesamt werden vier bis fünf Millionen Menschen jährlich gekauft und verkauft. Dabei müssen vor allem Frauen unter sklavenähnlichen Lebensbedingungen arbeiten’ (P.D. Nr. 6).

Das erinnert doch sehr an das letzte Babylon, das von Gott unter das Gericht gestellt und vernichtet wird...
(Es wird zitiert Off 18. 11 - 13, 15 - 18.) Das letzte Babylon wird sich in jeder Hinsicht zu einem materialistischen Reich entwickeln, in dem Menschen wie Ware behandelt und Seelen wie Materialien behandelt werden. ‚Leiber und Seelen der Menschen’ werden gleichzeitig aufgeführt mit Waren ‚von Gold und Silber und Edelsteinen’.

Während große Weltkonzerne und Banken immer mehr Gewinne verbuchen, werden in den unteren Etagen Tausende von Angestellten entlassen. Alte Menschen werden euthanasiert, noch nicht Geborene abgetrieben oder gar nicht erst gezeugt und das meistens um der Finanzen wegen. ‚Kostenrisiko’ nennt man das. Was etwas kostet, wird entsorgt, was Gewinn bringt, wird verkauft oder gekauft. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Materialien, Tiere oder Menschen handelt. Ulrich Skambraks (Topic) hat schon vor Jahren darauf hingewiesen, daß unsere Gesellschaft bewußt auf eine 20/80 Gesellschaft hin manipuliert wird. Das heißt, es wird darauf hingearbeitet, daß 20 Prozent das Geld verdienen und das Sagen haben, während die restlichen 80 Prozent wie Sklaven behandelt werden. Tatsächlich werden die Tendenzen in diese Richtung immer erkennbarer.

Daß man mit den internationalen Menschenhandel jährlich bereits zehn Milliarden Dollar erwirtschaftet und und diese Art von Arbeit bereits mit ‚Konzernen’ vergleicht, ist ein Reden für sich. Die Globalisierung fördert den Menschenhandel und damit hat unsere Zeit bereits im Bereich von Offenbarung 18 Fuß gefaßt. Wie wahr die Bibel doch ist. Für das 19. und 20. Jahrhundert galten biblische Begriffe für die Endzeit wie ‚der Handel mit Menschenseelen’ und ‚Sklaventum’ doch als total überholt, und plötzlich sind diese Dinge in unserer ‚ach so modernen Welt’ voll im Trend. Die Endzeit läuft ihren Weg, und einmal mehr schließen wir daraus, daß wir schnellen Schrittes der Apokalypse entgegeneilen und der Herr Jesus bald wiederkommt.


Aus: Norbert Lieth, Mitternachtsruf, Ausgabe 6 / 2005:
„Was geschah, geschieht und geschehen wird, Seiten 13/14.

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[13] Die offiziellen Verlautbarungen maßgeblicher Vertreter der katholischen wie evangelischen Kirchen lassen immer wieder einmal darauf schließen. Der Ratsvorsitzende der EKD, Huber,
mahnt die Regierenden jedenfalls ständig dazu, in den sog. Reformen ja nicht nachzulassen”. Läßt sich die Amtskirche wieder einmal als Interessenvertreterin der Reichen und Mächtigen dieser Welt mißbrauchen? Sollte der Platz der Kirche bzw. der Gemeinde Jesu nicht ein ganz anderer sein?

Siehe auch: http://www.idea.de/cfml/homepage/detail_artikel.cfm?cfid=3036919&cftoken=63113555&ArtikelID=35954.

[14] Wir reden hier nicht einem bewußten Mißbrauch oder einem unberechtigten Erschleichen von Sozialleistungen das Wort. Wer so etwas tut, der betrügt und muß diese Dinge vor Gott und, wo möglich, auch vor Menschen bereinigen. Es ist jedoch bezeichnend, daß gerade in den kommerziellen Fernsehsendern (unter Verweis auf Einzelfälle, die es sicherlich auch gibt) in der letzten Zeit eine regelrechte Hetzjagd auf Empfänger von Arbeitslosenunterstützung ausgebrochen zu sein scheint. Steckt dahinter Absicht oder nur die (leider) ganz alltägliche Sensationsgier?

[15] Das evangelikale Informationsblatt TOPIC hat sich im September 2005 zu dieser seit langen Jahren gezielten Meinungsmanipulation (die in ihrer Raffinesse, ihrer Dreistigkeit, aber auch in ihren Möglichkeiten wohl die Propagandakunst diverser früherer kommunistischer Staaten bei weitem in den Schatten stellen dürfte!) unter der Überschrift Eine radikale Reform der öffentlichen Meinung wie folgt geäußert:

Nur vordergründig ist die sogenannte öffentliche Meinung so etwas wie der Durchschnitt dessen, was die Menschen in Bezug auf einen bestimmten Sachverhalt denken und empfinden. In Wirklichkeit ist sie das Ergebnis eines komplizierten Prozesses, in dem Informationen und Gefühle von den einzelnen Menschen ihrer Persönlichkeit gemäß verarbeitet werden. Dieser weitgehend unbewußte Prozeß kann für den größten Teil einer Bevölkerung gesteuert werden, wenn die wesentlichen Akteure mitspielen.

Das zur Zeit wichtigste Beispiel, wie gut so etwas gelingen kann, betrifft die Einstellung des überwiegenden Teils der Bevölkerung zu Reformen in der Wirtschaft. Die hat sich nämlich keineswegs frei entwickelt, sondern ist wesentlich das Ergebnis einer brillanten und dauerhaften Öffentlichkeitsarbeit, deren Ursprung eher unscheinbar war:

Der Chef der Metallarbeitgeber ärgerte sich vor Jahren über eine repräsentative Umfrage, wonach sich die meisten Deutschen einen starken Sozialstaat wünschten. Folgen des Ärgers waren die Gründung der
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit einem Budget von 100 Millonen (!) Euro ab dem Jahr 2000 und eine beispiellose Kampagne mit dem ganz offen genannten Ziel, in Deutschland einen Bewußtseinswandel herbeizuführen, also die Deutschen durch eine umfassende Manipulation der öffentlichen Meinung umzuerziehen. (Selbiger Verein wird vom Verband Gesamtmetall zusätzlich mit 9 Millionen Euro p. a. gefördert, Anm.) Mit Hilfe der sehr erfahrenen Werbeagenur Scholz & Friends wurden Anzeigen entworfen und jene Aussagen festgelegt, die dem Volk auf allen Kanälen einzuhämmern seien. Sie kennen das: Der Sozialstaat hat Deutschland an den Abgrund gebracht und muß einschneidend reformiert werden.

Die INSM gewann eine Vielzahl von Prominenten dafür, diese Botschaft seit dem Jahr 2000 überall unters Volk zu tragen - in Talkshows, Vorträgen, Büchern und
Fachbeiträgen. Sie spielt auf der gesamten Klaviatur der Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit) und schafft es sogar, Medien selbst für ihre Ziele einzupannen. Daß die ahnungslosen Bürger nach und nach zu dem Schluß kamen: Wenn so viele ganz verschiedene kluge Leute derselben Meinung sind, muß das stimmen, ist Folge eines gezielt und unablässig angewandten kommunikationstheoretischen Tricks, wonach eine Botschaft am besten sitzt, wenn sie von möglichst vielen und möglichst verschiedenen Trägern übermittelt wird. Das klappt vorzüglich - in manchen Talkshows können die Botschafter der INSM schon beinahe unter sich diskutieren - der Zuschauer weiß nichts von dieser Gemeinsamkeit. Oder wußten Sie etwa, daß Paul Kirchhof, Peter Müller, Lothar Späth, Friedrich Merz, Hans Tietmeyer (alle CDU), Christine Scheel und Oswald Metzger (Die Grünen) in dieser gigantischen Manipulation mitmischen? Tietmeyer, der Kuratoriumsvorsitzende der INSM, hätte übrigens in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit u. a. als Bundesbankchef, Finanzstaatssekretär und Wirtschaftsberater zur Wiedervereinigung wie kaum ein anderer vorzügliche Möglichkeiten gehabt, die angeblich schlimmen Zustände zu verhindern, die er heute beklagt.

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     Unter der Rubrik Woher stammen die politischen Inhalte und Interessen? fährt TOPIC anschließend fort:

Die großen wirtschaftspolitischen, teilweise auch die gesellschaftspolitischen Ziele für Deutschland werden längst nicht mehr nur von denen forciert, die sich zur Wahl stellen, sondern von einer ganzen Reihe demokratisch nicht legitimierter Organisationen und Unternehmen im In- und Ausland. Dazu gehören beispielsweise die Bertelsmann-Stiftung und die vorgestellte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, aber auch der sogenannte Bürgerkonvent. Dessen Leiter, der Jurist Meinhard Miegel, warnt unablässig vor dem Zusammenbruch des Rentensystems, ist inzwischen wohl jedem Talkshow-Zuschauer bekannt und propagiert einschneidende Reformen. Nicht so bekannt ist, daß Miegels Deutsches Institut für Altersvorsorge ganz von der Deutschan Bank finanziert wird und daher ganz offensichtlich Politik in eigener Sache macht, nämlich bezüglich privater Altersvorsorge.

Im internationalen Rahmen dürften die Trilaterale Kommission und die Bilderberg-Gesellschaft den größten Einfluß haben, jene Zentralorganisationen der großen Weltkonzerne sowie der Welt- und Finanzpolitik. Sie haben bei der (am 18. September 2005 vorgezogenen, Anm.) Bundestagswahl alle Eisen im Feuer und können nur gewinnen: Nicht nur Schröder ist auf ihren Treffen aufgetreten, sondern auch Merkel. Die CDU-Vorsitzende scheint der Trilateralen Kommission besonders verbunden zu sein, hat doch die Organisation vor ein paar Monaten (22. - 24. 10. 2004, Anm.) gar in den Räumen der Berliner CDU-Fraktion getagt. Einige Gesprächspartner der letzten Zeit, etwa ihren neuen Wirtschaftsberater Heinrich von Pierer und ThyssenKrupp-Chef Gerhard Cromme, kennt sie dann ja bereits aus der (Trilateralen) Kommission.

    Daß Deutschland, was die sogenannten Reformen, sprich den Abbau sozialer Schutzmechanismen vor kapitalistischer Willkür angeht, keineswegs Schlußlicht, sondern Vorreiter in der gesamten Europäischen Union ist und solches von einer deutschen Regierung auch dringend erwartet wird, entlarvte sich in einer Ausführung des EU-Währungskomminssars Joaquin Almunia, wie die NETZEITUNG am 23. 09. 2005 schrieb, die wiederum Bezug auf einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung genommen hatte. Ausgangspunkt waren das Überschreiten der sog. Maastricht-Kriterien sowie die wochenlangen Querelen zu Regierungsbildung und Kanzlerschaft nach der Bundestagswahl am 18. September 2005 zwischen SPD und CDU. Die EU kennt kein Pardon mehr mit Deutschland, titelte das Magazin und fuhr fort: Die aktuelle politische Lage in Deutschland gibt laut Almunia Anlass zu großer Sorge. Wir brauchen eine starke deutsche Regierung, zitiert die Zeitung den EU-Kommissar. Deutschland setze Maßstäbe für die übrigen EU-Partner, und weitere Reformen in Berlin seien sehr wichtig für das Funktionieren der gesamten Eurozone. Almunia hatte mit einem Wiederaufleben des gegen Deutschland gerichteten Defizitverfahrens gedroht - die Staatsverschuldung wird ein weiteres Jahr mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen - und angedeutet, daß die EU Vorschläge für weitere Anpassungen zu einer Behebung dieser zu hohen Staatsverschuldung machen werde. Es dürfte nicht allzu schwer zu erraten sein, was diese Vorschläge wohl beinhalten werden. Da drängt sich doch die Frage auf, wer hier wen belügt...

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[16] Mehr über die Geschichtsfälschungen und Lügen des sog.
Palästinensischen Mythos und der in heutigen Medien leider üblichen einseitigen und verzerrten Berichterstattung über Israel ist in dem bei Asaph erhältlichen Buch Philister oder Die Große Täuschung von Ramon Bennett zu erfahren (erschienen bei Arm Of Salvation, Jerusalem, ISBN 965-90000-4-9, ca. 380 Seiten). Ich kann dieses und andere Bücher des Autors zu diesem Thema nur wärmstens empfehlen; manchem werden dabei die Augen nicht nur auf-, sondern wohl auch übergehen. Man könnte dies angesichts der offensichtlichen Unwahrheiten, die uns über den Staat und das Volk Israel erzählt worden sind und werden, nur wünschen.

[17] Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/George_Orwell.
Das hier besprochene Buch
George Orwell - 1984 ist im u. a. Ullstein-Verlag erschienen. ISBN 3-548-23410-0, Paperback, 383 Seiten, 20. Auflage 2000. Auf dem Rückumschlag lesen wir ein Zitat aus dem Münchner Merkur: „Orwell hätte sein Buch auch 2000 nennen können.

[18] Diese von Gott gesetzte Obrigkeit ist in einer Monarchie der König, in einer Demokratie die gewählte Regierung. Zu einer solchen Obrigkeit gehören also definitiv nicht solche Kreise, die durch Wahlen vom Volk (als dem Souverän) her nicht legitimiert sind Macht auszuüben, Einflüsse geltend zu machen und von daher die Regierungen zu unterwandern suchen (siehe hierzu vor allem vor allem die nachfolgenden Erklärungen unter
19 und  20). Entwicklungen, wie wir sie hier vorliegen haben, ist unser entschiedener und eindeutiger Widerstand entgegenzusetzen; dabei gilt um Christi Willen, daß wir dem Teufel zu widerstehen haben (Ja 4. 7f). Eine falsche Obrigkeitshörigkeit ist an der Stelle nur nicht angebracht, sondern lebensgefährlich - die Ereignisse, die das Entstehen des sog. Dritten Reiches angebahnt haben, bestätigen dies ganz klar. Das Gebet für die Obrigkeit nach 1Tim 2.2f erhält von daher einen ganz besonderen Stellenwert.

    Dabei sind und bleiben wir uns dessen bewußt, daß gewisse Entwicklungen, wie wir sie hier thematisieren, in der Heiligen Schrift vorhergesagt werden und von daher unumgänglich sind. Allerdings dürfen wir es uns dabei nicht zu einfach machen und eben laufen lassen, was da läuft. Denn das hatten wir alles schon einmal. - Ihr seid das Salz der Erde, sagte der Herr. Wir wissen: Salz ist der Stoff, der die Fäulnis aufhält. Wenn nun das Salz fade wird, womit soll man es wieder salzen? Zu nichts mehr erweist es sich als stark genug, als nur hinausgeworfen und von den Menschen niedergetreten zu werden (Mt 5. 13). Die uns umgebende, immer offensichtlicher werdende Fäulnis unserer Gesellschaft, namentlich der Wirtschaftswelt, hat also sehr viel damit zu tun, daß wir heute ein Christentum vorliegen haben, das in weiten Bereichen seinen Unterschied zur Welt und damit seine Salzkraft verloren hat. Ein solches Christentum - fade gewordenes Salz - wird hinausgeworfen und von den Leuten zertreten werden. Das ist eine deutliche Warnung vor dem Gericht, das sich anschickt über die Gemeinde zu kommen. Und in vielen Bereichen, gerade auf dem Gebiet des Wirtschaftlichen und der Versorgung, ist es schon da. Das zeigt uns dann auch den Bereich auf, in dem wir am meisten fehlgehen und am wenigsten ein Zeugnis davon sind, daß es mit Gott auch anders geht.

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Abb. 16 Buchtitel: "Die Reformlüge" von Albr
[19] Hierzu möchte ich die zwar weltlichen, m. E. auf dem wirtschaftspolitischen Gebiet jedoch sehr fundierten Webseiten des Autors und Wirtschaftswissenschaftlers Albrecht Müller empfehlen. Er ist der Schreiber des Buches Die Reformlüge, 2004 erschienen im Droemer-Verlag (ISBN 3-426-27344-6, ca. 415 Seiten) und seit August 2005 in einer neueren aktualisierten Version bei Knaur erhältlich. In seinem Buch wie in seinem Webauftritt weist er die Unhaltbarkeit und (zu großen Teilen wohl auch bewußte) Verlogenheit der weithin grassierenden neoliberalen Thesen nach. Man sollte vielleicht nicht alles an dem Werk kritiklos übernehmen. Das liegt sicherlich auch nicht im Sinne des Verfassers. Wer sich jedoch auch einmal mit den tatsächlichen Hintergründen heutiger Wirtschaftspolitik beschäftigen will und wer vor allem bereit ist, die diesbezügliche, heute leider gängige Meinungsmache in Frage stellen zu lassen, dem empfehle ich dieses Buch. Die hier niedergelegten Dinge beweisen: Hinter all dem steht kein unabwendbares Naturgesetz, sondern ein sich hinter pseudowisswenschaftlichen Argumenten versteckender, bewußt und zielgerichtet ausgearbeiteter Plan. Hier soll eine ganze Ära beendet und auf den Müllhaufen der Geschichte gekarrt werden; man wähnt sich in der Tat am Beginn einer neuen, einer ganz anderen Republik.

    Vielleicht meinte dies auch die für ihre marktradikalistischen Positionen bekannte Angela Merkel, als sie in ihrer zum 60. Jahrestag der CDU in nicht ganz einwandfreiem Deutsch gehaltenen Rede behauptete, wir hätten
wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit(wörtliches Zitat). Das war dann auch das einzige Mal, daß das Wort Demokratie in dieser Rede auftauchte. Ich glaube kaum, daß alle CDU-Freunde, die dieser Rede Beifall gezollt haben, bemerkt haben, was diese Frau da eigentlich von sich gibt und wofür sie wirklich steht. Hier sollten endlich alle Alarmglocken läuten! Wie lange wollen wir solche Leute noch stützen, indem wir etwa für sie werben, blauäugig, wie wir sind? Wie lange wollen wir noch schlafen und zu all dem schweigen? Wie lange wollen wir noch auf Lügen bauen und, was noch schlimmer ist, sie bedenkenlos nachreden helfen? Wie lange wollen wir uns an diesen Dingen zumindest mitschuldig machen?

Die Merkelsche Rede ist auf den Seiten der CDU immerhin noch abrufbar.
Quelle:  http://www.cdu.de/doc/pdf/05_06_16_Rede_Merkel_60_Jahre_CDU.pdf.

    Albrecht Müller weist nach, daß wir es hier vor allem mit einer flächendeckenden Unterwanderung gleichgeschalteter Wirtschaftslobbyisten zu tun haben, in deren Folge wiederum der politisch rechte Rand erstarken wird. Als wir vor ein paar Jahren in Freundeskreisen überhaupt auf die Möglichkeit einer solchen Entwicklung hingewiesen haben, sind wir oft noch verlacht worden. Heute lacht man schon weniger. Es ist exakt dieselbe Entwicklung wie die in den dreißiger Jahren, und wieder ist Deutschland der Vorreiter. Es gibt eben auch hier nichts Neues unter der Sonne. Das angesichts hunderttausender sogenannter Jobs, von denen ihre Inhaber kaum noch leben oder ihre Familien ernähren können, gegenüber Sozialforderungen immer wieder angeführte Totschlag-Argument, daß sozial sei, was Arbeit schaffe, ist eine fast wörtliche Entlehnung aus der Propaganda jener Zeit, hervorgebracht in den Hirnen deutscher Wirtschaftsverteter, willfährig kolportiert und umgesetzt durch die deutsche Politik dieser wie jener Tage. Ein Zitat aus dem Jahre 1932 lautet: Der gesunde Staat wird eine gesunde Wirtschaft haben. Gesunde Wirtschaft bedeutet heute vor allem Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Derjenige ist wirklich und wahrhaft sozial, der Arbeit schafft. Es gibt ewige Wirtschaftsgesetze, die kein Volk ungestraft verletzen darf. Das haben die sozialistischen Machthaber in Deutschland außer Acht gelassen. Sozialismus ist Erwerbslosigkeit”.

    Nein, hier spricht nicht etwa Guido Westerwelle von der FDP. Diese Sätze kommen auch nicht aus diesem Jahrhundert. Sie stammen von Alfred Hugenberg, dem Besitzer des damals nach ihm benannten Medienkonzerns und dementsprechend weit nach rechts ausgerichteten Politiker, und sind Rundfunkansprachen zur letzten Reichstagswahl entnommen, die dieser am 28. und 31. Juli 1932 gehalten hat. Der Rechtsaußen Hugenberg, Steigbügelhalter der Nazis und für kurze Zeit Minister in Hitlers Kabinett, lebte von 1865 - 1951, und nur mit Mühe und in mehreren Berufungsverfahren konnte er nach dem Krieg seine sogenannte Entnazifizierung durchsetzen. Er bekam sie schließlich unter dem Eindruck, daß er zu alt sei, um sich noch politisch zu betätigen. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig - siehe Aktenzeichen BVerwG 3 C 20.04 und die dazugehörige Pressemitteilung - bestätigte noch im März 2005 seine Rolle als Wegbereiter der braunen Diktatur. Abb. 17 "Vater Hugenberg" - Karikatur von Hans Gerner, Holzschnitt 1929Seine Rede, aus der wir hier nur ein kurzes Zitat wiedergegeben haben, stellt ein in ihrer Grundtendenz bemerkenswertes Konglomerat aus wenig Wahrheit und viel Lüge dar. Nun, das kennen auch wir zur Genüge - allerdings kennen wir das aus der Polemik unserer Tage.

    Doch damit ist es nicht genug. Müller (s. o.) schreibt weiter, skizziert die Bestrebungen jener Zeit:
Mit Bildung der Harzburger Front will Hugenberg unter Einschluß der NSDAP die nationalistischen Kräfte gegen das Kabinett Brüning bündeln. Seine Ziele sind hierbei eine republikfeindliche Politik unter Einbindung des Nationalsozialismus. Hugenberg will (anfangs) nicht nur zurück zur Monarchie. Er will überhaupt weg von der Demokratie, will endlich weg von dem, was seinen Einfluß und vor allem seine Profite schmälern könnte. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Von da her erkennen wir auch die Gesinnung, vor allem aber den Geist, aus dem sowohl dieser als auch andere, ganz ähnlich lautende Sätze entstanden sind. Von dem Sozial ist, der Arbeit schafft im Zusammenhang der vorgeblich ehernen Wirtschaftsgesetze von 1932 bis zu dem nachfolgenden Arbeit macht frei - den höhnenden Inschriften auf den Eingangstoren deutscher Konzentrationslager - lag eine Spanne von nur wenigen Jahren. Man hat heute lediglich den Satz ein wenig umgestellt und das Wort Der mit dem unpersönlicheren Was ausgetauscht. Dabei vergißt man - damals wie heute - selbstredend die gigantischen Profitberge zu erwähnen, die man mittels dieser Ideologie für sich selbst anzuhäufen sucht, und gebärdet sich als Wohltäter der Nation. Die für das heutige Deutschland leider so typische Geschichtsvergessenheit weiter Kreise der Bevölkerung kommt dabei gewiß nicht ungelegen. Denn wenn wir wissen, von wem etwas kommt, dann können wir auch Rückschlüsse darauf führen, was da kommt und damit auch, was das eigentlich für eine Arbeit sein soll, die man da schaffen zu wollen vorgibt. Daß die Öffentlichkeit erkennt, wer dahintersteht, von welchem Hintergrund das also eigentlich kommt, liegt von daher vielleicht nicht unbedingt im Interesse derer, die solche Sätze kolportieren.

Quelle - Hugenberg-Zitate: http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=5&idart=1116.

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    Im heutigen Fall ist es wieder die INSM, die von dem (in Wirtschafts- und Sozialfragen als Scharfmacher bekannten) Gesamtmetall-Vorstand Kannegießer ins Leben gerufene sog. Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, das relativ neue, millionenschwere und mittlerweile wegen massiver Schleichwerbung ins Gerede gekommene Propaganda-Organ der deutschen Industrie (siehe die Anmerkungen zu 15), die diesen Slogan aus der Mottenkiste der Vorkriegszeit hervorgeholt und der Zeit angepaßt hat. Das war im Jahre 2000, also zeitgleich mit der Entstehung der INSM. Bis dieser Satz in die offizielle Politik Eingang hielt und zuerst von der CDU (Merkel, dann vor allem aber auch Althaus, Merz und Koch) aufgegriffen worden ist, brauchte er dann nur noch zwei Jahre. Das ist nicht nur eine deutliche Verhöhnung der Mehrzahl unseres Volkes. Es ist auch eine Verhöhnung der Geschichte. Noch arroganter und noch schnoddriger geht´s nimmer. Wir konstatieren also: Der Schoß ist fruchtbar - immer - noch, aus dem das kroch (frei nach Brecht). Und so kriecht es heute wieder...

    Ich unterstelle diesen Leuten zwar keine wissentlich böse Absicht und erst recht keine wie auch immer geartete braune Gesinnung. Das wäre eine schlimme Diffamierung nicht zuletzt auch derer, die aus ehrlichem Herzen nach Lösungsansätzen suchen und von daher sehr integere, achtenswerte Persönlichkeiten sind, von denen ich einige sehr schätze und wünschte, daß wir mehr davon hätten. Aber das, was sie von sich ständig behaupten, das sind sie nicht: sie sind eben nicht so ideologiefrei, daß sie in ihrem Handeln und Entscheiden tatsächlich unbeschwert sind. Sonst hätten sie vielleicht doch einmal die Mühe und nicht zuletzt auch den Mut aufgebracht, die sich so neu gebärdenden und dabei doch so alten Thesen des Kapitals kritisch zu hinterfragen. Müssen sie sich nicht vorwerfen lassen, daß der Lüge glauben und - als allzeit bereite Erfüllungsgehilfen des Industrie- und Bankenkapitals - zu ebenso gedankenlosen wie willfährigen Vollstreckern dieser Lüge geworden sind? Daß sie dies zuweilen unter christlichem Vorzeichen tun, macht die Sache um ein Vielfaches schlimmer. Es macht solche Politiker und Unternehmensvertreter nämlich - sei es nun bewußt oder unbewußt - zu Verführern des deutschen Volkes. Hinter der Verführung und den schönen Glamour-Fassaden aber wird die Fratze des menschenverachtenden, des totalitären Kapitalismus sichtbar. Aufwachen, Geschwister, Freunde, aufwachen! Nicht an die CDU (oder an die SPD oder andere) glauben, sondern an den Herrn! - Exakt dieselbe Politik von künstlich erzeugter Deflation, Lohnkürzungen und massivem Sozialabbau - verbunden mit genau denselben Erklärungen wie heute! - hatte auch die Zeit der Weimarer Republik beendet und führte nach ihrer Zerschlagung direkt und fast bruchlos zur Machtergreifung der Nazis, was von der deutschen Industrie (mit nur sehr wenigen Ausnahmen) selbstverständlich heftigst begrüßt worden ist.

    Es besteht daher die Gefahr, daß wir auf eine ebensolche Entwicklung hinsteuern, wenn dem nicht mutig, eindeutig und klar Einhalt geboten wird. Insofern stehen tatsächlich Freiheit und Demokratie auf dem Spiel; unter pseudo-demokratischem, freiheitlichem Deckmäntelchen (Freiheit - für wen?) bei gleichzeitig zunehmender Aushöhlung der Rechte der arbeitenden Bevölkerung, vorrangig der abhängig Beschäftigten und der kleinen Selbstständigen, droht eine mehr oder weniger schleichende Wiedereinführung einer offenen kapitalistischen Diktatur, allerdings einer solchen bisher nicht gekannten Ausmaßes. Der Grad der Monopolisierung in der Zeit des sog. Dritten Reiches wird dabei noch überschritten. Der Unterschied zum Monopolkapitalismus früherer Zeiten ist hierbei der, daß nicht mehr der Staat das Monopol an den Produktionsmitteln, sondern das Kapital das Monopol am Staat besitzt und von daher die Richtlinien der Politik vorgibt. Das ist jedoch das Ende einer jeden Demokratie und damit auch das Ende jeglicher Freiheit. Hier beginnt nach allgemeiner Erkenntnis ganz eindeutig eine Diktatur. Nur Narren möchten glauben, daß der Hitlersche Nationalsozialimus etwas mit Sozialismus (oder gar mit einem sozialen Gewissen) zu tun gehabt habe. Einige wollen uns das heute offenbar glauben machen. Nein - die Hitlerdiktatur war eine kapitalistische Diktatur, wie sie kapitalistischer kaum hätte sein können. Die Nazis haben die Monopole nicht angestastet, sondern blieben aufs engste mit ihnen verbunden, ja verschmolzen regelrecht mit ihnen. Wir sollten uns von daher nicht blenden lassen. Folgt, nach 60 Jahren relativer Freiheit, dem Dritten Reich ein Viertes, vielleicht unter einem ganz anderem Namen und scheinbar unter anderem Vorzeichen, aber ebenso totalitär? Das, so meine ich, steht wohl zu befürchten. - Näheres zu diesem Themenkomplex finden wir u. a. auf Albrecht Müllers Nachdenkseiten. Es lohnt sich für den, der wirklich nachdenken will!

Weitere Links zum Thema:

Die ganze Hugenberg-Rede: http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/hugenberg/
Hugenberg-Originalton 1932: http://www.dhm.de/lemo/objekte/sound/hug/index.ram
Zum Abspielen der Tondatei wird ggf. der Real-Player oder Real Alternative benötigt.

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[20] In der Tat waren weite Teile nicht nur des deutschen, sondern auch des internationalen, vor allem aber des amerikanischen Finanz- und Monopolkapitals an der Finanzierung der Hitlerdiktatur beteiligt. Jene unkontrollierte Verflechtung internationaler Industriekonzerne und im Hintergrund agierender Kreise der Hochfinanz, die man heute als Globalisierung bezeichnet, ist eben keine Erfindung oder gar eine Notwendigkeit unserer Tage, wie die diversen und hochdotierten Agit-Prop-Inszenierungen diverser Bilderberger bzw. der mit ihnen zusammenhängenden wirtschaftsnahen Kreise und ihrer Handlanger in Politik und Medienwelt uns unaufhörlich einzutrichtern versuchen. Ihre unablässig und auf allen Kanälen vorgetragene Propaganda, die in weiten Bereichen stetige Wiederholung immer derselben Inhalte, sei sie nun offen oder unterschwellig, erinnern manchen kritischen Beobachter zumindest in Teilen an solche Gehirnwäsche- und Motivationstechniken, wie sie in totalitären Strukturen üblich sind, und damit auch an die Entleerungspraktiken diverser Psychosekten. Nicht wenige sind so zu dem Schluß gelangt, daß diese Leute sehr genau wissen, was sie tun, warum sie es tun und wie sie es tun. Sie scheinen vor allem zu wissen, wie man Seelen korrumpiert; nicht ohne Grund sind sie hochbezahlt, denn sie sind absolute Profis in ihrem Geschäft. Wir sollten uns von ihnen auf gar keinen Fall einwickeln lassen. - Offenbar hat man noch immer nicht gelernt. Man scheint auch vermeiden zu wollen, daß andere lernen oder überhaupt auch nur selbständig zu denken wagen. Die Geschichte zeigt auf bedrückende Art und Weise, was dabei herauskommt, wenn alle Macht dem Kapital überlassen wird, ein mehr oder weniger ungebremster Kapitalismus heranwuchert und der Staat sich zum Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft machen läßt. Hier entsteht eine in ihrer Wirkung verheerende Verquickung der Wirtschaft mit dem Staat - und das geht solange, bis wir zuletzt wir ein autoritäres System vorliegen haben, eine offene Diktatur, der niemand mehr entrinnen kann.

Abb. 18 "Millionen stehen hinter mir": Zeitgenössische Satire 1932, Fotomontage    Die Entstehung des sog. Dritten Reiches war ebenfalls eine schleichende, über lange Zeiträume vorbereitete; den meisten sind ihre eigentlichen Hintergründe verborgen geblieben, bis heute - oder sie leugnen sie oder wollen sie nicht wahrhaben. Überhaupt hat jene Zeit mit der heutigen einiges gemeinsam. Daß wir an dieser Stelle eine Abbildung einer Fotomontage aus jener Zeit eingefügt haben, die die Verbindungen des Nazireiches mit dem Kapital jener Zeit erhellt und satirisch aufnimmt, geschieht also nicht ohne Grund. Und das ist eben nicht nur linke Propaganda gewesen, wie gewisse Kreise der deutschen Industrie uns bis heute ebenso gerne wie eilfertig weismachen wollen. In seinem sehr ausführlichen und außergewöhnlich gut recherchierten Werk Das schwarze Reich - Geheimgesellschaften beschreibt E. R. Carmin (wahrscheinlich ein Pseudonym), wie jene Ereignisse von langer Hand geplant - lange noch vor dem ersten Weltkrieg - und im Hintergrund gesteuert worden sind. Wir greifen einige Passagen aus seinem Buch auf und zitieren daraus:

    „Es ist offensichtlich, daß die Entwicklung in Bayern (gemeint sind die von den Nazis immer wieder angezettelten Schlägereien und umstürzlerischen Umtriebe von der Zeit der frühen 20er Jahre an, Anm.) von höherer Stelle, um nicht zu sagen, auch von Staats wegen, nicht nur geduldet, sondern gefördert wurde. Dazu gehörte im übrigen auch die Technik der bayrischen Gerichte, bei Übergriffen der Nationalsozialisten den sich wehrenden Gegner zu verurteilen,  was natürlich nur möglich war mit stillschweigender oder ausdrücklicher Zustimmung des Reiches (Gumbel 1924, S. 173). Es ist erwiesen, daß hinter jenen Geheimbünden und deren Aktivitäten auch ausländische Interessen standen: Ein von Mitgliedern des aus dem Freikorps Oberland hervorgegangenen Blücherbundes für März 1923 geplanter, allerdings durch Denunziation aufgeflogener Putsch in München war mit über 92000 Goldmark, immerhin an die 40 Millionen Reichsmark, von Frankreich finanziert worden (Gumbel, S. 206f). Der im Krieg als britischer Agent tätig gewesene SA-Führer Luedecke... versorgte nicht nur die SA mit Waffen und Munition, sondern auch mit französischen Devisen... Freilich, ausländische Zuwendungen für Hitler waren schon damals tabu: Als der Herausgeber der britischen Zeitschrift Foreign Affairs, das Unterhausmitglied Morel, bei einer Unterredung mit dem bayrischen Landesdiktator Kahr 1923 darauf hinwies, Hiler habe über sieben oder acht Mittelsmänner französische Gelder erhalten, protestierte dieser mit dem Hinweis, Hitler sei doch ein national eingestellter Mann (Görlitz, Geldgeber, S. 44)...

  
...Was und wen, fragt Carmin einige Abschnitte weiter, mochte der Reichskanzler a. D. Brüning 1947 gemeint haben, als er in einem Brief an den Herausgeber der Deutschen Rundschau schrieb: Das Finanzieren der Nazipartei, teilweise von Menschen, von denen man es am wenigsten erwartet hätte, ... ist ein Kapitel für sich. Ich habe niemals öffentlich darüber gesprochen, doch im Interesse Deutschlands könnte es notwendig sein, es zu tun und aufzudecken, wie dieselben Bankiers im Herbst 1931 den amerikanischen Botschafter Sakett gegen meine Regierung zugunsten der Nazipartei zu beeinflussen suchten (...) Einer der Hauptfaktoren bei Hitlers Aufstieg... war die Tatsache, daß er große Geldsummen von fremden Ländern 1923 und später empfing und gut für die Sabotage des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet gezahlt wurde. In späteren Jahren wurde er bezahlt, um um Unruhen hervorzurufen und und revolutionäre Tendenzen in Deutschland zu ermutigen, von Männern, die sich einbildeten, daß dies Deutschland schwächen könnte und das Bestehenbleiben irgendeiner verfassungsmäßigen zentralen Regierung unmöglich machen würde. Diejenigen, die solange versucht haben, diese Tatsachen zu unterdrücken, täuschen sich, wenn sie glauben, daß sie dies auf die Dauer tun können ...

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     (...) Hitlers Aufstieg zur Macht war weder schicksalhaft noch unaufhaltsam... Bis 1933 hatte Hitler nie die Mehrheit der deutschen Wähler hinter sich gehabt, wenn er auch erstaunliche Wahlerfolge errang. Dennoch hat er nicht an der Spitze einer revolutionären Massenbewegung die Macht ergriffen, wie er es sich vielleicht selbst eingebildet hat, sondern er ist vielmehr durch Hintertreppen-Intrigen zum Reichskanzler ernannt worden, und zwar zu einem Zeitpunkt, als seine politische Bewegung ihren Gipfelpunkt bereits überschritten hatte und die wirtschaftlichen und politischen Faktoren, die seinen Aufstieg begünstigt hatten, bereits schwanden. In der Partei herrschte Zwietracht, und Hitler spielte gegen Ende 1932 sogar mit dem Gedanken,
sein Leben mit einer Kugel zu beenden (vgl. Toland, Adolf Hitler, a.a.O., S. 384). Nach Müllern-Schönhausen soll Hitler in dieser depressiven Stimmung wieder einmal Trost bei seinem Magus Herschel Steinschneider alias Hanussen gesucht haben, der ihm auch prompt weissagte, daß am 30. Januar sein Aufstieg zur Macht beginnen werde. Dazu schrieb der Hellseher dem Führer noch ein bemerkenswertes Gedicht:

Die Bahn zum Ziel ist noch verrammelt,
Die rechten Helfer nicht versammelt,
Doch in drei Tagen - aus drei Ländern,
Wird durch die Bank sich alles ändern.
(Müllern-Schönhausen, die Lösung des Rätsels Adolf Hitler, a.a.O., S. 137)

    Daß dabei in der Tat
die Bank, nämlich ganz wesentlich der Bankier von Schröder nebst Hitlers politischem Steigbügelhalter, dem päpstlichen Kammerherrn von Papen... eine bemerkenswerte Rolle spielte, kommt... nicht von ungefähr...

    Aber, wie Carmin herausstellt,
kommt es noch weitaus dicker. Und wenn wir genau zuzuhören bereit, dann sind wir endlich auch wieder bei den Fragen, die uns heute durchaus einmal beschäftigen sollten. Denn genau diese Fragen sind es ja auch, deren Beantwortung bis heute immer wieder tabuisiert wird. Sollen hier die Spuren der Vergangenheit nicht nur verwischt werden, sondern vor allem auch für alle Zeiten verwischt bleiben? Die Frage beantworte jeder sich selbst, der auch nur halbwegs klar denken kann. Eines stimmt schon, schreibt Carmin. Es war nicht die deutsche Industrie als solche, die Hitler an die Macht finanziert hatte. Es war zweifellos die deutsche Industrie als Bestandteil multinationaler, vorwiegend amerikanischer Konzerne und Kartelle (heute, da man dies in noch größerem Stil durchzieht, nennt man es Globalisierung, Anm.) mit gewichtigen Vertretern der Wallstreet in den Aufsichtsräten und Vorständen, die als Kanal für die Finanzierung der Wiederaufrüstung und der Vorbereitung Deutschlands zur kriegführenden Macht ebenso dienten wie zur direkten Finanzierung Hitlers und Himmlers, nachweisbar sogar bis 1944(!): Beispielsweise sogar durch ITT, über das Sonderkonto S, bei der Schröderschen Bank J. H. Stein in Köln (Sutton, Wallstreet/Hitler, S. 79f., S. 128ff., Sampson, Anthony, Weltmacht ITT - die politischen Geschäfte eines multinationalen Konzerns, Reinbeck/Hamburg 1973, S. 23, 41). Wie das Spiel letzten Endes ablief, beschreibt knapp und präzise Anthony Sampson im Hinblick auf den amerikanischen Multi ITT: Während mithin ITT-Focke-Wulff-Flugzeuge alliierte Schiffe bomardierten und über ITT-Drähte Informationen für deutsche Unterseeboote weitergegeben wurden, warnten die ITT-Funkpeilgeräte die Alliierten vor deutschen Torpedos. (Ders., S. 35).

    Aber dieses Spiel war ja noch vergleichsweise harmlos.
Wer, wie und warum Hitler und die NSDAP finanziert hat, ist zweifellos in jeder Beziehung eine Frage von fundamentaler Bedeutung, im Hinblick auf die Beurteilung der Vergangenheit ebenso wie, vor allem, die Zukunft nicht nur Deutschlands
(!!). Wer also war es?

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    Ende 1933 gab ein in Holland lebender belgischer Journalist namens J. G. Schoup in einem allgemein als seriös bekannten Verlag in Amsterdam das Buch eines Sidney Warburg mit dem vielversprechenden Titel:
De Geldbronnen van het Nationaal-Socialisme. Drie Gesprekken met Hitler (Die Geldquelle des Nationalsozialismus. Drei Gespräche mit Hitler) heraus, das die Fragen zu beantworten versprach: Die Aufsichtsratsvorsitzenden sämtlicher amerikanischer Federal-Reserve-Banken, Rockefeller, Carter von der Guaranty Trust Company, Glean von Royal Dutch Shell, auf einen kurzen Nenner gebracht die vereinigte Bruderschaft der Wallstreet-Hochfinanz, die Warburgs, Morgans, Schiffs, Rockefellers, Harrimans einschließlich Montagu Norman von der Bank of England, waren es, die den Aufstieg Hitlers und der NSDAP zwischen 1929 und 1933 mit insgesamt 32 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 128 Millionen Mark, direkt finanziert haben sollen... Nun, das Buch hat seine eigene Geschichte. Und nicht zuletzt diese ist es auch - abgesehen von den tatsächlich verifizierbaren Fakten der Hitler-Finanzierung, die seinen Inhalt als glaubwürdig erscheinen lassen, vor allem hinsichtlich der grundsätzlichen Behauptung: Hitler wurde von der Wallstreet finanziert, Hitler-Deutschland wurde von den Kräften der Hochfinanz wieder aufgerüstet, Hitler und die Deutschen wurden von der internationalen Hochfinanz als Werkzeug benutzt um - abgesehen von allerlei möglichen Endzielen wie der Erzwingung einer neuen Weltordnung (!) - schnöden Kriegsgewinn aus dem Gemetzel zu ziehen. - Das Buch von Sidney Warburg wurde, nachdem sein Erscheinen Ende 1933 in der Presse mehrerer Länder angekündigt worden war, kurz darauf (wie bezeichnend, Anm.) vom Verlag mit der Begründung zurückgezogen, es handele sich um eine Fälschung, einen Sidney Warburg gebe es nicht. Die Auflage wurde größtenteils vernichtet. Dennoch überlebten einige Exemplare...

Abb. 19 Buchtitel: E. R. Carmin - Das schwarze Reich    Wir kehren noch einmal an den Anfang des Buches zurück, worin Carmin jene Aussagen auf den Punkt bringt, die auch wir an dieser Stelle betont wissen wollen. Dort schreibt er: Das Dritte Reich mag in seiner damaligen Form untergegangen sein. Der Schoß, aus dem das Ungeheuer kroch, ist freilich noch immer fruchtbar... Gewiß, im Zeitalter der multimedialen Massenmanipulation bedarf es keines Trommlers namens Hitler, bedarf es keiner Goebbels mehr, und keinem noch so fanatischen Nostalgiker und psychopathischen Hakenkreuzschmierer wird es ohne geschichtliche Notwendigkeitjemals gelingen, jenes Dritte Reich von damals wieder zum Leben zu erwecken. Dennoch könnte es sich auf andere Weise und in anderer Form bewahrheiten, was in den Kreisen der Neuen Rechten schon vor Jahrzehnten prophezeit und propagiert wurde: die Revolution im Osten als Vorbedingung für den Sieg der Revolution von rechts, im Westen. Damit stellt sich ein aktueller Zusammenhang her.

    Das Dritte Reich ging unter, es hatte seinen Zweck erfüllt. Das Reich, jenes okkulte Reich, als dessen Bestandteil und Instrument sich das nationalsozialistische Deutschland manifestiert hatte, ging niemals unter.

    Hitler ist in der Geschichte der Neuen Weltordnung lediglich ein Synonym für eine ganze Reihe von Hitlers, die, vor den Karren des Novus Ordo Seclorum gespannt, die Menschheit in eine ganz bestimmte Richtung ziehen, führen, locken, notfalls und nicht selten eben prügeln. In diesem Sinne ist Hitler nicht tot. Er hat nur verschiedene Gesichter, Gestalten, Namen, Rollen: Die des Diktators, des Massenmörders, des populistischen Demokraten, des Demagogen, des Rebellen und Revolutionärs, des Terroristen, des Friedensstifters, des Mitläufers, des zynischen Ehrgeizlings, des Verführers und des Verführten, des Welterlösers und des Vernichters, des
rex mundi und des nützlichen Idioten im relativen Guten wie im relativen Bösen - und in diesem Sinne sind auch Links und Rechts letzten Endes Begriffe politischer Relativität. Das Recht der Völker auf Selbstbestimmung, Demokratie und Freiheit: hohle, wenngleich psychologisch wirksame Begriffe, die, beliebig ausgefüllt, der Täuschung und der Manipulation dienen und von denen letzten Endes nur übrigbleibt, was die Gesetze des Reiches der neuen Weltordnung erlauben. Das Ziel ist alt, der Weg scheint unumkehrbar.

     Wir haben es hier mit Kräften zu tun, die sich bewußt sind, daß das Wissen um die Zusammenhänge zwischen Mensch und Welt, den Gesetzen der Evolution, den sich daraus ergebenden Wechselwirkungen und deren Beherrschung durchaus praktisch genutzt werden kann, um das politische und geistige Leben der Völker im Rahmen des Novus Ordo Seclorum als deren Wohltäter und Bewahrer der einzigen Wahrheit zu kontrollieren... Viel wirksamer als es noch die roten Fahnenmeere der Kommunisten und die berauschenden Aufmärsche der Nationalsozialisten aus dem Thule-Reich jemals gekonnt hätten, können sie den Menschen in jedem Wohnzimmer jene Rituale, jene Schauspiele, jene suggestive Farbenpracht bieten, mit denen der moderne Geist nur allzu leicht zu manipulieren ist.

    Dieses Reich existiert. Es hat insgeheim schon immer existiert. im Zeichen des Pentagramms hat es allen natürlichen und oft nur scheinbaren Widerständen zum Trotz Hitlers Traum nun verwirklicht: Herrschaft und Kontrolle über die Welt zu erlangen. Das Reich ist dabei, sich mehr und mehr zu offenbaren. Die Terminologie seiner heimlichen Diener, die dabei sind, die letzten Bausteine zu bearbeiten, spricht eine deutliche Sprache. Ob dieses Haus der neuen Ordnung ein Reich des Guten oder ein Reich des Bösen sein wird - diese Frage endgültig zu beantworten wird letzten Endes die Aufgabe eines mündigen Menschen sein...
(Quelle zitiert aus: E. R. Carmin, Das Schwarze Reich - Geheimgesellschaften - Templerorden - Thule-Gesellschaft - Das Dritte Reich - CIA, S. 217, 219, 220, 222, 224 und zuletzt S. 8 - 11, Nikol-Verlag Hamburg 2002, etwa 890 Seiten, erschienen u. a. auch bei Heyne, München und Weltbild, ISBN 3-933203-62-7).

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    Hier haben wir gerade als Christen, die die Bibel kennen und von daher wissen,
wohin die Reise geht, nicht nur den Weg zu Gott zu erklären und die Menschen dann doch wieder stehen zu lassen, wie und wo sie sind. Wir haben auch zu warnen und, so weit und solange dies in unserer Macht steht, den Anfängen zu wehren, den Mitmenschen zur Hilfe und der Wahrheit zum Zeugnis. Es ist an uns zu entscheiden, ob wir auch in diesen Fragen unserem Herrn nachfolgen oder aber Bestandteil dieses Systems sein oder werden wollen, indem wir tun, was alle tun, und nachplappern, was alle sagen. Das Kapital, wir sollten konkreter sagen die hinter ihm stehenden Kräfte, sind jedenfalls immer bereit gewesen, durchaus auch über Leichen zu gehen, wenn es darum ging, ihre Ziele zu verwirklichen, ihre Macht immer weiter auszubauen und die eigenen Profite zu maximieren. Und nicht nur in der Nazizeit geschah dies zuweilen auch buchstäblich. In der einschlägigen Literatur werden nicht nur ITT, sondern - beispielsweise - auch Ford und General Motors genannt, die Hitlers Kriegsmaschinerie nicht nur (einige von Anfang an) gefördert und ausgehalten, sondern sich dann z. T. auch durch Zwangsarbeit in ihren deutschen Niederlassungen bereichert haben. Das Regime der Nazis war von seinen Wurzeln her weder wirklich national noch wirklich sozial. Es ging ihm nicht darum, unser Land tatsächlich gesegnet, geschweige denn darum, daß es auch für andere ein Segen sei. Am deutschen Wesen sollte die Welt eben nicht genesen, wie die damalige Propaganda hetzte und tönte, sondern sie sollte vor allem unterjocht und ausgebeutet werden. Und wie sie ausgebeutet wurde! So erweist das Nazireich - gerade in seiner engen Verschmelzung mit dem Kapital  - als Produkt hemmungslosester Ausführung dessen, was man heute Globalisierung nennt.

    Die berüchtigten IG Farben etwa sind geradezu ein Paradebeispiel jener Zeit. Hervorgegangen aus einem deutschen, 1916 gegründeten Firmenverband, verschmolzen sie bald mit vielen anderen deutschen, schweizerischen wie später auch amerikanischen Firmen zu einem schier unüberschauberen, unentwirrbaren Großkonzern. Ihre Rolle in der Politik war eine verheerende. So waren sie an der Zerschlagung der Weimarer Republik aufs engste beteiligt, und wählten die, von denen sie sich die meisten Profite versprachen. Sie haben also nichts anderes getan, als exakt den Weg zu gehen, den man heute in gleicher Weise geht. Man kaufte auf, was es aufzukaufen gab; die Geldgier kannte keine Grenzen; die Arbeiter und Angestellten der Teilfirmen des neu entstehenden Konzerns wurden in Scharen entlassen, und stets begründete man dies damit, daß man doch wettbewerbsfähig sein müsse
in dieser schwierigen Zeit. Unter den IG-Farben-Arbeitern derselben Zeit hat ihnen dies darum den Spottnamen IG Stempel (von stempeln gehen, sich arbeitslos melden) eingebracht. Zugleich hat man das Entstehen dieser Arbeitslosenheere der deutschen Linken angelastet. Es ist dieselbe Methode; wer also will uns glauben machen, daß das Kapital sich ausgerechnet heute - von seinem Wesen her - geändert habe und wahrhaft geläutert worden sei?

    Welcher sog. Normalbürger etwa weiß schon, daß eben dieses Firmenkonsortium, zu dessen Produktpalette neben einer ganzen Reihe verschiedenster Sprengstoffe auch das Blausäuremittel Zyklon B gehörte, u. a. durch seine bereits im Jahre 1929 eingegangene Verbindung mit Standard Oil eben kein rein deutscher, sondern ein deutsch-amerikanisch-multinationaler Mischkonzern gewesen ist, und daß die immerhin kriegswichtige Technik, Benzin aus Kohle zu gewinnen, nicht allein auf deutscher, sondern zu großen Teilen auch auf amerikanischer Technologie beruhte? Wer spricht etwa noch davon, daß in den Werken der IG Farben bereits im Jahre 1934 Kriegsübungen abgehalten worden sind, und daß diese sich nicht nur an der Ausführung der Eroberungspläne der Nazis beteiligt, sondern diese in weiten Bereichen selbst initiiert haben? Wie viele weiterführende Recherchen ergeben haben, ist dies jedoch nur ein Teil jener Verquickung internationalen Kapitals mit dem Hitlerregime gewesen, wenn auch ein nicht unbedeutender - und das ging bis weit in die Kreise Hitlers und der SS Himmlers hinein. Man wußte durchaus, mit wem man sich eingelassen hatte, und man wußte wohl auch warum, und  ganz gewiß war man sich darüber im klaren, was man da eigentlich tat. Daß, unter Berücksichtigung der oben dargestellten Umtriebe, diverse alliierte Kreise von Anfang an selbst über die Vernichtungslager informiert gewesen sein müssen, zeigen u. a. Luftbilder, die in dieser Zeit - etwa um 1940 - aus amerikanischen Flugzeugen heraus aufgenommen worden sind.

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Abb. 20 Auschwitz, Luftbild aus alliiertem Flugzeug vom 23. 8. 1944.    Das ZDF stellte dazu die Frage: Bomben auf Auschwitz? und berichtete am 7. Mai 2004:

  „Klage gegen die USA wegen unterlassener Hilfeleistung. - Auschwitz-Überlebende haben 2001 die US-Administration unter George W. Bush wegen Beihilfe zum Völkermord verklagt und verlangen vor dem Bundes-Bezirksgericht in Washington 40 Milliarden US-Dollar Schadensersatz. Inzwischen wurde im April 2004 eine weitere Klage beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereicht.

   Die Anklage lautet auf
begründeten Tatverdacht der (passiven) Mittäterschaft beim Völker- bzw. Massenmord der Nazi-Hauptkriegsverbrecher in Auschwitz. Die Basis dieser Klage, vom Düsseldorfer Juristen Peter Wolz eingereicht, ist das 1919 in der Völkerbundakte verankerte Interventionsprinzip und bezieht sich auf die Rettungspflicht der verantwortlichen Eliten beim Völker- bzw. Massenmord an unschuldigen Zivilisten in einem gerechten Krieg, wie es die Kläger formulieren. Zusätzlich berufen sie sich auf den Rettungserlass des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt vom 22. Januar 1944 zur sofortigen Rettung der vom Mord bedrohten Juden in Europa als Grundlage ihrer Klage gegen die Vereinigten Staaten.

    Bombardierung gefordert. - Einer der Kläger ist Kurt-Julius Goldstein, Ehrenpräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees. Der 90-jährige Überlebende argumentiert, dass bereits seit Dezember 1942 die USA in vollem Umfang über die Verbrechen der Nazis in Auschwitz informiert waren: Aus Unterlagen der britischen Luftwaffe geht hervor, dass die polnische Exilregierung in London bereits im Januar 1941 von den Massenmorden in Auschwitz gewusst hat und die Bombardierung des Konzentrationslagers zu diesem Zeitpunkt auch gefordert hat.

    Im amerikanischen Außenministerium ist zusätzlich dokumentiert, daß sowohl Präsident Roosevelt, als auch sein persönlicher Freund und Berater Henry Morgenthau jr. im Dezember 1942 über den Massenmord der Nazis an 2 Millionen Juden und den geplanten Mord an weiteren 5 Millionen Juden informiert waren.    

    Auschwitz III im Zielkatalog. - Ab Frühjahr 1944 waren die amerikanischen Luftstreitkräfte militärisch und technisch in der Lage, Zufahrtswege und Infrastruktur der Konzentrationslager in Auschwitz - und anderswo in Europa - zu zerstören. Mit einer Bombardierung von Eisenbahnbrücken und Verkehrswegen Mitte Mai 1944 hätte die Deportation von 430.000 ungarischen Juden und die Ermordung von mindestens 300.000 verhindert werden können, so die Kläger. Bei einer früheren Bombardierung hätten 400.000 weitere Juden aus Ungarn vor dem sicheren Tod im Konzentrationslager gerettet werden können.

    Allerdings wurden nur die Wirtschaftsbereiche von Auschwitz, das Lager III, in den Zielkatalog für die Bombardierungen durch die amerikanische Luftwaffe aufgenommen, nicht aber die Vernichtungslager Auschwitz I und II - Auschwitz und Birkenau - oder die Transportwege dorthin. Eine gezielte Bombardierung der Krematorien und Unterkünfte des deutschen Wachpersonals wurde als technisch nicht durchführbar eingestuft.

    Moralische Pflicht. - Kurt-Julius Goldstein erinnert sich daran, die Bombardierung des Vernichtungslagers gewünscht zu haben, jedes Mal, wenn die amerikanischen Bomber über Auschwitz hinweggeflogen sind. Es wäre eine Erlösung gewesen - sogar auf die Gefahr hin, selbst bei einem solchen Bombenangriff zu sterben. Aber die Rettung der Inhaftierten in Auschwitz, so spekuliert Goldstein, stand nicht oben auf der Prioritätenliste der Alliierten. (...)

    Zulässige Klage. - Nichtsdestotrotz: die Klageschrift ist eingereicht, noch im Oktober 2000 vom Weißen Haus entgegengenommen und am 2. Januar 2001 vom damals zuständigen Bundesrichter in Washington als zulässige Klage akzeptiert. Die Beantwortung der Klage wurde vom amerikanischen Justizministerium unter Mitarbeit des Militärs und der Geheimdienste übernommen. In ihrem Antrag an den amerikanischen Bundesgerichtshof schreibt das Ministerium: Die Klage gegen die Regierung ist zurückzuweisen, denn dies sei ein Eingriff in die Staatssouveränität und eine unzulässige Einmischung in die Außenpolitik.

    Interventionspflicht bei Völkermord. - Immerhin aber räumt das US-Justizministerium ein, daß man, so wörtlich,
die gründlich dargelegten Anschuldigungen der Klageschrift als wahr akzeptiere. Ob es jemals aber eine Verhandlung oder gar ein Urteil in Sachen Interventionspflicht bei Völkermord geben wird, ist mehr als ungewiß. Zu viel steht für das Weiße Haus auf dem Spiel. Dabei geht es nicht nur um die Schadensersatzforderung in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar. Es geht auch um den Ruf und das Ansehen der Vereinigten Staaten ... 

von Christhard Läpple und Tong-Jin Smith, 07.05.2004.

Zitiert aus: ZDF-Aspekte, Bomben auf Auschwitz?
Siehe unter: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/4/0,1872,2124644,00.html.


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    Und doch ist auch das nur ein Teil der Abgründe, die sich da auftun. Die Liste der Verstrickungen und der Verstrickten ist zu lang, als daß sie hier oder anderswo ausführlich bekannt, geschweige denn hinreichend besprochen werden könnte. Nur Gott kennt sie, Ihm entgeht nichts, und Er wird der unbestechliche Richter sein. Denn Sein Gericht beinhaltet das, was jene wohl nie hatten: Es ist nicht käuflich, und bei Ihm gibt es kein Ansehen der Person - kein noch so wohlmeinend beeinflußter Richter, kein noch so hochdotierter Rechtsanwalt, keine noch so gut funktionierende Finsternis-Connection und kein noch so blaues Blut könnten dies jemals wenden. Wir aber können hier nur weniges aus dieser Liste andeuten. Sie umfaßt nicht nur Hitlers SA, jenes 300.000 Mann starke braune Heer der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts - wohlfinanziert vom internationalen Kapital und ausgerüstet mit amerikanischen Waffen. Sie reicht auch nicht nur vom Bush-Clan in Amerika, von den Verbindungen jener unsäglichen Bonesman, die über Prescott Bush in die Machenschaften von Standard Oil verwickelt waren, bis hin zum Begründer der sich nach einer Hotelkette nennenden Bilderberger, jenem 2004 verstorbenen holländischen Kronprinzen und früheren SS-Mann Bernhard von der Niederlande, für seine schillernde Vergangenheit bekannt und für den Rest seines Lebens, wie die Rothschilds und Rockefellers auch, in Sachen Bilderberger eifrig bemüht gewesen. Nein - es reicht nicht, nur die Vergangenheit zu sehen. Doch die Vergangenheit hilft uns, die Ziele zu erkennen, die jene angetrieben haben und ihre Nachfolger noch immer antreiben. Und diese Ziele sind klar. Vor allem ein Ziel ist klar und treibt den alten Größenwahn zu neuer Blüte: Es ist nicht nur die Auferstehung des alten Römerreiches europäischer Nation. Dieses Reich soll auch die Weltherrschaft besitzen. Eines nicht mehr fernen Tages soll sie erreicht, soll Europa die alles beherrschende Supermacht sein. Das ist beschlossene Sache. Die Bilderberger wollen es schließlich so. Die hinter ihnen stehenden Kräfte wollen es so. Koste es, was es wolle. Und wenn noch so viele dabei auf der Strecke bleiben. Babylon - in der Schrift ein Synonym für das alte Rom - soll endlich wieder in den Himmel wachsen, und „an seinem Wesen soll die Welt genesen”.

  
Die 48. Bilderberg-Konferenz wurde vom 1. bis 3. Juni 2000 in Brüssel, Belgien abgehalten. Neben anderen Themen diskutierte die Konferenz die US-Wahlen, Globalisierung, die New Economy, den Balkan, die EU-Erweiterung und die europäische extreme Rechte. Etwa 100 Personen aus Europa und Nordamerika haben an den Diskussionen teilgenommen. Das Treffen war privat, um eine offene und freie Diskussion zu ermöglichen. Das ist die offizielle und in dieser oder ähnlicher Form alljährlich wiederkehrende, ebenso dürre wie fragwürdige Verlautbarung diverser Printmedien zu diesem Ereignis. Bürger, die in der früheren DDR oder in anderen ehm. Ostblockstaaten aufgewachsen sind, kennen diese Art der Berichterstattung bereits. Man sagt etwas - das, was ohnehin jeder weiß - und verschweigt doch alles. Hier ist in der Tat mehr als nur ein gesundes Mißtrauen angebracht. Denn das ist keine Konferenz, zu der man sich anmelden kann. Hier trifft sich eine von einem ominösen, stets im Hintergrund agierenden Lenkungsausschuß ausgesuchte Schar. Mehr als hundert sollen es nie sein. Es sind Regierungschefs und Oppositionelle, auserwählte Gesellschafter, Medienmogule, Lobbyisten, die maßgeblichen Vertreter der Hochfinanz und (last but not least) die alles beherrschenden Wirtschaftsbosse, die sich in trauter Runde versammelt haben - unter der Bedingung, daß striktes Stillschweigen über die Inhalte gewahrt wird. „Wenn Tausende von Milliarden Dollar in Gewicht von Zentnern zu rechnen wären, dann würde der Fußboden einsturzgefährdet sein, auf dem sich die Herren Rockefeller, Agnelli, Ford, Rothschild, Heinz, kleinere Millionäre wie Wolff von Amerongen, Herren der Banken, Minister, Präsidenten und sonstige Koryphäen bewegten, die etwas zu sagen haben, dank ihrer Stellung oder ihres Gehirns, schrieb Egon Bahr, der als Architekt der Ostpolitik gilt, über die Teilnehmer (zitiert bei hollandnews.de).

    Über das Treffen in 2003 etwa, das im Trianon Palace Hotel in Versailles stattfand, hat man erfahren, daß das Hotel - wie die Hotels an den Orten anderer Jahre - für die Öffentlichkeit komplett geschlossen worden sei. Nicht-Bilderberger hätten das Hotel sogleich verlassen müssen, Aushilfskräfte seien nach Hause geschickt worden. Wer geblieben sei, dem habe man mit fristloser Kündigung gedroht - für den Fall, daß man ihn dabei erwischen würde, daß er etwas über das Treffen publik werden ließe. Niemand von ihnen hätte überdies mit einem Bilderberger sprechen dürfen, bevor dieser sie nicht angesprochen habe. Es sei ihnen auch verboten worden, jemanden in die Augen zu sehen. Bewaffnete Wachen hätten das Hotel komplett abgeriegelt. So ist es ganz offenbar, daß man in jenen Kreisen das Licht scheut, mehr noch als die Katze das Wasser. Gewiß nicht ohne Grund. Studiert man die Teilnehmerlisten, die indessen nach außen gedrungen sind, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Hochgradmaurer aller Welt sich hier die Klinke in die Hand geben. Vor jeder Öffentlichkeit abgeschirmt (notfalls auch unter Androhung von Zwang und Waffengewalt gegen allzu Neugierige) können sie hinter verschlossener Tür das verhandeln, was sie im Auftrag ihrer Geldgeber, den Architekten der neuen Weltordnung, den Regierungen und Völkern der Welt dann zu diktieren gedenken. Offenbar sind dann dann - regelmäßig - die Dinge, die auf den jeweils nachfolgenden G8-Gipfeln beschlossen werden. Wie praktisch.

    Was soll man noch sagen? Man hat den Gott der Bibel hinausgeworfen und hat sich statt dessen
auf den Teufel eingelassen. Wo der Gott Jahwe uns nichts mehr zu sagen hat, da sind die Dämonen, die auch Götter sein wollen, nicht mehr weit. Von den Verstrickungen in satanische Geheimorden des Typus Skull and Bones  alias Templer-Orden alias Prieure de Sion - die freilich mit dem biblischen Zion nie etwas am Hut hatten - über die Politik von Skull and Bones bis hin zu den Früchten von Skull and Bones ist es dann - wir sprechen über eine jahrhundertelange Entwicklung, in der das eine aus dem jeweils anderen große Teile seiner Wurzeln bezieht - nur noch ein relativ kurzer Weg. So haben wir Schädel und Knochen überall, Schädel und Knochen in den deutschen oder anderen Konzentrations- und Flüchtlingslagern, Schädel und Knochen in den Ländern der sog. Dritten Welt, hingemordet durch ideologisch verbrämte, maßlos gewordene Profitsucht und Machtgier, erstickt durch allmählichen Lebensentzug, stranguliert durch bewußtes Halten in Abhängigkeit, vergiftet durch Zerstörung ihrer Umwelt, ausgelaugt durch Ausbeutung und Hunger, aufgerieben von Vertreibung und zerschlagen durch Gewalt, die wiederum von Waffen ausgeht, die zuvor - wohlwissend und exakt kalkulierend - an Freund und Feind verkauft worden sind. Und all das wird gesteuert von einer Elite, die die Welt zu regieren sich angemaßt hat und sich dies auch weiterhin anmaßen will - um jeden Preis. Eine Elite ist dies freilich, die unter pseudo-christlichem, freiheitlich-liberalem oder humanistischem Deckmäntelchen agiert, je nach Bedarf; es ist auswechselbar, immer der Mode der Zeit und der Farbe der jeweiligen Partei angepaßt. Gebildet wird sie von Menschen, die Beziehung verwechseln mit Erfolgsdenken und Machtgewinn, und die Geldbesitz und Profit für einen besonderen Segen halten. Und doch haben sie es abgelehnt, vor Gott ihre Knie zu beugen. Ja, auch sie führen zuweilen die Worte Gott oder Bibel im Mund, und manche reden sogar von einer Wiedergeburt.  Das tun Freimaurer wie Mitglieder diverser freimaurer-ähnlicher Sekten auch. Den Weg aber, der zur neuen Geburt des Lebens führt, den haben sie längst verworfen. Stehen bleiben am Kreuz, im Angesicht des blutüberströmten Jesus von Nazareth wirklich Buße tun, wirklich umkehren, den Tod sterben, den es dort zu sterben gilt, abgewaschen werden im Blut des Lammes - das alles wollen sie nicht. Den Gott der Bibel haben sie ad acta gelegt. Sie beten lieber den Teufel an, als sich vor Jesus zu demütigen. So sind sie - ganz folgerichtig! - in den Besitz allen Geldes und allen Reichtums dieser Welt gekommen (s. Mt 4. 8 - 11).

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[21] Hitler vor einer Versammlung des NS-Führungskorps, vermutl. 1939, zitiert bei: E. R. Carmin: Das Schwarze Reich, S. 170, s. a. die Erklärungen zu 20.



Verwendete Bibelübersetzungen und Hilfsmittel


Wo nicht anders angegeben, wurden für das Neue Testament, das Erste und Zweite Buch Mose, die Psalmen, die Propheten Jesaja und Daniel die folgenden Ausgaben der
Konkordanten Übersetzung verwendet:


Konkordantes Neues Testament mit Stichwortkonkordanz
6. Auflage 1995, Alle Rechte vorbehalten

Konkordantes Altes Testament, Das Erste und Zweite Buch Mose
2. erw. Auflage

Konkordantes Altes Testament, Die Psalmen
1. Auflage 1994

Konkordantes Altes Testament, Jesaja
Studienheft mit transliterierten göttlichen Titeln
3. Auflage

Konkordantes Altes Testament, Daniel
1. Auflage 1991

Konkordanter Verlag Pforzheim
Leipziger Str. 11
75217 Birkenfeld

An allen anderen Stellen wurden verwendet:

Elberfelder Übersetzung (Unrevidierte Version)
„Die Heilige Schrift Aus dem Grundtext übersetzt”
73. Auflage 1993

Revidierte Elberfelder Übersetzung
Verlag R. Brockhaus
, Wuppertal

Schlachter - Übersetzung
„Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments / Unter Berücksichtigung der besten Übersetzungen / Nach dem Urtext übersetzt von Franz Eugen Schlachter / Neu bearbeitet und herausgegeben durch die GENFER BIBELGESELLSCHAFT, Genf, 1985”

Die Geschriebene des Alten und des Neuen Bundes
Übersetzung von Fritz Henning Baader, 3. (überarbeitete) Gesamtausgabe 1998
Copyright 1998 by F. H. Baader, 75328 Schömberg

Novum Testamentum Graece
Nestle - Aland, 26., neu bearbeitete Auflage 1979-1988
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten

Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament
Hrsg. Gerhard Kittel u. a.
Verlag Kohlhammer, Stuttgart u. a., 1933-1969




Bildnachweise

Abb. 1, 78 und 14 zeigen Vergrößerungen verschiedener Ausschnitte aus Abbildungen amerikanischer Ein-Dollar-Scheine.

Abb. 2 Der
Börsen-Bulle in der Nähe der New Yorker Börse, Ausschnitt (aus: Wikipedia, Autor: Martin Dürrschnabel, freigegeben als Public Domain)

Abb. 3 Buchtitel
Nineteen Eighty-Four - 1984 von George Orwell, Ullstein-Verlag, Ablichtung

Abb. 4 Ursprünglich als Mausoleum errichtete Pyramide des Freimaurers und Rosenkreuzers Carl Heinrich von Lindenau (1755-1842) im Park von Machern bei Leipzig, erbaut 1792,
handkolorierte Fotoreproduktion nach einem idealisierenden Stich von C. A. Senff 1799, Ausschnitt (aus: parkmachern.de)

Abb. 5 Buchtitel
Freimaurerei - Wurzeln, Ziele, Hintergründe von Dr. Martin Hohl-Wirz, Logos-Verlag, Reihe Aufklärung der Arbeitsgemeinschaft für religiöse Fragen, Ablichtung

Abb. 6 Hammer, Zirkel, Ährenkranz und Händedruck: Symbole der ehm. DDR und der SED, beide freigegeben als Public Domain, Montage

Abb. 9 Europa, auf Zeus reitend: Verkleinerter Ausschnitt aus einer Abbildung des Justus-Lippsius-Gebäudes in Brüssel (aus: Wikipedia, Autor: Stern, Wien, freie Verwendung unter der GNU Free Documentation License GNU FDL)

Abb. 10 Europa und Zeus als Stier, grie. Vasenbild: abgelichtet aus: Meyers Großes Handlexikon, 11. Auflage 1974, S. 228 Stichwort Europa, Meyers Lexikonverlag.

Abb. 11 Rückseite der griechischen 2-Euro-Münze (Quelle: bundesbank.de)

Abb. 12 Peter Bruegel, Der Turmbau zu Babel, Ölgemalde 1563. Kunsthistorisches Museum Wien, verkleinerter Ausschnitt (aus: towerofbabel.com).

Abb. 13 Mittelalterliche Steinmetzen bei der Arbeit mit Lotwaage im Vordergrund (aus: Glanlaender, Ausschnitt).

Abb. 15 Rechtwinkliges Dreieck, Eigenherstellung nach Wikipedia, Public Domain

Abb. 16 Buchtitel Die Reformlüge von Albrecht Müller, erschienen im Droemer-Verlag, Kopie des Einbandes, verkleinert

Abb. 17 Vater Hugenberg - Karikatur von Hans Gerner, Holzschnitt 1929 (Quelle: Sonntagszeitung, erich-schairer.de). - Zur Anzeige diverser Symbole im geschichtlichen Zusammenhang dieser Zeit verweisen wir auf §86 Abs. 3 StGB.

Abb. 18 Zeitgenössische Satire unter dem Titel: Der Sinn des Hitlergrusses: Kleiner Mann bittet um große Gaben. Motto: Millonen stehen hinter mir! von John Heartfield, Fotomontage, Deutschland 1932, fotomechanische Reproduktion (Quelle: metmuseum.org, Ausschnitt).

Abb. 19 Buchtitel
Das schwarze Reich von E. R. Carmin, Nikol-Verlag Hamburg, Ablichtung

Abb. 20 Auschwitz am 23. 08. 1944, Luftbild aus einem alliierten Flugzeug,
verkleinerter Ausschnitt (aus: Stern-Magazin)

Sollte bei der Wiedergabe eines Bildes oder eines Textzitates ein Urheberrecht oder eine andere rechtliche Bestimmung verletzt worden sein, bitten wir um eine entsprechende Nachricht. Wir werden dann das betreffende Bild bzw. den betreffenden Text umgehend entfernen oder entsprechend anpassen.



Lieber Bruder, liebe Schwester!

Wir hoffen, daß die vorliegenden Bibelstudien bzw. Ausführungen Euch zum Segen geworden sind und unser HERR Jesus Christus Euch damit in Seiner Liebe neu begegnet ist und berührt hat, so wie auch wir von Ihm berührt worden sind.

Gleichzeitig bitten wir Euch aber auch, selbst in der Schrift nachzuforschen, ob es sich so verhält (Apg 17. 11). Gottes Wort ist so voll unerschöpflichen Reichtums, daß wir ganz bestimmt nicht auf Vollständigkeit und Fehlerlosigkeit dieses Bibelstudiums bestehen. Denn allein in Christus sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen (Kol 2. 3).

Wir wünschen uns, daß sich dieser Reichtum in Eurem Leben entfaltet und Ihr so nicht nur zu Schatzsuchern, sondern zu Schatzhebern werdet.

Wenn Ihr aus diesen Studien etwas empfangen habt und sie an Geschwister weitergeben wollt, die ebenfalls „Hunger” danach haben, so bitten wir Euch, das sehr verantwortungsbewußt und mit göttlicher Liebe und Weisheit zu tun. Benutzt diese Bibelstudien nicht, um einen „Krieg” zu entfachen, Geschwister zu verwirren und zu trennen. Bitte bedenkt, daß unser HERR voller Gnade und Sanftmut mit Jedem von uns Seinen eigenen Weg geht und ER aussucht, wann wir welcher „Nahrung” bedürfen. Wir möchten auf Johannes 10. 8 hinweisen: Jesus sagte: „Alle, die Mir zuvorkommen wollten, sind Diebe und Wegelagerer; die Schafe jedoch hörten nicht auf sie.” Werden wir zu solchen, dann haben wir die Liebe verlassen, die wir unseren Brüdern und Schwestern schuldig sind. Hört also bitte auf das Reden unseres HERRN Jesus Christus und gebt diese Bibelstudien weiter, wenn ER Selbst dafür eine Tür aufgetan hat.

Bitte beachtet dabei die folgenden drei Dinge:

1. Gebt diese Studien kostenlos weiter, auf welchem Wege auch immer Ihr wollt, aber nehmt nichts als Gegenleistung dafür (Mt 10. 8 - 9).

2. Bitte gebt diese Studien unverändert und vor allem vollständig weiter. Einzelne Bruchteile könnten durchaus, da sie aus dem Zusammenhang herausgenommen worden sind, mißverstanden werden. Solche Mißverständnisse können Schaden anrichten.

3. Diese Studien dürfen nicht in irgendwelchem Zusammenhang mit kommerzieller oder sonstiger Werbung veröffentlicht werden.

Bitte seid im Umgang mit den hier niedergelegten Dingen besonders
vorsichtig.

Die vorliegende Schrift ist am 16. 11. 2005 zuletzt bearbeitet worden.


Thomas Giese, Velbert * Simone Schmieder, Plauen

© 2003 - 2005

 
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